Neue Hoffnung bei gefährlichen Gefäßerweiterungen (Aneurysmen): Prof. Dr. Dr. med. Donas leitet deutsche Beteiligung an internationaler HERCULES-Studie

Das Foto zeigt das Team nach der erfolgreichen ersten Behandlung in Deutschland im Rahmen der HERCULES Studie. (Foto: Asklepios)

Erste Operation im Rahmen der Studie in Deutschland durchgeführt

Ein Bauchaortenaneurysma (AAA) gehört zu den gefährlichsten Gefäßerkrankungen im höheren Lebensalter. Dabei handelt es sich um eine krankhafte Erweiterung der Bauchschlagader, die häufig lange unbemerkt bleibt. Etwa einer von 1.000 Menschen entwickelt zwischen dem 60. und 65. Lebensjahr ein solches Aneurysma – mit zunehmendem Alter steigt das Risiko deutlich an. Besonders betroffen sind Männer über 65 Jahre.


Neue Hoffnung für Patienten mit komplexen Befunden bietet nun die internationale HERCULES-Studie. Sie untersucht neue Behandlungsmöglichkeiten für Bauchaortenaneurysmen, insbesondere bei Patienten mit anatomischen Besonderheiten, die eine Therapie erschweren können. Eine zentrale Rolle übernimmt dabei Prof. Donas, Chefarzt der Gefäßchirurgie an der Asklepios Klinik Langen und Direktor des Rhein-Main-Gefäßzentrums. Er ist europäischer Co-Studienleiter der internationalen Untersuchung.Im Fokus der Studie stehen Patienten mit sogenannten „weiten Hälsen“ der Bauchschlagader. Dabei ist der Gefäßabschnitt unterhalb der Nierenarterien erweitert – ein Umstand, der die sichere Verankerung von Gefäßprothesen erschweren kann.

Prof. Donas und sein Team haben nun die erste Behandlung im Rahmen der HERCULES-Studie in Deutschland erfolgreich durchgeführt. Damit zählt die Asklepios Klinik Langen zu den wenigen spezialisierten Zentren weltweit, die an der internationalen Untersuchung beteiligt sind. Der Eingriff verlief erfolgreich: Das Aneurysma konnte sicher ausgeschaltet werden, der Patient wurde bereits am vierten Tag nach der Operation nach Hause entlassen.

Bei einem Bauchaortenaneurysma erweitert sich die Hauptschlagader im Bauchraum zunehmend und die Gefäßwand verliert an Stabilität. Im schlimmsten Fall kann die Aorta reißen – eine lebensbedrohliche Situation mit schweren inneren Blutungen. Heute lassen sich viele Aneurysmen minimalinvasiv behandeln. Dabei wird über kleine Zugänge in der Leiste eine Gefäßprothese, ein sogenannter Stentgraft, in die Bauchschlagader eingesetzt. Dieser stabilisiert die geschwächte Gefäßwand von innen.

„Bei immerhin 27 Prozent der Patienten ist der Gefäßabschnitt unterhalb der Nierenarterien jedoch erweitert. Dadurch kann die sichere Verankerung der Prothese erschwert werden“, so Prof. Donas

Genau hier setzt die HERCULES-Studie an. Ziel ist es, herauszufinden, welche Therapieform bei Patienten mit einem weiten Hals langfristig die besten Ergebnisse erzielt und ob zusätzliche kleine Verankerungen – sogenannte EndoAnchors – die Behandlung langfristig sicherer machen.

„Mit der HERCULES-Studie wollen wir wissenschaftlich klären, welche Therapie unseren Patienten langfristig die größte Sicherheit bietet. Gerade bei komplexen anatomischen Voraussetzungen benötigen wir belastbare Daten, um individuelle und gleichzeitig möglichst sichere Behandlungsentscheidungen treffen zu können“, erklärt Prof. Donas.
Die internationale Studie soll wichtige Erkenntnisse für die zukünftige Behandlung von Bauchaortenaneurysmen liefern.

Weitere Informationen zur Studie sind über das Studienregister von ClinicalTrials.gov verfügbar.

(Text: PM LPR)