Mehr Geld für Kindertagespflege in Eppertshausen?

Blick von der Rückseite über den Garten aufs „Haus Valentin“, in dem zwei Kindertagespflege-Personen bis zu zehn Kinder im Krippenalter betreuen. Dazu gibt es in Eppertshausen noch eine dritte „Tagesmutter“, die ihre Gruppe in eigenen Räumen betreut. Sie alle sollen von der Gemeinde mehr Geld bekommen. (Foto: jedö)

Gemeinde will sowohl Angebot im „Haus Valentin“ als auch jenes in eigenen Räumlichkeiten stärker fördern

Noch vor einiger Zeit konnte die Gemeinde Eppertshausen nicht allen Familien einen Krippenplatz für ihre Kinder im Alter unter drei Jahren anbieten. Weil die Kapazität in den beiden Kindertagesstätten Sonnenschein und St. Sebastian erschöpft war, gab es eine Warteliste – und der Stellenwert der (landläufig „Tagesväter“ und „Tagesmütter“ genannten) Kindertagespflege-Personen war umso höher. Schließlich kümmert sich diese Art der Betreuung speziell um Kids im U3-Alter und entlastet dadurch auch die Kitas.


In dieser Zeit mietete die Gemeinde Eppertshausen das „Haus Valentin“ am südlichen Ortsrand an. Die ehemalige Gaststätte, die nur einen Steinwurf von der „Krone“ entfernt liegt, wurde in der Folge so hergerichtet, dass dort bis zu zwei Gruppen von je maximal fünf U3-Kindern betreut werden können. Dies geschieht seither in wechselnder Besetzung, aber bislang immer durch Frauen. Derzeit sind Mihriban Incedalkesen und Kim Fletcher im Haus Valentin aktiv. Daneben gibt es noch das Angebot von Claudia Schroth, die ihre Grupp in eigenen Räumen betreut.

Bei der Kindertagespflege im privaten Umfeld war in Eppertshausen zuletzt ein Aderlass zu verzeichnen. Weil mittlerweile das Angebot an U3-Plätzen in den örtlichen Kitas die Nachfrage bedienen kann, wird die Situation auch für die Kindertagespflege-Personen schwerer. So musste die Gemeinde fürs Kita-Jahr 2026/27 keine Warteliste mehr anlegen. Weil sich die Lage nach Einschätzung der Verwaltung aber schnell wieder ändern kann, will sie parallel auch die bestehenden Kindertagespflege-Angebote erhalten.

Dafür soll die neu konstituierte Gemeindevertretung in ihrer Sitzung am kommenden Mittwoch (27., 20 Uhr, kleiner Saal der Bürgerhalle) mehr Geld beschließen. Zum einen für die derzeitige Kindertagespflege-Person, die ihre Gruppe in den eigenen Räumen betreut, sowie für potenzielle neue Angebote: Hier will die Gemeinde ab August pro Kind und Monat einen Zuschuss von 150 Euro zahlen. Dieser Betrag würde bei einer Betreuung an fünf Tagen pro Woche fällig. Bei kürzeren Betreuungszeiten würde sich der Zuschuss relativ verringern.

Für die Gemeinde ist diese Art der häuslichen Kindertagespflege deutlich günstiger als die im Haus Valentin. Denn für das Objekt überweist das Rathaus jeden Monat 1.500 Euro Kaltmiete plus 500 Euro für die Nebenkosten an den Eigentümer. Die beiden dortigen Betreuungskräfte zahlen für die Nutzung ihrerseits aber nur je 250 Euro an die Gemeinde.
Trotzdem sind Incedalkesen und Fletcher Anfang dieses Jahres an die Gemeinde herangetreten und haben von ihrer schwierigen betriebswirtschaftlichen Situation berichtet. Beide kommen täglich von Rödermark beziehungsweise Groß-Umstadt angefahren, was neben der Miete eine finanzielle Belastung darstellt. Deshalb baten beide um Förderung.
Zur Entscheidung steht nächsten Mittwoch daher nicht nur der monatlich maximal hohe 150-Euro-Zuschuss pro Kind an Claudia Schroth, sondern auch bis zu 100 Euro pro Monat und betreutem Kind im Haus Valentin. Der Malus von 50 Euro beruht darauf, dass die für die Gemeinde günstigere Betreuung in eigenen Räumen in Sachen Zuschuss bessergestellt werden soll. Wichtig zudem: Den Zuschuss im Haus Valentin erhalten die beiden Kindertagespflege-Personen nur, wenn das betreute Kind aus Eppertshausen kommt.

(Text: jedö)