Ober-Roden: Ausnahmeathletin erinnert sich an Karriere-Meilensteine

Ina Schmidt gewann bei Welt- und Europameisterschaften zahlreiche Titel für den SV Diana Ober-Roden.

Ina Schmidt, die langjährige Feldarmbrustschützin des SV Diana Ober-Roden, blickt auf eine äußerst erfolgreiche Karriere zurück. Die Babenhausenerin hat zahlreiche Titel bei Welt- und Europameisterschaften gewonnen – erst in der Jugendklasse, später im Erwachsenenbereich, im Einzel und mit dem Team. Die Frage, wie viele WM- und EM-Goldmedaillen es denn insgesamt waren, kann Schmidt auf Anhieb gar nicht genau beantworten: „Da müsste ich erstmal nachschauen“, meint Schmidt schmunzelnd. Zweistellig ist die Zahl auf alle Fälle.


Drei Meilensteine ihrer Karriere sind Schmidt, die während Corona ihre Karriere beendet hat, heute noch besonders präsent. Ihre ersten Junioren-Weltmeistertitel im Einzel und mit der Mannschaft gewann Schmidt bereits 1996 in Taiwan im Alter von 14 Jahren. „Das war damals schon sehr aufregend. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass es so gut läuft. Es war sehr spannend, ich musste bis zum Schluss um den Titel kämpfen“, erinnert sich Schmidt gerne. Sie war die jüngste Teilnehmerin und setzte sich in der Offenen Klasse bis 21 Jahre gegen deutlich ältere Konkurrentinnen und auch Konkurrenten durch. Dabei hatte sie erst etwa ein Jahr zuvor mit ihrem Sport begonnen.

Als ein weiteres echtes Highlight bezeichnet Schmidt ihre Heim-WM 2014 in Frankfurt mit vielen Freunden und Familienmitgliedern vor Ort und Goldmedaillen für die Lokalmatadorin. „Das ist schon etwas anderes, wenn man im eigenen Land eine WM bestreitet“, blickt Schmidt zurück. Neben der Premiere 1996 und der Heim WM 2014 landet auch die Weltmeisterschaft in Neuseeland im Jahr 2000 in den Top3 von Ina Schmidts WM-Erlebnissen: „Wahnsinnig weit, am anderen Ende der Welt. Das war auch ein Meilenstein.“ Zumal es auch sportlich mit WM-Titeln gut lief.

Einen wichtigen Anteil an den Erfolgen von Ina Schmidt hatte ihr Vater Manfred, der auch heute noch im Schützensport aktiv ist und gerne „Dr. Armbrust“ genannt wird. „Er war immer unterstützend dabei und hat zugesehen, dass das Material stimmt“, beschreibt die Babenhausenerin das Aufgabengebiet ihres Vaters. 2014 fiel das Lob von Ina an Manfred Schmidt in einem Zeitungsartikel groß aus: „Das ist technisch bis aufs letzte ausgereift.“
An ihrem Sport hat die Feldarmbrustschützin immer fasziniert, dass er im Freien stattfindet: „Man ist draußen, das ist ja bei vielen Disziplinen nicht der Fall, und bekommt es mit allen Witterungsverhältnissen zu tun. Sei es Regen, Sturm oder Sonnenschein, man muss mit allem zurechtkommen, das ist auch körperlich sehr anstrengend.“ Ina Schmidt, die in einem Steuerbüro arbeitet und ihren Sport immer auch als guten Ausgleich zur Büroarbeit sah, hat all diese Herausforderungen bei den Wettkämpfen oft perfekt gemeistert. Dies machte sie zur Seriensiegerin bei Welt- und Europameisterschaften.

(Text: PS)