Fahrradstraßen in Eppertshausen unwahrscheinlich

Die Eppertshäuser Schulstraße (Foto) wird wie die Bahnhof- und die Friedhofstraße wahrscheinlich nicht zur Fahrradstraße. (Foto: jedö)

Werden die Schulstraße, die Friedhofstraße und die Bahnhofstraße in Eppertshausen künftig zu „Fahrradstraßen“? Dies hatte im Dezember 2024 in der Gemeindevertretung die CDU-Fraktion angestoßen. Nun, in der ersten Arbeitssitzung des neu besetzten Parlaments, kam das Thema wieder auf die Tagesordnung. Zwischenzeitlich hat die Gemeinde den Sachverhalt geprüft und auch Geschwindigkeitsmessungen in zwei der drei Straßen durchgeführt. Passé ist der Plan, Radfahrern das Leben dort sicherer und leichter zu machen, zwar noch nicht; nach der Umsetzung des ursprünglichen Ansinnens sieht es aber nicht mehr aus.


In einer Fahrradstraße haben Radfahrer immer Vorrang. Was nicht heißt, dass im Falle einer Umwandlung von Schul-, Friedhof- und Bahnhofstraße dort keine Autos und Motorräder mehr fahren dürften. Dazu bräuchte es im Falle einer Markierung als Fahrradstraße lediglich die zusätzliche Beschilderung „PKW/Zweiräder frei“. Allerdings ist es Radfahrern in Fahrradstraßen ausdrücklich erlaubt, nebeneinander zu fahren. Sonstige Vorgaben sind Tempo 30 als Höchstgeschwindigkeit (gilt in den drei Straßen auch jetzt schon) und der von Pkws zu Rädern beim Überholen mindestens einzuhaltende Abstand von 1,50 Metern – innerorts eine allgemeine Verkehrsregel.

Nach einer Prüfung des Sachverhalts im Oktober 2025, in die neben der Gemeinde auch Hochschul-Vertreter und die Untere Verkehrsbehörde des Landkreises Darmstadt-Dieburg involviert waren, reifte die Erkenntnis, dass das Vorhaben in den genannten Straßen nicht praktikabel sei. Als Gründe führt die Gemeinde die zu geringe Straßenbreite an, die schon jetzt kein Überholen mit 1,50 Meter Abstand zulasse. Die Beschilderung als Fahrradstraße würde am Ist-Zustand voraussichtlich nichts ändern.

Hinsichtlich potenzieller Verbesserungen wolle man „sich selbst noch mal hinsetzen“, sagte Bürgermeister Stephan Brockmann (CDU). Von einem Planungsauftrag an die Hochschule Darmstadt in Höhe von 12.554 Euro riet er aus Kostengründen ab. Stattdessen wird nun überlegt, die Höchstgeschwindigkeit in den drei Straßen auf 20 Stundenkilometer zu reduzieren. Allerdings: Bei Messungen im vergangenen Herbst erfasste man in der Friedhofstraße mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 21 Stundenkilometern und in der Frieshofstraße mit 22 Stundenkilometern ohnehin Tempi im Bereich des angedachten neuen Limits.

(Text: jedö)