
Ein Feuerwehrkommandant ohne Führerschein – das kann eigentlich nicht gut gehen. Beim Karnevalklub Disharmonie (KKD) in Heusenstamm sorgt genau diese Ausgangslage allerdings für beste Unterhaltung. Mit der Komödie „Hugos Heldentat“ von Walter G. Pfaus beweist der Verein, dass er nicht nur Karnevalssitzungen und Büttenreden beherrscht, sondern auch auf der Theaterbühne zu überzeugen weiß.
Im Mittelpunkt des Stücks steht Hugo Speck, dessen Alkoholfahrt weitreichende Folgen hat. Nicht nur der Führerschein ist weg, auch sein Amt als Feuerwehrkommandant steht auf dem Spiel. Zu allem Überfluss zieht Ehefrau Inge die Konsequenzen und verlässt ihren Mann. Hugo hat damit bereits alle Hände voll zu tun – doch die nächsten Schwierigkeiten lassen nicht lange auf sich warten. Ausgerechnet der junge Lokaljournalist Oskar bringt zusätzliche Unruhe ins Haus. Er hat es auf Hugos Tochter Petra abgesehen und macht ihr hartnäckig einen Heiratsantrag. Hugo wiederum kann mit der Presse wenig anfangen und hat die Zusammenarbeit mit der Regionalzeitung kurzerhand beendet. Besonders ungünstig ist das mit Blick auf das bevorstehende große Feuerwehrfest. Die Lage spitzt sich weiter zu: Hugo wird vom Dienst suspendiert. Sowohl seine Feuerwehrkameraden als auch die Bürgermeisterin bestätigen, dass seine Karriere zunächst beendet scheint. Doch Tochter Petra und Oskar haben eine Idee. Der künftige Schwiegersohn in spe möchte seinem potenziellen Schwiegervater zu neuem Ansehen verhelfen. Gemeinsam planen sie eine spektakuläre Rettungsaktion: Das vermeintliche Ertrinken einer jungen Frau im Dorfbach soll inszeniert werden, damit Hugo sie unter den Augen der Öffentlichkeit retten und anschließend als Held gefeiert werden kann. Was nach einem ziemlich riskanten Plan klingt, funktioniert – zumindest auf der Theaterbühne. Hugo wird tatsächlich zum Retter, gewinnt seinen guten Ruf zurück und erhält schließlich auch seinen Posten wieder. Ganz ohne Gegenleistung kommt er allerdings nicht davon: Bei seiner Tochter Petra muss er wohl oder übel akzeptieren, dass sie den von ihm ungeliebten Verehrer heiraten möchte.
Für die Inszenierung zeichnen Reiner Lentz und Dieter Heberer verantwortlich. Dabei konnten sie auf ein erfahrenes Ensemble zurückgreifen. Die Hauptrolle des Hugo Speck übernimmt Klaus Endlich, seine resolute Ehefrau Inge wird von Beate Holzamer gespielt. Justine Büchler gibt Tochter Petra, während Nico Grasmück als deren hartnäckiger Verehrer Oskar auftritt. Ralf Rebel sorgt als etwas trotteliger Feuerwehrkamerad für weitere komödiantische Momente. Eine besondere Verbindung zur Feuerwehr gibt es auch innerhalb des Ensembles: Hugos stotternder Stellvertreter wird von Ehrenwehrführer Werner „Conni“ Konrad dargestellt – einem echten Feuerwehrmann. Bürgermeisterin Heide Schwab kennt sich als Stadtverordnetenvorsteherin ebenfalls mit Kommunalpolitik aus.
Mit der Auswahl des Stücks hat der KKD zudem einen aktuellen Bezug geschaffen. Anlässlich des 150-jährigen Bestehens der Feuerwehr Heusenstamm fiel die Wahl bewusst auf eine Komödie rund um einen Feuerwehrkommandanten. So verbindet „Hugos Heldentat“ Vereinsleben, Feuerwehr und Lokalkolorit mit einer ordentlichen Portion Situationskomik – und sorgt damit für beste Voraussetzungen für einen unterhaltsamen Theaterabend.
(Text: ah)

