Heusenstamm: Mainhatten Pops Orchester erinnert an den 100. Geburtstag von Peter Alexander

Mit einem musikalischen Streifzug durch das Leben und die größten Erfolge von Peter Alexander erinnerte das Mainhatten Pops Orchester an den 100. Geburtstag des wohl bedeutendsten deutschsprachigen Entertainers des vergangenen Jahrhunderts. (Foto: ah)

„Dankeschön!“ – treffender hätte der Titel des Konzerts am Bannturm kaum gewählt werden können. Mit einem musikalischen Streifzug durch das Leben und die größten Erfolge von Peter Alexander erinnerte das Mainhatten Pops Orchester an den 100. Geburtstag des wohl bedeutendsten deutschsprachigen Entertainers des vergangenen Jahrhunderts. Das Publikum erlebte dabei nicht nur einen Abend voller bekannter Melodien, sondern auch eine unterhaltsame Zeitreise in die goldenen Jahre des deutschen Schlagers.
Dem Heusenstammer Publikum sind die Mainhatten Pops längst keine Unbekannten mehr.


Seit 2023 gestalten sie jeweils am ersten Samstag des Jahres das beliebte Neujahrskonzert. Ursprünglich begleitete das Orchester das Mund Art Theater bei Musicalproduktionen aus dem Orchestergraben, seit 2002 steht es jedoch verstärkt selbst auf der Bühne. Wer die Auftritte kennt, weiß: Hier wird Musik nicht nur gespielt, sondern auch mit viel Humor und Hintergrundwissen präsentiert. Dafür sorgt vor allem Orchesterleiter Thorsten Wszolek, der gleichzeitig als Moderator durch den Abend führte.

Schon bei der Begrüßung bewies er sein Gespür für Pointen. Eigentlich habe er, so erzählte er augenzwinkernd, das Konzert „Das tue ich alles aus Liebe zum 100. Geburtstag von Peter Alexander“ nennen wollen. Seine Schwester habe ihn jedoch darauf hingewiesen, dass dann auf dem Plakat kaum noch Platz für das Veranstaltungsdatum geblieben wäre. So wurde daraus schlicht „Dankeschön!“, jenes Lied, mit dem Peter Alexander einst seine Fernsehshows beendete. In seiner Moderation zeichnete Wszolek das Bild eines außergewöhnlichen Künstlers. Peter Alexander sei weit mehr gewesen als Sänger oder Schauspieler. Ob Film, Fernsehen, Operette, Konzertbühne oder Tournee – es habe kaum einen Bereich der Unterhaltung gegeben, in dem Alexander nicht erfolgreich gewesen sei. „Er war ein Tausendsassa“, fasste Wszolek zusammen. Gleichzeitig nahm er das Publikum mit in die Atmosphäre der 1950er- und frühen 1960er-Jahre. Es war die Zeit des Wirtschaftswunders, der ersten Urlaubsreisen und der unbeschwerten Heimatfilme. Namen wie Katharina Valente, Vico Torriani oder Silvio Francesco prägten eine Epoche, die bis heute mit Lebensfreude und Optimismus verbunden wird. Genau diesen Zeitgeist spiegelten auch die Lieder wider, die an diesem Abend erklangen. Gemeinsam mit den Solisten Stefanie Wszolek und Silvio d’Anza präsentierte das Orchester zahlreiche bekannte Schlager.

Viele Melodien wurden vom Publikum sofort erkannt und teilweise leise mitgesungen. Dabei erläuterte Wszolek auch, dass zahlreiche Schlager ursprünglich aus England oder den USA stammten und für den deutschen Markt neu interpretiert wurden. Besondere Aufmerksamkeit widmete er der ersten Schallplatte, die Peter Alexander 1952 aufgenommen hatte: „Das machen nur die Beine von Dolores“. Mit diesem Titel begann eine Karriere, die über Jahrzehnte die deutschsprachige Unterhaltung prägen sollte. Passend dazu übernahm Silvio d’Anza die Interpretation des frühen Erfolgs und sorgte für einen gelungenen musikalischen Auftakt. Mit viel Spielfreude, einem hervorragend aufgelegten Orchester und einer Moderation voller Charme und Hintergrundgeschichten gelang es den Mainhatten Pops, die Erinnerung an Peter Alexander lebendig werden zu lassen.

Als die letzten Töne verklungen waren, dürfte bei vielen Gästen genau jenes Wort nachgehallt haben, das dem Konzert seinen Namen gab: „Dankeschön“ – für einen ebenso unterhaltsamen wie stimmungsvollen Abend.

(Text: ah)