
Pfingsten 2026 dürfte den Mitgliedern des Musikvereins Weiskirchen noch lange in Erinnerung bleiben. Mit der „Wies’n im Wald“, dem Familientag und dem traditionellen Frühjahrskonzert stemmte der Verein an dem verlängerten Wochenende ein großes Programm. Dabei wurde das Festzelt am Waldrand am Sonntagnachmittag kurzerhand zum Konzertsaal umfunktioniert — ein eher seltenes Ereignis.
Wie Vorsitzender Sebastian Wilhelm erinnerte, fand das letzte Konzert des Orchesters in einem Zelt im Jahr 1981 statt. Trotz hochsommerlicher Temperaturen war das Zelt gut gefüllt. Die zahlreichen Besucher ließen sich die besondere Atmosphäre nicht entgehen und erlebten ein abwechslungsreiches Konzertprogramm, das von traditioneller Blasmusik über Operettenklänge bis hin zu modernen Arrangements reichte. Den Auftakt gestaltete das Jugendorchester unter der Leitung von Anja Schrod. Mit der Polka „Plattein“ von Karl Schuchner, „Polka 25“ von Peter Person sowie dem Pop-Hit „Roar“ von Katy Perry und Lukasz Gottwald bewiesen die Nachwuchsmusiker Vielseitigkeit und Spielfreude.
Im Anschluss übernahm das große Blasorchester unter der Leitung von Ehrendirigent Dietmar Schrod die Bühne. Bereits mit dem kraftvollen Marsch „Viribus Unitis“ von Josef Franz Wagner setzte das Orchester ein musikalisches Ausrufezeichen. Es folgten schwungvolle und elegante Werke wie „Rosen aus dem Süden“ und „Leichtes Blut“ von Johann Strauss (Sohn), die dem Konzert eine beschwingte Wiener Note verliehen. Auch mit Melodien aus dem Singspiel „Im weißen Rössl“ zeigte das Orchester seine ganze Klangvielfalt. Nach der Pause wurde das Programm zunehmend unterhaltsam und volkstümlich. Mit „Bruderherz“ von Emmerich Kálmán, dem jazzig angehauchten „Slidin’ The Blues“ von Dennis Armitage und den beliebten Titeln „Träumende Trompeten“ sowie „Sax Exzellent“ standen vor allem die verschiedenen Register des Orchesters im Mittelpunkt. Zum Ende hin sorgten die böhmischen Klassiker „Böhmische Liebe“ und „Böhmischer Traum“ für beste Stimmung im Zelt und unterstrichen die enge Verbundenheit des Musikvereins zur traditionellen Blasmusik.
Mit „Eine letzte Runde“ von Markus Nentwich verabschiedete sich das Orchester zunächst musikalisch vom Publikum — allerdings nicht ohne die obligatorische Zugabe, die von den Zuhörern mit großem Applaus eingefordert wurde. Die Moderation hat Bürgermeister Max Breitenbach übernommen, der als ehemaliges Orchestermitglied dafür recht kompetent war und bei einem Stück auch bewies, dass er es noch kann.
(Text: ah)
