Kreisjugendfeuerwehrtag in Münster: 600 junge Brandschützer trotzen der Hitze

Bei der Leistungsspanne war im Münsterer Gersprenzstadion unter anderem ein Löschangriff aufzubauen. (Foto: jedö)

Eine gewisse Hitzeresistenz gehört bei Feuerwehrleuten praktisch zur Jobbeschreibung. Insofern war es folgerichtig, dass das Extremwetter der vergangenen Tage dem Kreisjugendfeuerwehrtag in Münster keinen vollständigen Abbruch tat. Ganz ohne Auswirkungen auf die Großveranstaltung mit Zeltlager an der Altheimer Straße sowie hochkarätigen Nachwuchsprüfungen im Gersprenzstadion blieben die sehr hohen Temperaturen von Freitag bis Sonntag allerdings nicht. Dies zeigte sich schon an der Teilnehmerzahl.


Ursprünglich hatten 45 Jugendfeuerwehren aus den 23 Landkreis-Kommunen und ihren Ortsteilen die Teilnahme von 740 Kindern und Jugendlichen angemeldet. In den Tagen vor der Veranstaltung sagten einige Wehren unter Verweis auf die äußeren Bedingungen jedoch ab – zu heiß. „Das verstehen wir“, sagte am Samstag Michael Sühl, Sprecher der Freiwilligen Feuerwehr Münster, deren Jugendfeuerwehr in diesem Jahr 50 wird und sich dem Großereignis aus diesem Anlass gemeinsam mit der Altheimer Jugendfeuerwehr als Ausrichter zur Verfügung stellte. Letztlich belief sich der Aderlass auf rund 140 junge Feuerwehrleute – womit noch immer 600 Kinder und Jugendliche mit von der Partie waren.

Mit verschiedenen Maßnahmen reagierten sowohl die Gastgeber als auch die einzelnen Wehren auf die Gegebenheiten. So waren auf dem Zeltplatz nicht nur zahlreiche Plantschbecken und besonders viele schattenspende Pavillons zu sehen, aufgebaut in der Regel schon am Donnerstagabend von den Betreuern. „Wir haben zum Beispiel unsere Kreisregner aufgestellt“, berichtete Tjark Schoeltzke, einer der Betreuer der Münsterer Jugendfeuerwehr und am Wochenende verantwortlich für die Leistungsspange. Auch bei der Abnahme dieser höchsten Auszeichnung im deutschen Jugendfeuerwehrwesen zollte man den sich anbahnenden 40 Grad im Schatten Tribut.

Jene Staffeln aus sechs beziehungsweise Gruppen aus neun Personen, die sich dieser Prüfung stellten, durften am Samstag früher als geplant starten. Schon um 8 Uhr begannen im und am Stadion die Aufgaben: Neben einem Staffellauf und Kugelstoßen mit bestimmten Anforderungen und entsprechender Punktevergabe war für die 15- bis 18-jährigen Teilnehmer insbesondere ein Löschangriff aufzubauen. „Dies soll zügig geschehen, es geht hierbei aber weniger um die Zeit als um die Genauigkeit“, erläuterte Schoeltzke. „Wichtig ist, dass vorn Wasser rauskommt!“ Bei einer Schnelligkeitsübung mussten zudem Schläuche ausgeworfen und angekuppelt werden.

Den theoretischen Teil verlegte man kurzerhand von der Kulturhalle in den Keller des Feuerwehrhauses. Ein Münsterer Team war diesmal nicht dabei; unter den derzeit 38 Mitgliedern der Nachwuchsfeuerwehr (plus noch einmal 19 in Altheim) sind derzeit nur wenige Jugendliche im entsprechenden Alter. Generell handelt es sich bei der Leistungsspange um eine rein freiwillige Sache, die gezieltes Training über die normalen Gruppenstunden hinaus erfordert.

Zudem strich man die für Samstagnachmittag geplanten Vereinsangebote. Unter anderem hätte bei der DJK Münster gekegelt werden sollen. Stattdessen fuhren die meisten Teilnehmer in die Freibäder nach Dieburg und Babenhausen. Auch dort ließ sich festigen, worauf es beim Kreisjugendfeuerwehrtag unter anderem ankommt. Schoeltzke: „Ganz wichtig dabei ist, die Freundschaft unter den Feuerwehren zu stärken. Bei gemeinsamen Einsätzen müssen sie sich später ja auch verstehen!“

(Text: jedö)