
„Wir sind ein Breitensport-Verein“, sagt Markus Beier. Seit Ende März ist er Jugendleiter der FV Eppertshausen und steht damit an der Spitze von 300 Nachwuchskickern des 800 Mitglieder starken Mehrspartenvereins. Dort spielt König Fußball zumindest abseits der fünften Jahreszeit die Hauptrolle; freilich prägen auch die rührigen FVCA-Fastnachter die Außendarstellung enorm. Die Gymnastikabteilung mit ihren drei Gruppen darf ebenfalls nicht vergessen werden, doch über Pfingsten hat im Fußball-Verein klar der namengebende Volkssport dominiert: Von Freitag bis Montag hat der FVE im Eppertshäuser Sportzentrum Turniere in sämtlichen Altersklassen und mit insgesamt 50 Mannschaften durchgeführt. Geschehen ist dies in einem Ambiente, das in den vergangenen Jahren immer besser geworden ist – und auch seinen Beitrag leistet, sich im Nachwuchsbereich inmitten starker Nachbarklubs zu behaupten.
Schließlich sei man „kein Leistungszentrum“, wie Beier seine eingangs zitierte Breitensport-Aussage ausführt. Auch weniger talentierte Kinder und Jugendliche dürften beim FV Eppertshausen jederzeit und in allen Altersklassen mitmischen, „wir schicken niemanden weg“. Wobei es dem FVE immer wieder nicht nur gelingt, sich so umfassend aufzustellen, dass der Verein jede Stufe von den G- bis zu den A-Junioren mit mindestens einem Team zu besetzen vermag. Immer wieder liefern die Eppertshäuser auch sportliche Ausrufezeichen: Die A-Junioren etwa sind in der abgelaufenen Saison 2025/26 nicht nur Kreisliga-Meister mit 17 Siegen in 17 Spielen geworden, sondern haben darüber hinaus im Hessenpokal für Furore gesorgt. Dort war erst im Viertelfinale gegen Rot-Weiß Walldorf Schluss. Die Pokalpartien wurden für den Verein dabei zum Happening, das deutlich mehr Zuschauer verfolgten als die meisten Spiele der ersten Mannschaft in der Kreisoberliga.
Auch in der kommenden Runde werden die Eppertshäuser von den Jüngsten bis zu den Ältesten wieder alle Nachwuchsteams aus eigener Kraft aufbieten können. Lediglich für eine ergänzende A2- oder B2-Mannschaft prüft der FVE derzeit eine Kooperation mit dem SV Kickers Hergershausen. Allgemein sei man in Sachen Spieler- und Trainerzahl stabil aufgestellt, freut sich Jugendleiter Beier. Was auch das Ergebnis der Arbeit seines direkten Amtsvorgängers Florian Kellenberger sowie dessen Vorgängerin Stephanie Groh sei, wie er hinzufügt. In der Tat hat der Verein seine personelle Basis in den vergangenen Jahren kontinuierlich verbreitert und kann vor allem die Kids aus der eigenen Gemeinde gut in seinen Mannschaften halten.
Dies ist vor allem angesichts namhafter Konkurrenz in unmittelbarer südlicher und nördlicher Nachbarschaft bemerkenswert. Mit dem SV Münster und der TS Ober-Roden hat der FV Eppertshausen Mitbewerber vor der Haustür, deren erste Mannschaften höher angesiedelt sind und gegenüber denen man auch den Vorteil des eigenen Kunstrasen-Großfelds nicht ausspielen kann, weil Münster und Ober-Roden ebenfalls über witterungsunabhängig bespielbare Plätze verfügen. Dennoch betont Beier den zentralen Stellenwert des im gemeindlichen Sportzentrum von Verein und Kommune realisierten Kunstrasen-Großfelds (plus zweier Kunstrasen-Minispielfelder): „Auch wenn wir es schon oft gesagt haben: Unser Kunstrasen ist ein Riesenvorteil!“ Davon zeuge zum Beispiel, „dass alle zu uns kommen und hier Freundschaftsspiele machen wollen“. Gastgeber von Junioren-Pokalendspielen war der FVE ebenfalls schon, und am 21. Juni steigt im Eppertshäuser Sportzentrum mit dem „Wolfgang-Schlosser-Cup“ des HFV der Landesentscheid der besten E-Junioren-Teams.
Infrastrukturell glänzt der FV Eppertshausen seit Kurzem auch mit seinem Jugendcontainer auf der Nordseite des Kunstrasen-Großfelds, der sich klimatisiert und perfekt ausgestattet für den Verkauf wie an den Turnieren des Pfingst-Wochenendes, aber auch bei Spielfesten und anderen Anlässen eignet. Ein paar Meter weiter dient jetzt zudem ein ehemaliger, im FVE-Design besprühter Schiffscontainer als Materiallager und erspart logistischen Aufwand. Demnächst würde der Verein gern auch noch eine Metallhütte für weiteres Mobiliar anschaffen. Stück für Stück wird der FVE immer hübscher – und noch attraktiver für die kickende Zukunft des Vereins. Auch an sportlichen Ideen mangelt es dem FVE nicht: Noch in diesem Spätsommer könnte im Sportzentrum ein Elfmeter-Turnier steigen.
(Text: jedö)
