
„Die Thomashütte wird wieder wie früher“: Dieses Versprechen gibt Ilhan Erdogan, einer der beiden Eigentümer des Gutshofs an der Kreisstraße 180 zwischen Eppertshausen und Messel, in diesen Tagen ab. Die erste Jahreshälfte war für die 328 Jahre alte Location mit Gaststätte, Pavillon, Eventscheune und weiteren Anbauten sowie einem drei Hektar großen Gelände schwierig: Auf einen Eigentümerwechsel zu Jahresbeginn folgte im Frühjahr ein Fehlgriff beim Verpachten der Gastronomie, was nicht nur Gäste des Ausflugsziels verprellte, sondern auch Spuren in Form eines ungepflegten Außenbereichs hinterließ.
In den vergangenen Wochen und infolge der schnellen Trennung vom Pächter waren Lokal und Biergarten deshalb geschlossen. Inzwischen laufen Problembehebung und Vorbereitung des Neustarts auf Hochtouren: In wenigen Tagen – voraussichtlich Anfang August – soll die Thomashütte wieder in einstmaliger Manier zum Anlaufpunkt für Ausflügler werden.
„Es wird wieder wie vorher“, betont Erdogan noch einmal und führt näher aus, was er damit meint. Der Unternehmer erwarb das Anwesen unweit des Eppertshäuser Naturschutzgebiets „Rallenteich“ Anfang 2020 zusammen mit Jens Kleiner vom vorherigen Eigentümer Peter Possmann. Beiden machte damals direkt Corona einen Strich durch die betriebswirtschaftliche Rechnung. Weder das allgemeine gastronomische Geschäft noch das Veranstaltungsbusiness – beliebt sind beispielsweise Hochzeitsfeiern in der Eventscheune – konnten damals richtig anlaufen. Als die Pandemie vorbei war und es keine diesbezüglichen Restriktionen mehr gab, beschnitt ein naturschutzrechtlich begründetes Verbot große Outdoor-Veranstaltungen (wie sie ein früherer Betreiber in Form von Oldtimer-Ausstellungen, Halloween-Spektakel und ganzen Schlagerfestivals noch durchgeführt hatte) die unternehmerischen Möglichkeiten. Den massiven Investitionsstau auf dem Gutshof konnten Erdogan und Kleiner in den vergangenen sechs Jahren dementsprechend nicht im geplanten Tempo und Umfang auflösen.
Seit einem halben Jahr ist Kleiner aus dem Projekt raus. Seine Anteile hat Mehmet Döner übernommen, der nun Erdogans Geschäftspartner ist. Obwohl Döner Erfahrungen aus der Gastronomie mitbringt, entschieden sich Erdogan und er zu Jahresbeginn zunächst dafür, für die Thomashütten-Bewirtung auf einen Pächter zu setzen. Dieser traf mit dem Restaurant „Lê Mardin“ und dem Motto „Orient trifft Okzident“ allerdings nicht den Geschmack des breiten Gutshof-Publikums, erntete auch Kritik für Service und unzuverlässige Öffnungszeiten. Zudem verkaufte der muslimische Betreiber keinen Alkohol.
Dies und weitere unerfüllte Pflichten in der Pflege des Außengeländes, das zusehends verwahrloste, ließen Erdogan und Döner schnell wieder die Reißleine ziehen. Aktuell arbeiten sie mit Hochdruck daran, auf dem Gelände aufzuräumen; auch eine beschädigte Abwasserleitung ist mittlerweile wieder repariert. Mit Blick nach vorn ist die Entscheidung gefallen: „Wir führen die Thomashütte nun wieder selbst“, so Erdogan, der zusichert, dass er „wieder komplett anders“ werde als in diesem Frühjahr. „Es wird wieder deutsche Küche geben, dazu Pizza und Pasta sowie vegetarische und vegane Gerichte.“ Auch alkoholische Getränke werde man selbstverständlich wieder servieren. An Feiertagen mit besonders großem Zuspruch werde man überdies wieder ein zusätzliches Selbstbedienungsangebot einrichten. Auch das alte Schild kommt wieder dran: „Der Name wird wieder ,Thomashütte‘ lauten, vielleicht auch ,Die Hütte‘“, sagt Erdogan.
Dienstags bis sonntags soll es von 11 bis 21 Uhr warme Küche gehen, nur der Montag ist als Ruhetag vorgesehen. Man werde in Kürze wiedereröffnen, verspricht Ilhan Erdogan am Dienstag dieser Woche, „wir haben schon einen Koch angestellt und auch unser altes Personal kommt zurück“. Den genauen Starttag kann er aktuell noch nicht nennen, „das kann jetzt aber ganz schnell gehen“. Man wolle die Attraktivität der Thomashütte vor allem für Familien weiter ausbauen, „auf sie wollen wir unseren Fokus legen“. Kommende Woche würden neue Spielgeräte für unseren Spielplatz geliefert, kündigt der Gutshof-Eigentümer an, auch die Konzession für den Alkoholausschank sei beantragt. Zwei Hüpfburgen liegen schon zum Aufblasen bereit. Zudem habe man Laufenten gekauft. Auch das Ponyreiten soll wieder angeboten werden. Weitere Tiere sind unverändert da – so gibt es Ziegen und einem Freiluft-Stall gackern Hühner.
(Text: jedö)

