Deutlich besser als erwartet, konnte die Stadt Offenbach das Haushaltsjahr 2025 abschließen. Dennoch mahnt Stadtkämmerer Martin Wilhelm: „Vieles ist sehr gut gelaufen, die Aussichten für die Kommunen bleiben dennoch so düster wie lange nicht mehr.“
Während das Vorjahr mit einem Defizit von -13,2 Millionen Euro abgeschlossen wurde, steht 2025 wieder ein Plus vor dem Ergebnis. War man in der Planung noch von -19,6 Millionen Euro ausgegangen, landete die Stadt zum 31.12.2025 bei 4,7 Millionen Euro.
„Hauptsächlich sei dies den hohen Gewerbesteuereinnahmen in 2025 zu verdanken“, so Wilhelm. Diese lagen Ende 2025 40,2 Millionen Euro über dem Plan bei 135,2 Millionen Euro und damit so hoch wie noch nie. „Dies ist natürlich sehr erfreulich und dem immensen Engagement von Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke und seiner Wirtschafts- und Ansiedlungspolitik zu verdanken.“
Sparsames Haushalten hat sich gelohnt
Das sparsame Haushalten im laufenden Jahr mit teilweise schmerzhaften Entscheidungen hat sich gelohnt. So wurde beispielsweise durch die Stellen-, Wiederbesetzungs- und Beförderungssperre über 1,7 Millionen Euro eingespart.
Dank des besseren Ergebnisses konnten die Rücklagen wieder etwas aufgebaut werden. Nach einem erstmaligen Abschmelzen in 2024 stärkt der Jahresüberschuss 2025 die ordentliche Rücklage wieder.
Nach wie vor steigen aber die ordentlichen Aufwendungen und damit die Ausgaben für die Stadt.
Die wirtschaftlich angespannte Situation und unzureichende Auszahlungen durch den kommunalen Finanzausgleich tragen ebenso zur schwierigen Situation bei, wie Schwankungen bei der Gewerbesteuer, Veränderungen im Arbeitsmarkt bzw. bei der Einkommenssteuer sowie die Entwicklung der von der Kommune zu zahlenden Transferaufwendungen.
„Ein Blick auf das Weltgeschehen macht deutlich, wie unsicher und volatil sich die vergangenen und kommenden Jahre entwickelt haben. Die erheblichen Preissteigerungen kommen bei Unternehmen und letztendlich auch bei den Bürgerinnen und Bürgern an“, sagt Martin Wilhelm.
Trotz hartem Sparkurs hat die Stadt im Jahr 2025 insgesamt 46,4 Millionen Euro investiert. Priorität lag hier erneut auf dem Thema Bildung. „Wenn man, so wie Offenbach immer wieder wenig Einnahmen und steigende Ausgaben hat, muss man härter priorisieren als andere. Das bedeutet Verzicht und gute Planung. Aktuell stehen weiter der Ausbau und die Modernisierung unserer Bildungseinrichtungen im Fokus“, so Wilhelm.
Alle Kommunen in Deutschland stehen vor extremen finanziellen Herausforderungen
Drei Viertel der Städte und Gemeinden haben mit einem defizitären Haushalt abgeschlossen. „Wenn sich nicht grundlegend die Rahmenbedingungen für Kommunen durch Maßnahmen von Bund und Land ändern, verschärft sich die finanzielle Situation der Städte immer weiter“, so Wilhelm. Dann drohe weiterhin der finanzielle Kollaps. Damit der Haushalt überhaupt genehmigungsfähig war, musste die Stadt eine Erhöhung der Grundsteuer ab 2028 einplanen.
Durch das gute Jahresergebnis 2025 ist die freie Liquidität zwar von 86,7 Millionen Euro in 2024 auf 113,7 Millionen Euro gestiegen, wird aber laut Haushaltsplanung 2026 bis Ende 2029 komplett aufgebraucht sein.
„Diese defizitäre Entwicklung wird sich auf absehbare Zeit fortsetzen“, mahnt der Stadtkämmerer. Auch für die kommenden Jahre sieht die Planung jeweils höhere Aufwendungen als Erträge vor.
„Die größte Herausforderung ist und bleibt die wachsende Unterfinanzierung, die immer mehr Kommunen betrifft“, so Wilhelm. „Daher muss es beim konsequenten Sparkurs bleiben, den am Ende leider auch die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt spüren.“
Haushaltsabschluss 2025
Der Haushalt 2025 schließt mit Erträgen von 716,2 Millionen Euro und Aufwendungen in Höhe von 711,6 Millionen Euro ab. Das ordentliche Ergebnis liegt somit bei 4,7 Millionen Euro (geplant: -19,6 Millionen Euro) im positiven Bereich. Durch ein Plus im außerordentlichen Ergebnis (2,4 Millionen Euro) beläuft sich das Gesamtjahresergebnis auf plus 7,1 Millionen Euro (geplant: -19,5 Millionen Euro).
(Text: PM Stadt Offenbach)


