Muttermilch als Medizin für die Kleinsten

Im Bild (v.l.): Andreas Hofmann (Geschäftsführer DA Klinikum, Fritz-Georg Freiherr von Ritter (VKKD) Dr. med. Georg Frey (Direktor Neonatologie), Dr. med. Katharina Henrich (Oberärztin Neonatologie), Wolfgang Faust und Markus Rusam (Vorstand im VKKD). (Foto: BT)

VKKD unterstützt Projekt am Klinikum Darmstadt mit 60.000 Euro

Manchmal sind es nur wenige Milliliter, die für den Start ins Leben eine große Bedeutung haben können. Gerade für Frühgeborene ist die erste Muttermilch, das sogenannte Kolostrum, besonders wertvoll. Sie enthält wichtige Bestandteile für den Aufbau des Immunsystems und kann die Entwicklung der besonders empfindlichen Neugeborenen unterstützen. Doch ausgerechnet nach Früh- oder Kaiserschnittgeburten steht die eigene Muttermilch nicht immer sofort zur Verfügung.


Hier setzt ein Projekt des Klinikums Darmstadt an, das nun vom Verein für krebskranke und chronisch kranke Kinder Darmstadt/Rhein-Main-Neckar e.V. (VKKD) mit einer Anschubfinanzierung von 60.000 Euro unterstützt wird. Insgesamt werden für die kommenden vier Jahre rund 100.000 Euro benötigt.

Dr. med. Georg Frey, Direktor der Klinik für Neonatologie der Darmstädter Kinderkliniken Prinzessin Margaret am Standort Klinikum Darmstadt und 2026 sowohl von FOCUS als auch vom Stern als Top-Mediziner für Neonatologie empfohlen, erläuterte bei der Spendenübergabe die besondere Bedeutung der Frauenmilch. Die Neonatologie arbeitet bereits seit mehr als 5 Jahren mit der Frauenmilchbank in Frankfurt zusammen. In Darmstadt wurde inzwischen zudem ein kleines tiefgekühltes Depot aufgebaut, damit bei ungeplanten Frühgeburten schnell auf Spendermilch zurückgegriffen werden kann.

Was früher über Ammen vergleichsweise unkompliziert möglich war, ist heute durch EU- Vorgaben streng geregelt. Gespendete Frauenmilch muss untersucht, aufbereitet und dokumentiert werden, bevor sie einem Neugeborenen gegeben werden darf. Die Anforderungen an Sicherheit und Qualität sind entsprechend hoch.

Vor allem bei besonders kleinen oder gesundheitlich belasteten Säuglingen können bereits geringe Mengen wertvoll sein. Die positiven Effekte werden wissenschaftlich begleitet und dokumentiert. Ziel ist es, langfristig belastbar nachzuweisen, welchen gesundheitlichen Nutzen diese Form der Versorgung bietet.

Dabei geht es nicht nur um die ersten Tage im Leben eines Kindes. Wenn Frühgeborene sich besser entwickeln und spätere gesundheitliche Folgen reduziert werden können, kann dies langfristig auch das Gesundheitssystem entlasten. Genau hier liegt die Perspektive des Projekts: Der medizinische Nutzen soll so umfassend belegt werden, dass die Versorgung mit Spendermilch künftig regulär in die Finanzierung des Gesundheitssystems aufgenommen werden kann.

Mit seiner Spende übernimmt der VKKD damit eine wichtige Anschubfunktion. 60.000 Euro für ein Projekt, bei dem kleinste Mengen große Wirkung entfalten können – eine Investition in einen möglichst gesunden Start ins Leben.

(Text: RED/BT)