Nach seiner Wiederwahl am 18. Januar ist Obertshausens Bürgermeister Manuel Friedrich jetzt offiziell für seine zweite Amtszeit eingeführt worden. Im festlich geschmückten Bürgerhaus Hausen reichte der Platz kaum für die zahlreichen Gäste aus Politik, Vereinen, Kirchen, Wirtschaft und Gesellschaft.
Die Veranstaltung war zweigeteilt: Zunächst fand eine offizielle Sitzung der Stadtverordnetenversammlung mit Vereidigung und Übergabe der Ernennungsurkunde statt, anschließend folgte ein großer Festakt mit zahlreichen Grußworten. Stadtverordnetenvorsteher Antonio Giordano eröffnete den Abend und sprach von einem „bedeutenden Ereignis für die gesamte Stadt“. Die große Resonanz zeige die Verbundenheit der Bürgerinnen und Bürger mit Obertshausen und ihrem Bürgermeister. Gemeinsam mit Erstem Stadtrat Michael Möser übergab er Friedrich die Ernennungsurkunde für die neue, am 24. Juni beginnende sechsjährige Amtszeit.
Anschließend legte Friedrich den Amtseid ab und wurde per Handschlag verpflichtet. In seiner Ansprache erinnerte Giordano daran, dass Friedrichs erste Amtseinführung im Jahr 2020 wegen der Corona-Pandemie nur unter strengen Auflagen stattfinden konnte. Umso mehr freue er sich, dass die zweite Amtseinführung nun in würdigem Rahmen gefeiert werden könne. Zugleich würdigte er Friedrichs Einsatz in den vergangenen sechs Jahren. Besonders hob er dessen Präsenz, Bürgernähe und Engagement hervor – sowohl in Obertshausen als auch auf Landes- und Bundesebene im Einsatz für eine bessere Finanzausstattung der Kommunen. Das Wahlergebnis von 88,46 Prozent sei Ausdruck großen Vertrauens.
Auch Erster Stadtrat Michael Möser stellte die Herausforderungen der kommenden Jahre in den Mittelpunkt. Der Rathausneubau und die angespannte Haushaltslage seien die größten Aufgaben der Stadt. Friedrich zeichne aus, dass er schwierige Entscheidungen offen anspreche und Verantwortung übernehme. Als symbolisches Geschenk überreichte der Magistrat dem Bürgermeister eine Schärpe – angelehnt an französische und italienische Traditionen.
Für die Stadtverordneten sprach CDU-Fraktionsvorsitzender Lukas Kreher. Er bezeichnete die Amtseinführung als sichtbaren Ausdruck kommunaler Demokratie. Friedrich werde als nahbarer Bürgermeister wahrgenommen, der zuhöre und präsent sei. Gleichzeitig betonte Kreher, dass gute Kommunalpolitik vom Zusammenspiel aller Beteiligten lebe – von Politik, Verwaltung, Vereinen und Ehrenamtlichen. Mit Humor gratulierten die Grünen.
Fraktionsvorsitzender Alexander Roth überreichte einen symbolischen „Werkzeugkoffer des Bürgermeisters“ – unter anderem mit Raumspray für hitzige Debatten, Oropax für laute Sitzungen und einem sauren Apfel für schwierige Entscheidungen.
Besonders emotional wurde es beim Grußwort von Werner Friedrich, Stadtverordneter und Vater des Bürgermeisters. Er erinnerte an den schwierigen Start seines Sohnes mitten in der Corona-Pandemie und würdigte dessen enormes Arbeitspensum. Gleichzeitig erzählte er, dass Manuel Friedrich ursprünglich Sportreporter werden wollte und sogar ein Angebot der ARD erhalten hatte, sich dann aber bewusst für seine Heimatstadt Obertshausen entschied. „Ich bin stolz auf dich“, sagte er sichtbar bewegt.
Auch Vertreter weiterer Fraktionen, des Kreises Offenbach sowie der kommunalen Spitzenverbände würdigten Friedrichs Arbeit. Der Erste Kreisbeigeordnete Carsten Müller sprach von einem „Rekordergebnis“ im Kreis Offenbach und lobte besonders Friedrichs Transparenz und seine intensive Kommunikation über soziale Medien. Vertreter des Hessischen Städte- und Gemeindebundes sowie des Hessischen Städtetages verwiesen auf die schwierige finanzielle Situation der Kommunen, würdigten aber Friedrichs Engagement und seine Fähigkeit, Menschen mitzunehmen.
Für die Bürgermeister im Kreis Offenbach gratulierte Heusenstamms Bürgermeister Steffen Ball. Das Amt des Bürgermeisters sei oft belastend, zugleich aber eines der schönsten politischen Ämter überhaupt. Friedrich übe es „mit Leidenschaft, Mut und unfassbarem Engagement“ aus. Zwischen den Redeblöcken sorgten musikalische und künstlerische Beiträge für Unterhaltung. Zu sehen und zu hören waren die Hip-Hop-Gruppe der TG Obertshausen, die Tanzgruppe des griechischen Kulturvereins, die erfolgreichen Tanzpaare der Ballroom Performance und des Chors „YouCan! 2000 Choe“, der Manuel Friedrich zum „Edelfan „ernannte. Später folgten weitere Glückwünsche von Vereinen, Verbänden, dem Ausländerbeirat sowie der katholischen Kirche.
In seiner Dankesrede nach der Vereidigung zeigte sich Bürgermeister Manuel Friedrich dankbar und demütig über das erneute Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger. Die vergangenen sechs Jahre seien geprägt gewesen von Krisen wie der Corona-Pandemie, steigenden Energiepreisen, internationalen Konflikten und der schwierigen Finanzlage der Kommunen. Gleichzeitig habe Obertshausen in dieser Zeit Zusammenhalt und Verantwortungsbewusstsein bewiesen. Friedrich dankte insbesondere den Mitarbeitenden der Verwaltung, Einsatzkräften, Vereinen, Ehrenamtlichen sowie den politischen Gremien für die gemeinsame Arbeit. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen habe die Stadt weiter investiert – etwa in Schulen, Kitas, Spielplätze und die Stadtentwicklung. Für die neue Amtszeit kündigte Friedrich an, sich weiterhin für handlungsfähige Kommunen, Demokratie, Ehrenamt und den gesellschaftlichen Zusammenhalt einzusetzen. Besonders emotional dankte er seiner Familie und seiner Frau Verena für deren Unterstützung und Rückhalt. Die Feier machte deutlich: Manuel Friedrich startet mit großem Rückhalt und hohen Erwartungen in seine zweite Amtszeit als Bürgermeister von Obertshausen.
(Text: ah)

