48. Münsterer Volkswandern: Feuerwehr wandert erneut am eifrigsten

Vertreter jener Gruppen, die mindestens zehn Teilnahmen verbuchten, durften bei der Siegerehrung des 48. Münsterer Volkswanderns Preise entgegennehmen. Den Siegerpokal holte einmal mehr die Freiwillige Feuerwehr. (Foto: jedö)

„Ohne Corona wären wir jetzt 50“, sagte Karin Mathy am frühen Sonntagnachmittag im Biergarten der Wandergesellschaft „Frisch-Auf“. Dabei meinte die Vorsitzende weder ihr persönliches Alter noch das ihres Vereins, sondern riss ein potenzielles Jubiläum des Münsterer Volkswanderns an. Das fand am Samstag und Sonntag zum 48.-mal statt, und ohne die beiden Ausfälle in der Pandemie wäre es nun eben schon zum 50.-mal gestiegen. Das halbe Jahrhundert hat die Veranstaltung somit erst 2028 auf dem Buckel; ihrer Beliebtheit taten am Wochenende indes weder Hochsommer noch Bürgermeister-Wahl einen großen Abbruch.


Mit 308 Teilnahmen – von Teilnehmern zu sprechen wäre falsch, da einzelne Personen die fünf und zehn Kilometer langen Strecken an den beiden Tagen durchaus mehrmals erwandern durften – verzeichnete das Volkswandern zwar einen geringeren Zuspruch als 2025 (361 Teilnahmen). Dennoch waren besonders die 210 Wanderungen, die am Sonntag bei bereits vormittags heißen Temperaturen absolviert wurden, aller Ehren wert. „Es ist gut so!“, freute sich auch Mathy. Was ebenso mit Blick in den Biergarten am Wanderheim galt, wo zur Mittagszeit insbesondere fast alle Schattenplätze besetzt waren.

Nach dem traditionellen Auftritt der Volkstanzgruppe schritt die Vereinschefin (noch etwas außer Puste, weil sie selbst mitgetanzt hatte) flugs zur Siegerehrung, bei der sie für den Landkreis Vize-Landrat Lutz Köhler und für die Gemeinde die Erste Beigeordnete Denise Hast (beide CDU) unterstützten. Die große Spannung, welche Münsterer Gruppierung diesmal wohl die meisten Leute auf die zwei Distanzen (die das Gebiet, in dem es am Samstagabend zwischen Dieburg und Münster brannte, nicht berührten) geschickt hatte, blieb in diesem Jahr aus.

In den Vorjahren hatten immer mal wieder Vereine versucht, die meist besonders starke Freiwillige Feuerwehr hinter sich zu lassen. Diesmal konnte den Brandschützern niemand annähernd das Wasser reichen. Obwohl derzeit in erhöhter Alarmbereitschaft, brachte sie es auf 88 Wanderungen. Auf Platz zwei landete der Schützenverein Waidmannsheil, der zwar sehr ordentliche 36 Teilnahmen verbuchte, damit aber ebenso abgeschlagen war wie der Rest. Platz drei ging an die DJK Blau-Weiß (28 Teilnahmen), die es hauchzart vor dem VfL (27) aufs Treppchen schaffte. Insgesamt 16 lokale Gruppen und Vereine waren mit von der Partie, dazu auch einige Naturfreunde aus der Region. Der Preis für die stärkste auswärtige Gruppe ging an die Wandervögel aus Hering (14 Teilnahmen).

Die Preise und Pokale überreichte Volkswanderwart Sascha Braunschweig. Er ist der Sohn von Karin Mathy und seit März auch Stellvertretender Vorsitzender der Wandergesellschaft. Braunschweig hatte sich im Vorfeld des Volkswanderns unter anderem um die Genehmigungen von Hessen-Forst und der Gemeinde gekümmert. Über das Volkswandern mit offenem Biergarten hinaus skizzierte Braunschweig sein Ziel, den recht hohen Altersschnitt im Verein gern durch die Gewinnung jüngerer Mitglieder senken würde. Er wisse, dass dies eine Herausforderung werde. Innovative Angebote – wie die Gladiatorengruppe, die es im Verein schon seit einigen Jahren gibt und die auch am Sonntag auf dem Außengelände Flagge zeigte – könnten in diese Richtung führen.

(Text: jedö)