Die anhaltend hochsommerlichen Temperaturen belasten nicht nur die Menschen, sondern setzen auch der Vegetation im öffentlichen Grün erheblich zu. Hohe Temperaturen in Verbindung mit langanhaltenden Trockenphasen stellen insbesondere Bäume, Wiesen und Pflanzungen vor große Herausforderungen. Das Grünflächenamt Frankfurt begegnet dieser Situation mit einer ressourcenschonenden Bewässerungsstrategie und setzt dabei verstärkt auf den Einsatz von Betriebswasser, um wertvolles Trinkwasser zu schonen.
Die Auswirkungen von Dürreperioden zeigen sich häufig nicht unmittelbar, sondern erst Jahre später. Absterbende Bäume sind oftmals Spätfolgen vergangener Trockenereignisse. Grundsätzlich können gesunde und gut versorgte Bäume mit hohen Temperaturen umgehen. Sie regulieren ihre Photosyntheseleistung, schließen ihre Blattöffnungen zum Schutz vor Austrocknung und reduzieren durch den Abwurf von Blättern die Verdunstung. Problematisch wird es jedoch bei Temperaturen von über 40 Grad Celsius sowie an stark versiegelten und sonnigen Standorten, an denen sich Hitze besonders intensiv entwickelt.
Trotz der Bewässerungsmaßnahmen führt die anhaltende Hitze dazu, dass auch etablierte Altbäume ein wenig vitales Erscheinungsbild aufweisen. Der Wunsch vieler Bürgerinnen und Bürger, diese Bäume zusätzlich zu bewässern, ist verständlich. Eine flächendeckende Wasserversorgung des Altbaumbestandes ist jedoch weder praktikabel noch zielführend. Die wasseraufnehmenden Feinwurzeln älterer Bäume befinden sich häufig weit entfernt vom Stamm und liegen oftmals unter befestigten Flächen. Wasser, das direkt am Stamm ausgebracht wird, erreicht diese Wurzeln in der Regel nicht.
Aus diesem Grund konzentriert das Grünflächenamt seine Bewässerungsmaßnahmen auf Neupflanzungen. Jungbäume werden während der ersten fünf Standjahre regelmäßig versorgt, um ein sicheres Anwachsen zu gewährleisten. In der Regel erfolgt die Bewässerung alle 14 Tage, bei anhaltender Hitze und Trockenheit bei Bedarf auch wöchentlich. Jeder Baum erhält dabei rund 200 Liter Wasser pro Bewässerungsgang. Der wöchentliche Bewässerungsrhythmus während Hitzephasen ist mit einem erheblichen personellen und logistischen Aufwand verbunden.
Altbäume, die von Patinnen und Paten gewässert werden, müssen jedoch nicht auf ihre gewohnten Wassergaben verzichten, denn bei regelmäßiger Wässerung stellt sich der Baum auf das willkommene Nass ein und bildet neue Saugwurzeln. Dabei sollte Staunässe vermieden werden, da diese dem Baum den ebenfalls lebensnotwendigen Sauerstoff im Boden nimmt.
Wiesen werden grundsätzlich nicht bewässert, sofern es sich nicht um Neueinsaaten unter trockenen Bedingungen handelt. Auch Staudenpflanzungen erhalten lediglich während ihrer Anwachsphase zusätzliche Wassergaben. Die verwendeten Wiesen- und Staudenmischungen sind gezielt auf Trockenheitsresistenz ausgelegt und kommen mit vergleichsweise wenig Wasser aus.
Um das Stadtgrün langfristig widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels zu machen, schafft das Grünflächenamt bei Neupflanzungen – sofern die räumlichen Gegebenheiten und vorhandene Versorgungsleitungen dies zulassen – verbesserte Standortbedingungen, beispielsweise durch ausreichend große Baumbeete (auf versiegelten Flächen). Darüber hinaus kommen zunehmend hitze- und trockenheitsverträgliche Baumarten und Gehölze zum Einsatz.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem nachhaltigen Umgang mit Wasserressourcen. Das Grünflächenamt verwendet verstärkt Betriebswasser aus permanenten Grundwasserhaltungen, aufbereitetes Main-, Tiefbrunnen- sowie Oberflächenwasser aus Zisternen. Ziel ist es, den Einsatz von Trinkwasser auf das notwendige Maß zu begrenzen. Hierfür werden kontinuierlich neue Betriebswasserquellen erschlossen, Zisternen errichtet und die Zusammenarbeit mit der Stadtentwässerung sowie weiteren städtischen Ämtern ausgebaut. Auch wenn die flächendeckende Nutzung von Betriebswasser derzeit noch nicht möglich ist, wird dieses System kontinuierlich weiterentwickelt.
(Text: PM Grünflächenamt Frankfurt am Main)


