
2901 Schulanfänger hat der Landkreis Darmstadt-Dieburg in diesem Jahr verzeichnet – und für alle gilt seit 1. August der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung. 1985 Erstklässler und damit rund zwei Drittel nehmen das Ganztagsangebot in den 66 Grundschulen und Förderschulen mit Grundstufe im Landkreis wahr. „Damit haben wir gerechnet“, erklärt Vize-Landrat und Schuldezernent Lutz Köhler, „und die gute Nachricht ist: Wir können nicht nur diesen Schülerinnen und Schülern ein Ganztagsangebot machen, sondern auch allen in den Klassen zwei bis vier.“ Und dies, obwohl das erst ab dem Schuljahr 2029/30 verpflichtend wäre. „Wir waren in der Ganztagsbetreuung schon immer ganz weit vorne in Hessen“, sagt Lutz Köhler, „dafür waren kontinuierliche Investitionen in die Schulgebäude und organisatorische Weiterentwicklungen erforderlich: Als Schulträger hat der Landkreis bestehende Schulen erweitert, umgebaut und teilweise neu gebaut. Entstanden sind insbesondere Mensen, Ganztags- und Mehrzweckräume sowie zusätzliche pädagogisch nutzbare Räume. Wir haben nicht gewartet, bis es fünf vor zwölf war.“
58 von 66 Schulen sind im Pakt
Ein weiterer wichtiger Baustein sei der Pakt für den Ganztag gewesen, bei dem der Kreis als Schulträger und das Land gemeinsam ein Bildungs- und Betreuungsangebot organisieren: „Dass wir im Gegensatz zu anderen Landkreisen von Anfang an darauf gesetzt haben, hat uns in die Lage versetzt, alles so zu entwickeln, dass wir nun keine Probleme haben“, sagt Köhler. Die Umsetzung des Pakts für den Ganztag begann im Schuljahr 2015/2016 mit fünf Pilot-Schulen. Im Schuljahr 2024/2025 waren es bereits 56. Und nun, zum Schuljahr 2026/27 kam mit der Friedrich-Ebert-Schule in Griesheim die letzte dazu. Somit sind nun 58 der 66 Schulen im Pakt, die restlichen acht Schulen haben andere Modelle gewählt.
Eine weitere Errungenschaft sei die Betreuung gGmbH, die es seit 2015 gibt und deren Aufgabe es ist, Angebote für die Ganztagsbetreuung zu schaffen. „Mit dieser Gesellschaft haben wir Verlässlichkeit vor Ort geschaffen“, sagt Lutz Köhler, „und Transparenz: Bei uns zahlen die Eltern überall das Gleiche für den Ganztag.“ Insgesamt gibt es im Kreis sieben Angebotsträger für die Ganztagsbetreuung, vom Arbeiter-Samariter-Bund bis hin zur Stadt Weiterstadt. Der größte allerdings ist die Betreuung gGmbH, die 33 Schulen im Kreis betreut.
“Wir werden den Ganztag noch weiterentwickeln”
„Dank der Gesellschaft und der Organisation sind wir auch in der Lage, ab 7 Uhr eine morgendliche Betreuung vor Schulbeginn anzubieten, dort wo der Bedarf besteht“, sagt Lutz Köhler, „zudem gilt der Rechtsanspruch auf Betreuung ja auch in den Ferien. Auch das können wir erfüllen.“ Und laut Köhler werde der Ganztag auch ständig weiterentwickelt: „Wir probieren gerade innovative Möblierungskonzepte aus, damit Gebäude auch den gesamten Tag genutzt werden können und wir keine Trennung zwischen Schul- und Ganztagsbereich haben, wobei der Schulbereich am Nachmittag leer steht und der Ganztagsbereich am Vormittag. Das kostet unnötig Geld.“ Dazu wird etwa gerade in Ueberau an der Grundschule probiert, klassische Klassenräume so zu möblieren, dass sie auch am Nachmittag für die Betreuung genutzt werden können. „Wir haben viel erreicht und in den vergangenen zehn Jahren in die Ganztagsbetreuung investiert und es geht genauso weiter, auch mit neuen Grundschulen“, sagt Lutz Köhler: „Wir ruhen uns nicht aus. Es geht um unsere Schulkinder und damit auch um unsere Zukunft.“
Einige Fakten zum Ganztag im Landkreis
Mit Stichtag 30. Juni 2026 sind 7526 Anmeldungen im Pakt für den Ganztag verzeichnet. Da es aber gleichzeitig steigende Schülerzahlen (12070 Grundschüler) gibt, geht die Nutzungsquote über alle Jahrgangsstufen im Vergleich zum Vorjahr leicht zurück (64,67 Prozent).
Der Landkreis bietet in diesem Schuljahr drei Module an: Modul A von 7.30 bis 14.30 Uhr, Modul B von 14.30 bis 15.30 Uhr und Modul B+ von 15.30 bis 17 Uhr.
Die Teilnahme ist verbindlich nach Anmeldung, mit der Möglichkeit, Kinder an bis zu zwei Tagen pro Woche abzumelden. Das neue Modul B bis 15.30 Uhr hat großen Zuspruch: 1730 Kinder nehmen das Angebot war, das entspricht etwa 22,5 Prozent der Kinder, die im Pakt angemeldet sind. Die Inanspruchnahme des Moduls B+ bis 17 Uhr ist zurückgegangen und liegt bei 6,5 Prozent der Kinder, die den Pakt für den Ganztag besuchen. In absoluten Zahlen ist das ein Rückgang um 677 Kinder – von 1298 Kinder 2025/26 auf 621 Kinder 2026/27. Das hat zur Folge, dass es an 23 Schulen kein Angebot bis 17 Uhr gibt, da der Bedarf nicht im ausreichenden Maße vorhanden ist und die Mindestgruppengröße nicht erreicht wurde.
Die höchste prozentuale Inanspruchnahme des Angebots bis 14.30 Uhr gibt es an der Traisaer Schule in Mühltal mit rund 86 Prozent, dicht gefolgt von der Tannenbergschule in Seeheim-Jugenheim mit rund 85 Prozent. Die meisten Anmeldungen bis 14.30 Uhr in absoluten Zahlen sind an der Carl-Ulrich-Schule in Weiterstadt rund 360 Schülerinnen registriert.
Der Landkreis Darmstadt-Dieburg erhält im Jahr Landesmittel in Höhe von rund 4.85 Millionen Euro. Der Landkreis Darmstadt-Dieburg selbst bezuschusst den Pakt für den Ganztag mit rund 1.6 Millionen Euro.
Die Ganztagsangebot im Landkreis teilt sich wie folgt auf Schulformen auf:
Weiterführenden Schulen/ Sekundarstufen: 10 Schulen im Landesprofil 1, 9 Schulen im Landesprofil 2, 5 Schulen im Landesprofil 3. Grundstufen und Grundschulen: 2 Schulen im Landesprofil 1, 58 Schulen im Pakt für den Ganztag, 6 Schulen im Landesprofil 3.
(Text: PM Landkreis Darmstadt-Dieburg)

