
Kerb steigt vom 18. bis 21. September zum zweiten Mal auf dem Abtenauer Platz
Im vergangenen Jahr landete der Münsterer Kerbverein beim wichtigsten lokalen Fest mehrere Paukenschläge: Kerbzelt und Vergnügungspark zogen von der Frankfurter Straße auf den Abtenauer Platz, der Kerbumzug nahm eine neue Route und auch sonst traute sich der zuvor neu gewählte Vorstand an Reformen heran. Heraus kam eine viertägige Feier, die deutlich mehr Besucher als in den Vorjahren anlockte. Wenn die Kerb in der Gersprenz-Gemeinde vom 18. bis 21. September aufs Neue steigt, behält der auf 100 Mitglieder gewachsene Verein vieles vom Bewährten bei. Dennoch gibt es auch diesmal wieder frische Akzente.
Einen davon setzt weniger der Kerbverein selbst als der aktuelle Kerbjahrgang: Nachdem die fehlenden Kerbburschen 2025 der dickste Wermutstropfen waren, sind 2026 wieder ein halbes Dutzend junger Leute am Start – und erstmals in der Münsterer Kerbgeschichte nicht nur Männer. Denn neben drei Kerbburschen mischen am dritten September-Wochenende auch drei Kerbmädels mit. „Es gab zwar schon mal Jahrgänge, die ein Mädchen dabeihatten“, blickt Ferdinand Ries, seit Januar 2025 Vorsitzender des Münsterer Kerbvereins und noch bis 2028 in dieses Amt gewählt, zurück. Eine größere Zahl an Kerbmädels, die das bunte Treiben ihres Jahrgangs zudem mitorganisiert hätten, habe es bislang aber nicht gegeben. Die rein weibliche Gruppe, die regelmäßig beim Kerbumzug mitläuft, sind die „Doaschdemädels“, die originär mit dem einstigen Münsterer „Doaschdefest“ in Verbindung zu bringen sind.
Wer der diesjährige Kerbvadder – oder die Kerbmudder (was ebenfalls ein Novum wäre) – wird, ist noch geheim. Gleiches gilt für die Frage, wer den Kerbspruch vorträgt. Geschrieben wird er unverändert von Maximilian Hotz, doch als Redner vollzog Edgard Kreher im vergangenen Jahr seine Abschiedsvorstellung. Immerhin: Auf fünf Namen hat der Kerbverein das Rätselraten inzwischen begrenzt. Das Quintett, aus dessen Reihen einer die Rede halten wird, besteht aus Martin Leiherer, Christian Müller, Eric Roßkopf, Timo Kreher und Hasan Kaya. Mit Ausnahme von Kaya, der Bühnenerfahrung als Redner auf den Fastnachtssitzungen der DJK Blau-Weiß mitbringt, waren innerhalb der vergangenen 16 Jahre alle Kerbvadder ihres Jahrgangs gewesen. Sollte Timo Kreher die Aufgabe übernehmen, bliebe sie in der Familie: Er ist Edgar Krehers Sohn.
Der Kerbspruch wird am Kerbsonntag (20.) gegen 15 Uhr im Kerbzelt gehalten. Dann werden alle Gruppen des Kerbumzugs auf dem Abtenauer Platz eingetroffen sein. „Wir behalten den neuen Weg aus dem vorigen Jahr bei und laufen wieder um 13.30 Uhr am Rathausplatz los“, sagt Ferdinand Ries. Schon um 10 Uhr wird es an diesem Tag einen Kerbgottesdienst in St. Michael (samt Segnung des Kerbkranzes) geben. Das Zelt öffnet um 12 Uhr. Nach dem Umzug spielt der Musikverein Münster ein Platzkonzert.
Am Freitag (18.) eröffnet der Kerbverein den Platz samt Rummel um 18 Uhr und das Zelt um 19 Uhr. Dort spielt ab 20 Uhr die Band VIVI Live!, wofür es vorab Tickets für 6 Euro und an der Abendkasse für 8 Euro gibt. Am Samstag (19.) öffnet das Zelt um 12 Uhr. Von 14 bis 17 Uhr findet wieder der 2025 neu initiierte und gut angenommene Familiennachmittag statt. Der aktuelle Kerbjahrgang wird gegen 20.15 Uhr im Zelt proklamiert. Auch beim im Vorjahr gestarteten Comeback des Kerbmontags (21., mit Frühschoppen ab 11 Uhr, zu dem Jörg Ratz musiziert und der Kerbspruch wiederholt wird, sowie der Kerbverbrennung um 18 Uhr) bleibt es.
(Text: jedö)

