Neue Sprechstunde zur Pflegeelternschaft bei LaDaDi vor Ort

Christel Sprößler zu Besuch bei der neuen Sprechstunde des Kinderpflegedienstes. (Foto: LaDaDi)

Ein Zuhause, verlässliche Bezugspersonen und Menschen, die auch dann da sind, wenn es einmal schwierig wird: Pflegefamilien geben Kindern und Jugendlichen Stabilität und Geborgenheit, wenn sie vorübergehend oder dauerhaft nicht bei ihren Eltern leben können. Der Landkreis Darmstadt-Dieburg sucht deshalb weiterhin Menschen, die sich vorstellen können, ein Pflegekind oder-jugendlichen bei sich aufzunehmen.


Die gute Nachricht: In den vergangenen Monaten konnte jedem Kind, das einen Platz in einer Pflegefamilie benötigte und für diese Form der Unterbringung geeignet war, eine passende Pflegefamilie angeboten werden. Damit das auch künftig so bleibt, sucht der Pflegekinderdienst kontinuierlich neue Pflegeeltern.

Gesucht werden nicht nur Pflegefamilien für kleinere Kinder, sondern auch für ältere ab etwa acht Jahren und für Jugendliche. Für sie ist es häufig schwieriger, eine passende Familie zu finden. Dabei können auch Menschen ab 50 Jahren gute Voraussetzungen, wie vor allem bereits Erfahrungen in der Erziehung, mitbringen. Oft sind die eigenen Kinder bereits erwachsen, zugleich sind Lebenserfahrung und Erfahrung im Umgang mit Kindern und Jugendlichen vorhanden. Entscheidend ist jedoch immer, ob die persönliche und familiäre Situation zu den Bedürfnissen des jeweiligen Pflegekindes passt.

„Gerade ältere Kinder und Jugendliche brauchen Menschen, die ihnen Verlässlichkeit, Halt und Orientierung geben. Deshalb möchten wir besonders Familien und Einzelpersonen ermutigen, sich über eine Pflegeelternschaft zu informieren – auch wenn sie zunächst vielleicht gar nicht daran gedacht haben“, sagt Kreisbeigeordnete und Jugenddezernentin Christel Sprößler bei einem Besuch der neu eingeführten, offenen Sprechstunde des Pflegekinderdienstes in den Räumlichkeiten der Erziehungsberatungsstelle in Pfungstadt am Dienstag (11.).

Ein Zuhause, wenn das Leben in der eigenen Familie nicht möglich ist

Kinder und Jugendliche können aus ganz unterschiedlichen Gründen vorübergehend oder dauerhaft nicht bei ihren Eltern leben. Gründe können beispielsweise schwere Belastungen innerhalb der Familie, eine Erkrankung der Eltern, Vernachlässigung oder eine Gefährdung des Kindeswohls sein. Wenn ein Verbleib in der Herkunftsfamilie nicht möglich ist, versucht das Jugendamt, dem Kind eine stabile und möglichst familienähnliche Umgebung zu bieten.

Pflegefamilien übernehmen dabei eine wichtige Aufgabe. Sie geben Kindern und Jugendlichen Sicherheit, verlässliche Beziehungen und einen geregelten Alltag. Auf diese Aufgabe werden sie vom Pflegekinderdienst vorbereitet und auch während des Pflegeverhältnisses begleitet und beraten.

Bereitschaftspflege oder Dauerpflege

Grundsätzlich gibt es unterschiedliche Formen der Pflege. Bereitschaftspflegefamilien nehmen Kinder kurzfristig auf, wenn diese akut nicht in ihrer Herkunftsfamilie bleiben können. Sie bieten Schutz und Betreuung, bis geklärt ist, wie es für das Kind weitergeht.

Bei einer Dauerpflege hingegen ist klar, dass ein Kind langfristig nicht in seine Herkunftsfamilie zurückkehren kann, so dass es langfristig in einer Pflegefamilie untergebracht wird und dort häufig bis zur Volljährigkeit verbleibt. Dabei unterstützt der Pflegekinderdienst die Aufrechterhaltung des Kontaktes des Kindes zu seiner Herkunftsfamilie und steht auch dieser beratend zur Seite.

Fragen stellen und unverbindlich informieren

Wer darüber nachdenkt, ein Pflegekind aufzunehmen, hat meist viele Fragen: Welche Voraussetzungen muss ich erfüllen? Welche Pflegeform passt zu mir? Wie werde ich vorbereitet und welche Unterstützung gibt es?

Um einen unkomplizierten ersten Kontakt zu ermöglichen, hat der Landkreis deshalb sein Angebot bei „LaDaDi vor Ort“ erweitert. Seit Juni dieses Jahres bietet der Pflegekinderdienst offene Sprechstunden für Menschen an, die sich für eine Dauerpflege oder eine Bereitschaftspflege interessieren.

Die weiteren Sprechstunden in diesem Jahr

Mittwoch, 16. September, 10 bis 12 Uhr, Erziehungsberatungsstelle Groß-Umstadt
Montag, 26. Oktober, 9 bis 11 Uhr, Kreishaus in Kranichstein, Raum Modau

Weitere Termine folgen. Die neue Sprechstunde findet jeweils einmal im Monat an wechselnden Standorten des „LaDaDi vor Ort“ statt. Die einzelnen Termine sind auf der Homepage des Landkreises unter Pflegekinderdienst zu finden.

Interessierte können ohne vorherige Anmeldung unverbindlich mit den Fachkräften ins Gespräch kommen und sich darüber informieren, was es bedeutet, ein Pflegekind aufzunehmen und welche Form der Pflege zu ihrer persönlichen Lebenssituation passen könnte.

Weitere Informationen zum Pflegekinderdienst gibt es unter www.ladadi.de.

(Text: PM Landkreis Darmstadt-Dieburg)