Stadt Frankfurt und koreanisches Generalkonsulat feiern den 60. Jahrestag des Anwerbeabkommens für koreanische „Krankenschwestern“

Zum Abschluss der 60-Jahr-Feier im Stadthaus sang der Koreanische Chor Frankfurt das Lied „An der schönen blauen Donau“. (Foto: Salome Roessler)

Was müssen diese jungen Frauen alles erduldet haben: Sie kamen in ein fremdes Land mit völlig fremder Sprache und Kultur, weit weg von der Heimat im fernen Asien. Und dennoch verrichteten sie immer freundlich ihren Dienst. 128 „Krankenschwestern“ – der Begriff wurde als Selbstbezeichnung gewählt und ist historisch sowie kulturell in diesem Kontext bedeutsam – aus Korea landeten Anfang 1966 in Frankfurt, um in hiesigen Krankenhäusern zu arbeiten. Den 60. Jahrestag dieses Ereignisses feierten am Mittwoch, 17. Juni, das koreanische Generalkonsulat und die Stadt Frankfurt im Stadhaus am Dom.


Die koreanischen „Krankenschwestern“ seien „Pionierinnen; sie gingen Wege, die zuvor noch niemand gegangen ist“, sagte die koreanische Generalkonsulin Eunjeong Kim. Die Anwerbung der ausgebildeten Fachkräfte habe „das Fundament der deutsch-koreanischen Freundschaft gelegt“. Frankfurt habe die „Krankenschwestern“ mit offenen Armen empfangen.

„Wenn wir heute auf 60 Jahre koreanische Arbeitsmigration zurückblicken, dann sehen wir eine Erfolgsgeschichte. Aber wir sehen auch eine Geschichte von Entbehrungen, von Beharrlichkeit und von persönlichem Mut“, sagte Bürgermeisterin und Diversitätsdezernentin Nargess Eskandari-Grünberg. Ihre Geschichte habe gezeigt, „wie wichtig es ist, Menschen in Frankfurt willkommen zu heißen“.

Die Frauen hätten Frankfurt mitgestaltet, sagte Eskandari-Grünberg weiter. „Viele von Ihnen sind geblieben. Sie haben Familien gegründet. Kinder und Enkelkinder großgezogen. Sie wurden Frankfurterinnen.“ Migration sei keine Randnotiz der Frankfurter Stadtgeschichte, sondern eine ihrer tragenden Säulen.

Bürgermeisterin Nargess Eskandari-Grünberg (links) überreichte Young-Ja Lee (Mitte), der Witwe des Kinderarztes Sukil Lee, in Anerkennung von dessen Initiative für die Anwerbung der koreanischen Krankenschwestern eine Porzellandose. Mit dabei auch deren Sohn Stephan Lee (2.v.r.), die koreanische Generalkonsulin Eunjeong Kim (rechts) und der stellvertretende Stadtverordnetenvorsteher Robert Lange. (Foto: Salome Roessler)

Initiator des Anwerbeabkommens für koreanische „Krankenschwestern“ war der 2023 verstorbene Mainzer Kinderarzt Sukil Lee. Anlässlich des Jubiläums erhielt er von der koreanischen Regierung posthum den Titel „Auslandskoreaner des Monats“. Seiner Witwe Young-Ja Lee überreichte Eskandari-Grünberg als Anerkennung eine Porzellandose mit eingravierter Paulskirche.

Die koreanischen „Krankenschwestern“ seien „zivile Botschafterinnen ihres Landes gewesen“, sagte So-Hyang Schwerdfeger vom „Verein koreanischer Krankenschwestern und Krankenpflegehelferinnen in Deutschland“. „Sie haben mit ihrem Mut eine Ära geprägt.“ Die „Krankenschwestern“ hätten sich „auf dieser wahrlichen nicht einfachen Reise“ gegenseitig Halt gegeben, sagte Hwa-Ja Park, die 1966 zu der Gruppe gehörte. Sie wünsche sich, „dass wir uns in zehn Jahren an diesem Ort gesund und munter wiedersehen.“

(Text: PM Stadt Frankfurt)