LaDaDi: Erlebnismesse „Jugend bewegen“ mit zwei Weltmeistern

Sozialdezernentin Christel Sprößler spielte Tischtennis gegen Jörg Roßkopf bei der Erlebnismesse in Dieburg. (Foto: Landkreis Darmstadt-Dieburg)

“Playstation, Handy und PC sind keine Sportgeräte.“ Jörg Roßkopf bringt es bei der Erlebnismesse „Jugend bewegen“ in der Dieburger Gutenberghalle auf den Punkt. Der Tischtennis-Bundestrainer, der den einzigen Weltmeistertitel in Deutschland innehat sowie eine Silber- und eine Bronzemedaille bei Olympia geholt hatte, erzählt von seiner Sportart: „Wir versuchen auch, Kinder in Bewegung zu bringen“, sagt er und fügt an: „Es ist wichtig, dass Kinder Vorbilder haben. Das fängt im Elternhaus an und setzt sich im Verein fort.“ Und genau darum ging es bei der ersten Erlebnismesse, die vom Sportkreis Darmstadt-Dieburg und der Kinder- und Jugendförderung des Landkreises organisiert worden war: Fachkräfte und Ehrenamtliche in Vereinen, Jugendzentren, Schulen, Kitas oder anderen Einrichtungen sollten sich Inspiration und Ideen holen können, um Kinder und Jugendliche in Bewegung zu bringen, sie in ihrer Entwicklung zu stärken und sich auch mal ausprobieren zu können.


Landkreis mit mehreren Angeboten vertreten

Mehr als 20 Anbieter sind in und vor der Halle mit Angeboten, von der Kletterwand der Hessischen Sportjugend über die Feuerwehr mit Brandschutzübungen und Polizei mit Rauschbrillen, die Pfadfinder und der Landkreis mit Sport- und Kulturförderung, Jugendberufswegebegleitung, Kinder- und Jugendförderung und einige mehr. Auch das Medienzentrum des Landkreises war vor Ort, und präsentierte neben Demokratieförderung auch E-Sport-Angeboten. „Wir kooperieren über unsere DEXT-Fachstelle mit dem Medienzentrum im Bereich Serious Games, um durch das Medium Gaming junge Menschen über komplexe Themen wie Extremismus und Verschwörungstheorien spielerisch aufzuklären“, sagte Martin Münch, Leiter der Kinder- und Jugendförderung beim Landkreis.

In einer Ecke der Halle steht ein weiterer Weltmeister: Johannes Baas Avila, Mix-Fight-Champion und Sozialpädagoge. Bei ihm können sich die Besucher mal richtig abreagieren: Eine Boxsäule, Boxhandschuhe und andere Utensilien dienen der Gewaltprävention. „Hier zeigen wir, welche Möglichkeiten es gibt, überschüssige Energie abzubauen“, sagt Baas Avila, „und das natürlich in einem geschützten Raum.“ Maria Da Silva vom Landkreis Darmstadt-Dieburg ergänzt: „Das ist allemal besser als zu rauchen, zu trinken oder auf dem Pausenhof jemand zu vermöbeln.“

Digitale Messe folgt der in Präsenz

Mehr als 100 Anmeldungen hatte es im Vorfeld schon gegeben für die Erlebnismesse. Ein Erfolg, wie auch Ellen Lewis vom Sportkreis Darmstadt-Dieburg findet. „Sport verbindet die Kinder über alle Bildungsschichten“, sagt sie, „das ist das Spannende am Sport. Und wenn die Eltern sportlich sind, sind es die Kinder meistens auch. Das Problem ist nur, die zu erreichen, bei denen es nicht so ist.“ Unter https://sportkreis-darmstadt-dieburg.de/erlebnismesse wird aus der ersten Präsenzmesse deshalb eine digitale Messe. Dort werden in der Folge die verschiedenen Anbieter, die in der Halle sind, ihre Angebote ebenfalls vorstellen. So können sich auch diejenigen noch Ideen holen, die an dem Tag nicht dabei sein konnten. Aber auch die Präsenzmesse in Dieburg könnte eine Fortsetzung finden. „Ich könnte mir sehr gut vorstellen, das auch in einem anderen Teil des Landkreises zu wiederholen“, sagt Ellen Lewis. Mit dem Zuspruch an diesem Tag ist auch Martin Münch zufrieden.

Aus dem westlichen Teil des Kreises ist die SG Weiterstadt nach Dieburg gekommen, mit ihrem Zirkus Gajanana. In der Mitte der Halle kann jongliert und balanciert werden. Und das ohne Leistungsdruck, wie Katja Bader erklärt: „Jeder kann in jedem Alter einsteigen, mit oder ohne Behinderung – und es ist alles möglich an Bewegung. Jeder kann sich austoben und ausprobieren nach Lust, Laune und Können.“ Etwa 70 Mitglieder hat die Zirkus-Abteilung. „Wir arbeiten auch viel mit Kitas und Schulen zusammen“, erklärt Bader: „Klassische Sportarten haben das Ziel, jemanden zu besiegen oder Leistung zu bringen, aber das ist bei uns nicht so.“

Kinder brauchen gute Vorbilder

„Hier gibt es so viele Anregungen, wie Jugendliche und Kinder sich ausprobieren können, das ist schon beeindruckend“, sagt Sozial- und Jugenddezernentin Christel Sprößler. Sie selbst spielte mit Jörg Roßkopf einige Ballwechsel und schlug auch mal bei der Gewaltprävention zu. „Dass noch zwei Weltmeister heute hier sind, ist das I-Tüpfelchen“, sagte sie. „Kinder brauchen gute Vorbilder, damit sie wachsen können und sich auch ernst genommen fühlen. Dafür hat die Erlebnismesse einiges zu bieten. Ich hoffe auch, dass wir das Angebot fortführen werden. Bis dahin kann sich aber jeder auch nochmal bei der digitalen Messe informieren.“

(Text: PM Landkreis Darmstadt-Dieburg)