Mit einem stimmungsvollen und bestens besuchten Festwochenende hat der Musikverein Weiskirchen über Pfingsten wieder seine „Wies’n im Wald“ gefeiert. Der Termin über die Feiertage war zwar ungewöhnlich, doch das große Festzelt am Waldrand erwies sich an allen drei Tagen als echter Besuchermagnet.
Los ging es traditionell am Samstagabend mit dem Bieranstich durch Bürgermeister Max Breitenbach. Vier Schläge brauchte er diesmal, ehe das Bier floss. Unterstützt wurde er dabei von Frank Lortz und Claudi Jäger, Direktorin des Regionalverbandes FrankfurtRheinMain. Danach übernahm die Band „Volldampf“ das Kommando – und verwandelte das Zelt schnell in eine einzige Partyzone. Die Tanzfläche war brechend voll, die Stimmung ausgelassen. „Wir hatten rund 900 Gäste im Zelt“, berichtete der Vereinsvorsitzende Sebastian Wilhelm zufrieden. Das Festzelt sei zwar für bis zu 1000 Personen ausgelegt, man habe aber bewusst auf eine lockere Bestuhlung gesetzt. „Das war bei den Temperaturen genau richtig“, sagte Wilhelm. Zusätzlich wurden die Seitenwände geöffnet, damit die warme Luft besser entweichen konnte. Trotz der ausgelassenen Feier verlief der Abend ohne besondere Vorkommnisse. Die Security habe aufmerksam reagiert, wenn Gäste auf Tische steigen wollten. „Das ist nicht nur teuer, wenn etwas kaputtgeht, sondern kann auch schnell gefährlich werden“, erklärte Wilhelm. Insgesamt sei der Samstagabend jedoch vollkommen friedlich verlaufen.
Für den Musikverein bedeutete das verlängerte Wochenende allerdings auch jede Menge Arbeit. Bereits am Sonntag stand das Konzert des vereinseigenen Blasorchesters auf dem Programm – und das erstmals seit längerer Zeit wieder im Festzelt. Kulinarisch machte man es sich diesmal etwas einfacher und setzte auf einen Foodtruck, während sich die Helfer auf den Getränkeausschank konzentrieren konnten. Der Familientag am Pfingstmontag begann schließlich schon früh mit bester Resonanz. „Als die Musik um halb zwölf angefangen hat, waren schon drei Viertel der Tische besetzt“, berichtete Wilhelm. Für die musikalische Unterhaltung sorgten die Freunde des Musikvereins Johannesberg bei Aschaffenburg, die erstmals in Weiskirchen auftraten. In Tracht und mit traditioneller Blasmusik kamen sie beim Publikum hervorragend an. „Die waren super und wahrscheinlich nächstes Jahr wieder dabei“, sagte Wilhelm. Trotz hochsommerlicher Temperaturen waren am Montag alle Bänke belegt. Besonders gefragt waren die klassischen Speisen – lediglich etwas Schweinebraten blieb am Ende übrig. Mit dem Verlauf der drei Tage zeigte sich der Vorsitzende hochzufrieden. „Die Veranstaltung ist für uns wirtschaftlich enorm wichtig“, betonte Wilhelm. Einnahmen wie bei der „Wies’n im Wald“ brauche der Verein, um unter anderem die laufenden Kosten für Dirigenten und den Musikbetrieb stemmen zu können.
Noch am Montagabend begann bereits der Abbau des Zeltes und des aufwendig verlegten Holzbodens. Gerade dieser Boden sei zwar teuer und arbeitsintensiv, mache aber einen großen Unterschied aus, so Wilhelm. „Früher war ich dagegen, aber inzwischen muss ich sagen: Das gehört einfach dazu.“
(Text: ah)

