Am gestrigen Dienstag (18.) hat sich eine Rabenkrähe in der Netzinstallation der US-amerikanischen Künstlerin Janet Echelman an der Konstablerwache in Frankfurt verfangen. Sie wurde lebend von der Feuerwehr gerettet. Es geht ihr gut, und sie ist inzwischen bereits wieder freigelassen worden.
Der Vorfall widerspricht allem, was der Stadt Frankfurt auf Grundlage der bisherigen fachlichen Einschätzung bekannt war. Die Stadt nimmt die Situation ernst und klärt den Sachverhalt. Es wird analysiert, ob und welche konkreten Konsequenzen daraus zu ziehen sind und ob die Situation fachlich neu bewertet werden muss.
Bisherige Einschätzung auf Basis wissenschaftlicher Expertise
Die bisherige Einschätzung beruht auf der fachlichen Bewertung, dass die Netzkonstruktionen der Künstlerin Janet Echelman für Vögel sicher sind. Dazu hat die Künstlerin selbst über Jahre hinweg von verschiedenen Seiten wissenschaftliche Expertise eingeholt und versichert auch auf ihrer Website unter echelman.com/bird-safety, dass bisher noch nie ein Vogel in einem ihrer Netze Schaden erlitten hat.
Der Vorfall stellte auch die Stadt vor eine unerwartete Situation. Netze, die zum Einfangen von Vögeln verwendet werden, haben sehr kleine Maschen mit einem Abstand von etwa einem Zentimeter. Die Netze von Janet Echelman bestehen dagegen aus dickeren Seilen mit deutlich größeren Maschenweiten und erinnern an Formen und Strukturen, wie sie auch in der Natur vorkommen. Daher werden sie auch regelmäßig von Fachleuten als geringe Gefahr für Vögel und andere Tiere eingestuft: „Echelmans Netze ähneln in ihrer Form und Struktur natürlich vorkommenden Ranken und Dickichten. Vögel sind gut daran angepasst, ein Verfangen zu vermeiden“, schreibt beispielsweise die von Echelman konsultierte amerikanische Wissenschaftlerin Wendi Goldsmith in einer der Stadt vorliegenden Stellungnahme. Eine weitere Stellungnahme, die der Stadt vorliegt, stammt von der Florida Fish and Wildlife Conservation Commission, die für ein vergleichbares Projekt in St. Petersburg keine potenzielle Gefahr sieht und zu dem Schluss kommt: „Die Bewegung, die Farbe, die großen Maschenöffnungen und die dicken Führungslinien der Kunstinstallation sollten ausreichen, um das Risiko eines Verfangens von Vögeln zu verringern.“
(Text: PM Stadt Frankfurt)


