Darmstadt/LaDaDi: Gemeinsamer Wachstumsplan 2035

Blick auf Darmstadt. (Foto: Muck - Own work, CC BY-SA 4.0)

Oberbürgermeister Hanno Benz und Landrat Klaus Peter Schellhaas: “Die Zukunft unserer Region endet nicht an Verwaltungsgrenzen”

Wer morgens in Groß-Umstadt oder Weiterstadt in den Bus steigt, in Darmstadt arbeitet, am Nachmittag ein Sportangebot im Landkreis nutzt und abends eine Kulturveranstaltung in der Stadt besucht, erlebt jeden Tag, was längst Realität ist: Darmstadt und Darmstadt-Dieburg bilden eine gemeinsame Lebensregion.


Wie diese Region in Zukunft wachsen und lebenswert bleiben kann, wollen die Wissenschaftsstadt Darmstadt und der Landkreis Darmstadt-Dieburg nun gemeinsam gestalten. Mit dem Start des Wachstumsplans 2035 beginnt ein breit angelegter Zukunftsprozess, der Antworten auf die zentralen Fragen der kommenden Jahre geben soll – von bezahlbarem Wohnraum über Mobilität und Klimaschutz bis hin zu Wirtschaft, Bildung, Kultur, Sport und sozialer Infrastruktur.

„Für die Menschen macht es keinen Unterschied, an welcher Verwaltungsgrenze ein Problem oder eine Chance liegt. Sie erwarten zu Recht gute Verkehrsverbindungen, ausreichend Wohnraum, starke Bildungsangebote ein attraktives Wohnumfeld und eine hohe Lebensqualität in der gesamten Region“, sagt Darmstadts Oberbürgermeister Hanno Benz.

„Deshalb wollen wir die Zukunft unserer Stadtregion gemeinsam planen. Der Wachstumsplan soll Orientierung geben, konkrete Projekte ermöglichen und vor allem den Menschen zugutekommen, die hier leben und arbeiten.“

Auch Landrat Klaus Peter Schellhaas sieht in der engen Zusammenarbeit einen entscheidenden Schlüssel für die Entwicklung der Region: „Unsere Städte und Gemeinden sind wirtschaftlich, gesellschaftlich und räumlich eng miteinander verbunden. Viele Herausforderungen lassen sich heute nicht mehr isoliert lösen. Mit dem Wachstumsplan schaffen wir einen gemeinsamen Rahmen, damit Wachstum, Lebensqualität und Nachhaltigkeit auch künftig Hand in Hand gehen.“

Auf bewährter Zusammenarbeit aufbauen

Der Wachstumsplan startet nicht bei null. Darmstadt und Darmstadt-Dieburg arbeiten bereits in vielen Bereichen erfolgreich zusammen.

Künftig soll das entlang drei zentraler Weichenstellungen geschehen. Der Plan sucht Antworten darauf, wie Darmstadts Stärke als Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort weiter ausgebaut werden kann – mit den richtigen Flächen für Gewerbe und Forschung, einer gezielten Fachkräftebindung und einer Siedlungsstruktur, die Wohnen und Arbeiten sinnvoll verknüpft. Daneben steht die Frage, wie Schulen, Kitas, Nahverkehr, Wohnungsbau und digitale Infrastruktur im Takt des Wachstums mithalten können – als gemeinsame Aufgabe, die Lasten fair verteilt und Ressourcen bündelt.

So wird derzeit die Mobilität der Zukunft gemeinsam gedacht. Mit dem gemeinsamen Nahverkehrsplan und der abgestimmten Verkehrsentwicklungsplanung verfolgen Stadt und Landkreis das Ziel, den öffentlichen Nahverkehr weiter zu stärken, Wege besser zu vernetzen und den Menschen attraktive Alternativen zum Auto anzubieten. Für Pendlerinnen und Pendler, Schülerinnen und Schüler sowie Familien bedeutet das langfristig bessere Verbindungen, mehr Verlässlichkeit und eine höhere Mobilität in der gesamten Region.

Auch bei der Daseinsvorsorge zeigt sich, wie wichtig regionale Zusammenarbeit geworden ist. Ob Kinderbetreuung, Schulen, Gesundheitsversorgung, soziale Infrastruktur oder Angebote für ältere Menschen – viele Einrichtungen werden täglich von Menschen aus Stadt und Landkreis gleichermaßen genutzt. Der Wachstumsplan soll helfen, diese Angebote langfristig bedarfsgerecht weiterzuentwickeln und dort auszubauen, wo die Region wächst.
Gleiches gilt für Sport und Kultur. Vereine, Sportstätten und kulturelle Einrichtungen wirken längst über kommunale Grenzen hinaus. Die gemeinsame Sportentwicklung in der Region verfolgt das Ziel, Sportangebote für alle Generationen zu sichern und bedarfsgerecht auszubauen. Der regionale Rahmenplan Kultur stärkt die Zusammenarbeit von Kultureinrichtungen und Kommunen und trägt dazu bei, kulturelle Teilhabe und kulturelle Vielfalt in der gesamten Region zu fördern.

„Die Menschen profitieren ganz konkret davon, wenn wir unsere Planungen stärker aufeinander abstimmen“, betonen Benz und Schellhaas. „Denn gute Lebensqualität entsteht dort, wo Wohnen, Arbeiten, Mobilität, Freizeit und Kultur zusammen gedacht werden.“

Wachstum aktiv gestalten statt nur darauf zu reagieren

Die Wissenschaftsstadt Darmstadt gehört zu den dynamischsten Wissenschafts- und Wirtschaftsstandorten Deutschlands. Auch der Landkreis Darmstadt-Dieburg wächst und entwickelt sich kontinuierlich weiter. Diese Entwicklung schafft Arbeitsplätze, Innovationskraft und Wohlstand. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Wohnraum, Verkehrsinfrastruktur, Energieversorgung und den Schutz von Klima und Freiräumen.

Die überdurchschnittlich guten Möglichkeiten für Studium, Ausbildung und Berufseinstieg in der Wissenschaftsstadt Darmstadt entfalten eine große Anziehungskraft. Dies zeigt sich am außerordentlich hohen Anteil von Menschen im Alter von 18 bis 34 Jahren an der Gesamtbevölkerung, und am bundesweit herausragenden Prozentsatz hochqualifizierter Beschäftigter in der Stadt. Diese Faktoren sind die Ursache, warum Vorausberechnungen über eine absinkende Bevölkerungszahl, wie schon in der Vergangenheit, nicht zutreffen werden. Diese Berechnungen unterschätzen die Strahlkraft von Darmstadts Wissenschaft und Wirtschaft.

„Wachstum ist eine Chance, wenn es aktiv gestaltet wird“, sagen Oberbürgermeister Benz und Landrat Schellhaas. „Unser gemeinsames Ziel ist eine Region, in der auch kommende Generationen gut leben können – mit bezahlbaren Wohnungen, attraktiven Arbeitsplätzen, einer leistungsfähigen Infrastruktur und einer intakten Umwelt.“

Vier Schritte zur Stadtregion 2035

Der Wachstumsplan entsteht in vier aufeinander aufbauenden Bausteinen:
Bestandsanalyse: Bestehende Konzepte und Planungen werden ausgewertet und mit aktuellen Entwicklungen abgeglichen.

Leitbild Stadtregion 2035: Gemeinsam werden Ziele für Wohnen, Mobilität, Wirtschaft, Freiräume, Kultur, Sport und Klimaschutz entwickelt.

Maßnahmenprogramm: Aus den Zielen entstehen konkrete Projekte und Prioritäten für die kommenden Jahre.

Kooperationskonzept: Die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaftsstadt und Landkreis wird dauerhaft und verbindlich weiterentwickelt.

Zwei Wachstumskonferenzen haben den Weg bereitet

Der Wachstumsplan knüpft an einen bereits begonnenen Dialogprozess an. Mit den Wachstumskonferenzen 2024 und 2025 haben Wissenschaftsstadt und Landkreis gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft erstmals einen regionalen Zukunftsdialog angestoßen.
Dabei wurde deutlich: Die großen Zukunftsfragen der Region – von Wohnen über Mobilität bis hin zu Gewerbeflächen und Klimaanpassung – lassen sich nur gemeinsam beantworten. Die Ergebnisse dieser Konferenzen bilden eine wichtige Grundlage für den nun beginnenden Planungsprozess.

Die Menschen der Region sind eingeladen mitzugestalten

Ein zentrales Element des Wachstumsplans ist die Beteiligung der Öffentlichkeit.
Bürgerinnen und Bürger können ihre Ideen, Erfahrungen und Anregungen in unterschiedlichen Formaten einbringen. Darüber hinaus werden Oberbürgermeister Benz und Landrat Schellhaas den direkten Austausch in Stadtteilen, Quartieren und Kommunen suchen.

Begleitet wird der Prozess durch ein regionales Fachforum mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verbänden und Zivilgesellschaft.
„Die Zukunft unserer Region kann nur gemeinsam entwickelt werden“, sagen Benz und Schellhaas. „Deshalb laden wir alle Menschen ein, ihre Perspektiven und Ideen einzubringen. Denn die besten Lösungen entstehen dort, wo viele Erfahrungen und Blickwinkel zusammenkommen.“

Zeitplan bis Herbst 2027

Nach dem jetzt erfolgten Projektstart folgen im weiteren Jahresverlauf die ersten Sitzungen des Fachforums sowie öffentliche Veranstaltungen zur Entwicklung des Leitbilds. Weitere Wachstumskonferenzen werden die Zwischenergebnisse diskutieren und die öffentliche Debatte begleiten.

Die Fertigstellung des Wachstumsplans 2035 ist für Ende 2027 vorgesehen. Anschließend werden Leitbild und Maßnahmenprogramm in den politischen Gremien von Wissenschaftsstadt Darmstadt und Landkreis Darmstadt-Dieburg beraten und beschlossen.

Weitere Informationen zum Prozess und zu den Beteiligungsmöglichkeiten finden Interessierte unter www.darmstadt.de/wachstumsplan.

(Text: PM Wissenschaftsstadt Darmstadt)