Die Trockenheit der letzten Wochen wirkt sich stark auf die Darmstädter Oberflächengewässer aus: Viele Bäche führen nur noch sehr wenig oder gar kein Wasser. Niedrige Wasserstände und die Erwärmung verschlechtern die Lebensbedingungen für Tiere und Pflanzen innerhalb kurzer Zeit.
Bereits seit dem 27. Juni 2026 ist daher die Entnahme von Wasser aus Bächen, Teichen und Seen im Darmstädter Stadtgebiet durch eine Allgemeinverfügung weitgehend untersagt. Damit soll ein weiteres Absinken der Wasserstände verhindert und die Tier- und Pflanzenwelt in und an den Gewässern geschützt werden.
Zusätzlich macht die Wissenschaftsstadt Darmstadt mit Hinweisschildern am Ruthsenbach nun darauf aufmerksam, dass Fließgewässer sensible und geschützte Lebensräume sind. Das Wasser soll ungehindert abfließen können. Selbst gebaute Dämme aus Ästen, Steinen, Lehm oder anderen Materialien beeinflussen den Wasserstand und die Wasserführung des Baches erheblich.
Gerade bei Trockenheit kann ein Aufstauen dazu führen, dass stromabwärts gelegene Bachabschnitte wenig Wasser führen oder vollständig trockenfallen. Für dort lebende Fische, Muscheln und wirbellose Kleintiere des Gewässerbodens (das sogenannte Makrozoobenthos), kann dies tödlich sein. Auch weitere Tierarten, die den Bach als Lebensraum oder zur Wasseraufnahme nutzen, leiden unter der Wasserknappheit.
Doch nicht nur während einer Trockenperiode können künstliche Barrieren problematisch sein. Bei Starkregen oder Hochwasser behindern Dämme den Abfluss, verursachen Rückstau und können dazu beitragen, dass der Bach über seine Ufer tritt und angrenzende Flächen überschwemmt werden.
Umweltdezernent Michael Kolmer freut sich ausdrücklich darüber, dass am Ruthsenbach gespielt und die Natur entdeckt wird: „Das macht Spaß – und so soll es sein“, betont er. „Denn nur, wer die Natur kennt und liebt, kann sie auch schützen.“
Vor diesem Hintergrund bittet die Stadt darum, beim Spielen und beim Aufenthalt am Ruthsenbach folgende gewässerfreundliche Regeln zu beachten:
• Den Bachlauf nicht dauerhaft verändern.
• Nicht in die Bachsohle oder Uferbereiche eingreifen.
• Aus Ästen, Steinen oder anderen Materialien errichtete Dämme vor dem Verlassen des Baches bitte wieder entfernen.
Kolmer bittet die Bürgerinnen und Bürger, den Bach nach dem Spielen wieder in seinem ursprünglichen Zustand zu hinterlassen: „Somit kann das Wasser anschließend wieder frei fließen und der Ruthsenbach bleibt ein lebendiger Lebensraum für Tiere und Pflanzen – und ein Ort, an dem Naturerlebnis und Umweltschutz Hand in Hand gehen.“
(Text: PM Wissenschaftsstadt Darmstadt)


