Klimaplanatlas 2026: Neue Daten zum Frankfurter Stadtklima

Die orangenen und roten Felder zeigen, wo es im zentralen Frankfurt besonders heiß werden kann. Die Pfeile lassen die Luftströmungen entlang des Mains und von den Oberräder Feldern erkennen. (Karte: Klimareferat Frankfurt)

Aktualisierte Online-Anwendung macht komplexe Klimadaten verständlich zugänglich

Der Frankfurter Klimaplanatlas liegt in einer umfassend aktualisierten Fassung vor. Die neue Online-Anwendung im städtischen Geoportal macht komplexe Klimadaten verständlich zugänglich und liefert eine aktuelle Datengrundlage für die klimaangepasste Stadtentwicklung. Dafür hat das Klimareferat die Fachkarten grundlegend überarbeitet und erweitert.


Tina Zapf-Rodríguez, Dezernentin für Klima, Umwelt und Frauen, sagt: „Mit dem Klimaplanatlas 2026 stärken wir die Grundlage für eine vorausschauende Stadtentwicklung. Wer heute baut und plant, muss das Klima von morgen mitdenken. Der neue Atlas liefert dafür präzise Daten und macht sie für alle verständlich zugänglich. Gleichzeitig können die Bürger:innen Entscheidungen der Stadt transparent nachvollziehen.“

„Frankfurt verfügt mit dem Klimaplanatlas bereits seit über 30 Jahren über eine fundierte Datengrundlage für die Bewertung des Stadtklimas. Seit 1994 unterstützt er insbesondere die Bauleitplanung und Grünraumplanung. Mit der aktuellen Fortschreibung wird diese Grundlage weiterentwickelt und an neue wissenschaftliche Erkenntnisse angepasst“, erläutert Hans-Georg Dannert, Leiter des Klimareferats.

Die bisherige Version des Klimaplanatlas stammt aus dem Jahr 2016. Die aktuelle Novelle durch das Kasseler Ingenieurbüro BPI Burghardt und Partner bringt die Klimafunktionskarte und die Analysen zu Kaltluftströmen auf den neuesten Stand. In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Wetterdienst wurde in den Kaltluftsimulationen erstmals einbezogen, wo Gebäude und Lärmschutzwälle die Luftströme beeinflussen. Zudem kamen hochaufgelöste Vegetationsdaten mit in die Auswertung.

Die Klimafunktionskarte ist weiterhin das Herzstück des Klimaplanatlas. Sie zeigt mit Farben und Symbolen, wo sich Hitze besonders stark entwickelt, wo Frischluft entsteht und über welche Luftleitbahnen sie in die Stadt gelangt. Ins Stadtgebiet hineinzeigende Pfeilspitzen machen sichtbar, wie und von wo frische Luft aus dem Umland nach Frankfurt strömt. Dabei wird deutlich, dass dichte Bebauung den Zustrom kühler Luft in Teilen der Innenstadt erschwert. Das verdeutlicht die Bedeutung von Klimaanpassungsmaßnahmen in der dicht bebauten Stadt Frankfurt.

Ergänzt wird der Atlas durch Kaltluftkarten, die nächtliche Kaltluftströmungen sichtbar machen. Die Vegetationskarten zeigen nicht nur vorhandene Grünstrukturen, sondern auch Flächen mit besonders geringem Vegetationsanteil. So lassen sich beispielsweise Flurstücke mit wenig Grünanteil hervorheben. Interessierte können sich zudem über die Vegetationssituation in ihrem Stadtbezirk informieren – eine wichtige Grundlage auch für Nachbarschaftsinitiativen.

Im Gegensatz zu einer Wetterkarte zeigt der Klimaplanatlas keine aktuellen Temperaturen, sondern wie Wärme und Belüftung das Leben in der Stadt beeinflussen. Für die Darstellung der Wärmebelastung wird auch die gefühlte Temperatur herangezogen. Das bedeutet, dass auch die Luftfeuchte, direkte Sonnenstrahlung und Vegetationsstrukturen berücksichtigt werden.

Der Klimaplanatlas 2026 ist über das Geoportal der Stadt Frankfurt am Main unter geoportal.frankfurt.de/klimaplanatlas abrufbar.

(Text: PM Klimareferat Frankfurt)