Schulen stärken: Gewaltprävention mit „Offenbacher Methodenkoffer“

(Symbolbild: Duo Nguyen auf Unsplash)

Fördervolumen von über 70.000 Euro im Jahr 2025

Gemeinschaft kann herausfordernd sein, das gilt besonders für die Schule, in der Kinder und Jugendliche unterschiedlicher Altersklassen, Voraussetzungen und sozialer und kultureller Hintergründe aufeinander treffen. Angst vor Mitschülern oder Klassenarbeiten, empfundene Ungerechtigkeit in der Benotung, Überforderung, Konzentrationsprobleme oder familiäre Herausforderungen sind keine Seltenheit und äußern sich manchmal in aggressivem Verhalten und manchmal auch mit Rückzug. Deshalb hat die Stadt Offenbach am Main gemeinsam mit dem Förderverein Sicheres Offenbach (FVSOF e.V.) 2005 den „Methodenkoffer“ auf den Weg gebracht, in dem verschiedene Instrumente in Form von Projekten zur Verbesserung des Schulklimas und der Sozialkompetenz von Schülerinnen und Schülern enthalten sind. Erklärtes Ziel des gemeinsamen Engagements ist die Gewaltprävention, die in unterschiedlichen Projekten umgesetzt wird. 15 Schulen hatten im vergangenen Jahr erfolgreich Mittel aus dem Methodenkoffer beantragt, insgesamt wurden unter Federführung des Jugendamts 31 Projekte mit einem Gesamtvolumen von rund 71.000 Euro in Gewaltprävention, Stärkung der Konfliktkompetenz und die Etablierung eines positives Lernumfeldes umgesetzt. Die bewilligten Mittel für das Jahr 2025 setzten sich zusammen aus 46.824 Euro aus dem Budget des Jugendamtes sowie 24.180 Euro Fördermittel des FVSOF e.V.


Hoher Bedarf an Präventionsarbeit

Rund 18.800 Schülerinnen und Schüler werden aktuell an den insgesamt 24 allgemeinen und beruflichen Schulen in Offenbach unterrichtet. „Die hohe Beteiligung der Schulen am „Methodenkoffer“ unterstreicht den Bedarf an präventiven Angeboten“, erklärt Bürgermeisterin Sabine Groß, „dem versuchen wir mit einer breiten Palette an Themen, die auf die Bedürfnisse an den Schulen zugeschnitten sind, zu begegnen.“

Dazu gehörten neben Angeboten zur Stärkung von gewaltfreien Konfliktlösungen, Workshops zum Umgang mit sexualisierter Gewalt und Grenzüberschreitungen, auch Kunst-, Theater- und Sportprojekte. Neu hinzugekommen sind in 2025 zwei Module zur Cannabisprävention und Zivilcourage. So klärt das in Kooperation mit dem Suchthilfezentrum Wildhof durchgeführte Projekt „Cannabisprävention an Schulen“ über die Wirkungen und Risiken von Cannabis auf. In dem Modul „Alltagshelden – Workshop für Zivilcourage“ lernen Kinder und Jugendliche alternative und gewaltfreie Lösungsstrategien für Konfliktsituationen kennen und erproben. Der Workshop wird von Teamern des Tuğçe Albayrak e.V. durchgeführt, der sich nach dem tragischen Tod der 23-jährigen gründete. Die junge Frau wurde 2014 auf einem Offenbacher Parkplatz attackiert, als sie sich für Jugendliche einsetzte und erlag zwei Wochen später ihren Verletzungen.

Evaluation und Ausblick 2026

Die Evaluation der durchgeführten Projekte bestätigt die Herangehensweise des „Methodenkoffers“: So wurden 26 von 29 evaluierten Projekten mit „sehr zufrieden“ bewertet und sprachen sich 27 Schulen eindeutig für eine Fortsetzung der Projekte aus. Insgesamt profitierten 2.296 Schülerinnen und Schüler, 194 Eltern sowie 120 Lehr- und Fachkräfte direkt von den Angeboten.

Für das laufende Jahr 2026 liegen Anträge von 17 Offenbacher Schulen für die Förderung von 31 Projekten mit einem Volumen von 69.780 Euro vor. „Es freut uns mitteilen zu können, dass der Förderverein auch in diesem Jahre 22.320 Euro bereitstellen kann, um dieses einzigartige Programm erfolgreich weiterzuführen“, erklärt Erik Geisler, Amtsgerichtspräsident und Vorsitzender des Fördervereins. „Gleichzeitig möchte ich aber auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Jugendamtes für ihre langjährige, äußerst engagierte Arbeit danken. Durch diese enge Kooperation konnten seit 2005 fast 40.000 Schülerinnen und Schüler mit Präventionsmaßnahmen erreicht werden.“

Zehra Ergi, Projektleitung und Koordinatorin des Offenbacher Methodenkoffers, ergänzt: „Der Offenbacher Methodenkoffer ermöglicht den Schulen mit seinem niederschwelligen Antragsverfahren die Finanzierung von wichtigen Projekten, die die sozialen Kompetenzen von Kindern und Jugendlichen stärken und zu einem besseren Schulklima beitragen. „Die hohe Zufriedenheit und die Vielzahl der Anträge bestätigen uns in unserem Ansatz und motivieren uns, dieses wichtige Programm kontinuierlich weiterzuentwickeln.“

Über den Förderverein Sicheres Offenbach (FVSOF e.V.)

Der FVSOF e.V. engagiert sich seit seiner Gründung 2002 für die Erhöhung der Sicherheit in Offenbach und unterstützt Projekte und Initiativen, die zur Kriminalprävention und Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements beitragen. Durch die Finanzierung weiterer Präventionsprojekte neben dem Methodenkoffer, wie den nahezu flächendeckend an Offenbacher Schulen stattfindenden Kompetenztrainings des People‘s Theaters, konnten zusätzlich mehr als 16.000 Schülerinnen und Schüler erreicht werden.

(Text: PM Stadt Offenbach)