Der Juni startete für die Stadtpolizei Offenbach mit einer Gefahrgutkontrolle, bei der 35 Fahrzeuge und Fahrer in Augenschein genommen wurden. Darunter ein rauchender Fahrer, der Gasflaschen transportierte. Im Laufe des Monats gab es mehrere Einsätze, um Tieren zu helfen. Darunter Enten und Nilgänse, die mit ihren Küken auf der Straße unterwegs waren, ein ausgesetzter Hund und freilaufende Pferde.
Ruhestörungen
Im Juni meldeten Bürgerinnen und Bürger zwischen 26 und 46 Ruhestörungen pro Woche in Gaststätten, Privathäusern und auf öffentlichen Plätzen.
Hilflose Personen
Die Stadtpolizei wird regelmäßig zu hilflos wirkenden Menschen gerufen. Im Juni waren das zwischen vier und 16 Personen pro Woche. Einige davon hatten zu viel Alkohol getrunken und waren so in eine hilflose Lage geraten.
Verkehr
Die Verkehrspolizei kontrollierte pro Woche an bis zu 29 verschiedenen Orten die Geschwindigkeit und leitete pro Woche im Schnitt rund 196 Verfahren wegen Überschreitens der Höchstgeschwindigkeit ein.
Besonders viele Knöllchen wegen Falschparkens gab es in der zweiten Juniwoche, es waren 1.032. Bis zu 47 Fahrzeuge pro Woche wurden aufgrund erheblicher Verkehrsbehinderungen abgeschleppt. Besonders viele waren es in der dritten Juniwoche aufgrund des Mainuferfestes.
Für die Zulassungsstelle Offenbach wurden 157 Fahrzeuge zur zwangsweisen Abmeldung erfasst. Dies betrifft in der Regel Fahrzeuge, für welche die Versicherung oder die Steuer nicht gezahlt wurde oder die aufgrund erheblicher Mängel nicht mehr verkehrssicher sind.
Anfang Juni gab es eine Kontrolle von LKWs und Transporter auf Ladungssicherheit, Gefahrgut und Fahrzeugtechnik. Die Stadtpolizei kontrollierte zusammen mit einem Gefahrgutbeauftragten 35 Fahrzeuge. Sie stellten 20 Mängel und Beanstandungen fest, leiteten zwölf Verfahren ein, hinzu kamen zwei Bußgeldverfahren wegen Verstößen im Gefahrguttransport. Besonders kritisch war ein Transport von Gasflaschen mit mangelhafter Ladungssicherung. Der Fahrer rauchte während der Ladearbeiten. Dies ist deswegen sehr gefährlich, weil ein Acetylen-Luft-Gemisch in einem geschlossenen Ladeabteil bereits unter 100 Grad Celsius eine extrem explosive Mischung bilden kann. Der Mann durfte nicht weiterfahren.
Streifendienst und Gefahrenabwehr
Im Juni hatte die Stadtpolizei einige tierische Einsätze: In der ersten Woche fuhr eine Streife zu einer Frau, die von einem Hund gebissen worden war. Sie hatte tiefe Bisswunden, deswegen rief die Streife einen Rettungswagen. Währenddessen erzählte die Frau, dass sie sich aufgrund der bissigen Hunde des Nachbarn kaum aus dem Haus traue. Die Streife ließ sich vom Nachbarn die Hunde zeigen. Da diese tatsächlich sehr aggressiv waren, informierte sie umgehend die Fachabteilungen.
In der zweiten Juniwoche waren Nilgänse mit mehreren Küken am Marktplatz in Richtung Waldstraße unterwegs. Dabei liefen die Tiere mehrfach auf die Fahrbahn und gefährdeten sich selbst und den Verkehr. Eine Streife begleitete und sicherte die Tiere zu Fuß, flankiert von einem Streifenwagen. Die Tiere suchten sich eigenständig ihren Weg bis zum Martin-Luther-Park. Am Folgetag fiel eine Nilgansfamilie im Bereich des Busbahnhofes auf. Auch hier gefährdeten sich die Tiere selbst und behinderten den Busverkehr. Eine Streife begleitete die Tiere zu Fuß, sodass sich diese ihren Weg bis zum Main suchen konnten.
In der gleichen Woche wurde ein mutmaßlich ausgesetzter Hund in der Strahlenbergerstraße gefunden. Er war angeleint in einem Gebüsch. Die Tierrettung der Feuerwehr brachte ihn ins Tierheim.
Auch freilaufende Pferde am Mainzer Ring beschäftigten die Stadtpolizei. Das hinzugezogene Veterinäramt informierte, dass Pferde an der Örtlichkeit grundsätzlich erlaubt seien, allerdings nur mit entsprechender Sicherung. Der Pferdehalter sicherte schließlich die Pferde.
In der ersten Juniwoche kam für einen Mann jede Hilfe zu spät. Nachbarn meldeten ihn als vermisst. Als eine Streife vor Ort eintraf, nahm sie leichten Verwesungsgeruch wahr. Der Mann lag tot auf seinem Sofa.
Alkohol, Drogen und Aggressionen waren im Juni ebenfalls an der Tagesordnung. Anfang Juni stieß eine Streife auf ein streitendes Paar. Die Frau war betrunken und verhielt sich aggressiv, sie schubste den Mann. Die Streife trennte die zwei voneinander und forderte die Frau auf, nach Hause zu gehen. Sie willigte erst ein, als die Streife ihr mit Polizeigewahrsam drohte. Unvermittelt drehte sie sich um, schlug und trat auf den Mann ein. Als die Stadtpolizisten eingriffen, trat sie einem von ihnen gegen das rechte Bein. Die Streife fixierte sie. Ein Atemalkoholtest ergab einen Wert von 1,44 Promille. Die Einsatzkräfte begleiteten sie schließlich nach Hause. Strafanzeigen wurden gefertigt.
In einer Bar pöbelten vier junge Männer die Betreiberin an und weigerten sich den Ort zu verlassen. Einer von ihnen hatte eine größere Menge an Bargeld und Betäubungsmittel dabei. Die eingesetzte Streife fand zudem Utensilien zum Betäubungsmittel-Handel und in Aluminiumfolie eingewickeltes Rauschgift, mutmaßlich Haschisch, sowie einen Autoschlüssel. Der Mann gab an, er habe sein Auto zuhause abgestellt. Tatsächlich stand es aber gegenüber der Bar. Die Streife zog den Autoschlüssel ein, da der Mann deutlich berauscht wirkte. Zudem informierte sie die Landespolizei, da der Verdacht bestand, dass der Mann mit Drogen handelt. Tatsächlich wurden im Auto noch mehr Rauschmittel gefunden sowie 25 elektronische Vapes. Die Landespolizei beschlagnahmte die Drogen und leitete strafprozessuale Maßnahmen ein. Die illegalen Vapes kamen zum entsprechenden Fachamt.
Drogen waren auch in der dritten Juniwoche bei einem Autofahrer im Spiel. Er war wohl im Auftrag von UBER unterwegs und hatte einen Fahrgast dabei. Einer Streife fiel er auf, weil er zu schnell fuhr. Bei der Kontrolle reagierte er auf die Fragen teilweise verzögert. Ein Atemalkoholtest blieb negativ, ein Drogentest ergab ein positives Ergebnis auf THC. Die Landespolizei wurde hinzugezogen und das Auto erstmal vor Ort geparkt.
Bei einem Unfall zwischen einem Rollerfahrer und einem Auto war mutmaßlich ebenfalls Alkohol im Spiel. Der Rollerfahrer war dem Auto vor einer roten Ampel ins Heck gefahren. Die Streife nahm beim Rollerfahrer Alkoholgeruch wahr. Da weder ein Atemalkoholtest gelang noch eine Befragung zum Unfallhergang möglich war, wurde er an die Landespolizei übergeben. Ebenfalls zu viel Alkohol hatte scheinbar ein Radfahrer getrunken, der einen Bus beim Fahren behinderte. Zunächst flüchtete dieser vor der Stadtpolizei. Als er gestellt wurde, verhielt er sich aggressiv. Nachdem ein Atemalkoholtest 1,63 Promille ergeben hatte, brachte ihn die Streife zur Landespolizei.
Etwas ungewöhnlich war der Fall von zwei pöbelnden Männern am Sana-Klinikum. Der eine trat gegen ein Fahrrad und verhielt sich sehr aggressiv. Er erhielt einen Platzverweis. Der zweite war blind und taub. Er berichtete, aus der Klinik entlassen worden zu sein. Die Streife hielt Rücksprache mit der Klinik und erfuhr, dass dieser von der Polizei zwangseingewiesen worden war. Der zuständige Psychiater hatte ihn aber nach der ambulanten Behandlung entlassen. Die Streife begleitete den Mann nach Hause. Dort erfuhr sie von der Mutter und einer Nachbarin, dass für ihn ein Hausverbot galt. Er hatte seine Mutter wohl mit einem Messer bedroht. Da der Mann zwischenzeitlich über Schmerzen klagte, brachte ihn die Streife erneut ins Krankenhaus.
Ein Busfahrer meldete einen Mann am Marktplatz, der mit einem Messer hantierte. Als eine Streife eintraf, legte er das Messer sofort auf den Boden. Der Mann befand sich in einem psychischen Ausnahmezustand. Er erzählte, er habe darüber nachgedacht, andere Menschen zu verletzen und sich danach selbst umzubringen. Der Mann kam in eine psychiatrische Einrichtung. Die Stadtpolizei informierte die entsprechenden Fachbehörden zur Gefährdungsbeurteilung.
Vier Streifen waren im Einsatz als in der dritten Juniwoche ein Bagger eine Gasleitung am Ostbahnhof beschädigte. Sie sperrten die Untere Grenzstraße, Ecke Mainstraße sowie die Einmündung Hebestraße ab. Der Zugverkehr wurde unterbrochen. Die Landespolizei sperrte den Bereich aus der Bieberer Straße kommend, die Bundespolizei räumte den Bahnsteig. Nachdem das Gas abgestellt war, wurde der Verkehr nach etwa einer Stunde wieder freigegeben.
Ein Fall von häuslicher Gewalt erreichte die Stadtpolizei in der letzten Juniwoche. Eine Frau hatte sich bei der Stadtpolizei gemeldet, weil sie Angst vor einem weiteren Zusammenleben mit ihrem Ex-Partner hatte. Zudem hatte dieser die Wohnung verlassen und beide Wohnungsschlüssel mitgenommen, sodass sie nicht mehr in die Wohnung konnte. Die Streife fand den Mann im näheren Umfeld und nahm ihn mit zur Wohnung. Da der Mietvertrag nur auf die Frau ausgestellt war und um weitere Übergriffe zu verhindern, erhielt der Mann eine Wegweisungsverfügung aus der Wohnung sowie ein Kontaktverbot.
Bei einem leckenden Firmenwagen war der Fahrzeughalter wohl nicht erreichbar. Eine größere Menge Diesel war großflächig auf der Fahrbahn ausgelaufen. Ein Mitarbeiter der Firma war vor Ort und wollte den Chef hinsichtlich Abschleppung und Reinigung kontaktieren. Als dies nicht gelang, ließ die Streife das Fahrzeug aufgrund der vorliegenden Umweltgefahr abschleppen und beauftragte ein Reinigungsfahrzeug. Die Kosten hat der Fahrzeughalter zu tragen.
Aufenthaltsermittlungen
Die Stadtpolizei musste auch im Juni zwischen acht und 14 Aufenthaltsermittlungen pro Woche durchführen. Hierbei geht es in erster Linie um die Überprüfung ehelicher Lebensgemeinschaften und um Fälle, in denen dringende behördliche Post aufgrund fehlender Briefkästen oder Klingeln nicht zugestellt werden konnte.
Hintergrund
Die Stadtpolizei gehört zum Offenbacher Ordnungsamt und berichtet auf dem städtischen Internetauftritt unter www.offenbach.de/stadtpolizei wöchentlich über ihre Einsätze. Darüber hinaus gibt sie einmal im Monat über den Presse-Newsletter einen kurzen Überblick über die Einsätze im vorherigen Monat.
Wer sich für die ausführlichen Wochenberichte interessiert, kann alle unter www.offenbach.de/stadtpolizei-berichte nachlesen.
Mehr zur Erreichbarkeit der Stadtpolizei: www.offenbach.de/stadtpolizei-kontakte
(Text: PM Stadtpolizei Offenbach)

