
„Wir werden nichts ganz Großes machen“, sagt Andreas Kropp und beantwortet damit gleich zu Beginn die Frage nach möglichen (öffentlichen) Jubiläumsfeierlichkeiten des VfL Münster. Vor 50 Jahren wurde der Mehrspartenverein gegründet, exakt am 16. Oktober 1976. Ein halbes Jahrhundert später ist beim VfL vieles im Lot und eine Abteilung aktuell sogar stärker denn je. Zugleich sind die Münsterer zum „Runden“ nicht ganz sorgenfrei.
„Der VfL steht gesund und stabil da“, betont Kropp, der neben Andreas Ache und Ingo Göller einer von drei gleichberechtigten Vorsitzenden des „Vereins für Leibesübung“ mit seinen Sparten Triathlon, Leichtathletik, Volleyball und Breitensport ist. Dies macht er zum einen an der personellen Lage mit vielen lizenzierten Trainern und zum anderen an der finanziellen Situation fest. Letztere ist solide, muss dies angesichts externer Entwicklungen just in diesen Wochen aber wieder beweisen: Denn mit seinen Triathleten ist der VfL Münster einer der größten Mieter von Wasserzeiten im Dieburger Hallenbad – und dort hat der Wassersportverein als Eigentümer der wichtigen Freizeitstätte gerade eine erneute Erhöhung der Bahnmiete beschlossen. Es ist nicht die erste seit Inbetriebnahme des WSV-Sportbads vor fünf Jahren; für den VfL ist es auch wegen des noch länger geschlossenen Münsterer Hallenbads und eines Hallenbad-Mangels im Ostkreis insgesamt längst alternativlos geworden. Die neuste Erhöhung bedeute jährliche Zusatzausgaben von rund 4.000 Euro, rechnet Kropp vor. Unterm Strich geben die Münsterer pro Jahr damit fast 50.000 Euro fürs Schwimmtraining in Dieburg aus.
Dennoch schätze man das Bad sehr, „und auch die Zusammenarbeit mit dem neuen Vorstand des Dieburger Wassersportvereins ist sehr angenehm“, sagt Kropp. Weniger angenehm sei, dass man die hohen Kosten durchweg aus eigener Kraft stemmen müsse, über Beiträge der Mitglieder, Zuwendungen von Sponsoren und Einnahmen aus Veranstaltungen. „Von der Gemeinde Münster würden wir uns für die Bahnmiete einen Zuschuss wünschen“, sagt Kropp, der hierin auch eine stärkere Würdigung der Vereinsarbeit sähe. Schließlich kümmere man sich nicht nur um viele Kinder und Jugendliche vom Breiten- bis zum Spitzensport-Niveau, sondern mausere sich auch zum sportlichen Aushängeschild der Gemeinde.
Das ist nicht zu hoch gegriffen: Just im Jubiläumsjahr 2026 starten die Triathlon-Männer erstmals in der 1. Bundesliga. Die Frauen haben sich zudem in der 2. Bundesliga etabliert. Athleten wie Christian Ache und Lukas Bugar machen im Juniorenbereich auch solo auf sich aufmerksam. Kurzum: So gut wie jetzt stand der Triathlon als prominenteste VfL-Abteilung (der übrigens auch alle drei Vorsitzende entstammen) noch nie da.
Das ermöglicht dem Verein auch eine gewisse finanzielle Absicherung: „Es ist einfacher, Sponsoren für die Bundesliga zu gewinnen als für die Veranstaltungen“, weiß Kropp. Der bekannte „Moret-Triathlon“ des VfL, diesmal am 30. August, bleibt als Anker dennoch gesetzt. Anders als der vor einigen Jahren eingestellte „Gersprenzlauf“, für den sich kein Comeback abzeichnet.
Im Saft stehen zum 50-Jährigen auch die anderen Abteilungen des fast 500 Mitglieder großen VfL. Die Leichtathleten übernehmen die wichtige Ausbildung im Elementarbereich; die Volleyballer (in einer Spielgemeinschaft mit dem TV Dieburg) wuchsen zuletzt; und zum Breitensport der Münsterer gehören die Badminton- und die Gymnastik-Gruppe ebenso wie die „Wandertrolle“.
(Text: jedö)
