Bei der Katastrophenschutzübung „Phoenix“ haben am Samstag, 12. September, etwa 400 Einsatzkräfte und Mitwirkende mit über 50 Fahrzeugen in Wiesbaden erfolgreich das gemeinsame Vorgehen bei einer komplexen Schadenslage trainiert. Im Mittelpunkt standen der Aufbau und Betrieb eines Behandlungsplatzes für bis zu 50 Verletzte sowie die Bewältigung eines Verkehrsunfalls mit vielen Betroffenen.
Die Übung verlief planmäßig und wurde am Samstagnachmittag beendet. Der größte Teil der Übungen fand auf dem Gelände der Hessischen Hochschule für öffentliches Management und Sicherheit (HöMS) statt. Geübt wurde auch in der Zentralen Leitstelle Wiesbaden, in den Helios Dr. Horst Schmidt Kliniken, im St. Josefs-Hospital, in der Asklepios Paulinen Klinik sowie in der Personenauskunftsstelle des Deutschen Roten Kreuzes.
Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende beobachtete die Übung vor Ort. Er sagte: „Ein leistungsfähiger Katastrophenschutz lebt von guter Vorbereitung und von Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Besonders beeindruckend ist, dass ein großer Teil der heute eingesetzten Kräfte ehrenamtlich tätig ist. Dieses Engagement ist für die Sicherheit unserer Stadt von unschätzbarem Wert und ergänzt die beruflichen Kräften.“
Übungsleiter Brandoberamtsrat Rainer Schremmer sagte: „Eine Übung dieser Größenordnung macht deutlich, wie wichtig abgestimmte Strukturen und das persönliche Zusammenspiel aller Beteiligten sind. Die Einsatzkräfte haben die anspruchsvollen Aufgaben engagiert und professionell bewältigt. Gleichzeitig haben wir wertvolle Erkenntnisse gewonnen, die nun ausgewertet werden und in die Vorbereitung künftiger Übungen und Einsätze einfließen.“
Ausgangspunkt der Übung war eine simulierte lang anhaltende, flächendeckende Hitzeperiode, durch die die Krankenhäuser stark belastet waren. Zur Unterstützung der medizinischen Versorgung wurde auf dem Gelände der HöMS deshalb ein Behandlungsplatz für bis zu fünfzig Personen aufgebaut. Im weiteren Verlauf wurde zusätzlich ein Verkehrsunfall mit einem Massenanfall von Verletzten simuliert.
Das angenommene Unfallgeschehen stellte die Einsatzkräfte vor eine komplexe Lage: An der weitläufigen und zunächst unübersichtlichen Einsatzstelle mussten zahlreiche Verletzte gleichzeitig gerettet und versorgt werden. Während die Feuerwehr eingeklemmte Personen mit technischem Gerät befreite, sichteten medizinische Einsatzkräfte die Betroffenen und legten die Reihenfolge der weiteren Behandlung fest. Anschließend wurden die Patientinnen und Patienten erstversorgt und zum Behandlungsplatz transportiert. Dort erfolgten die weitere Stabilisierung und die koordinierte Verteilung auf geeignete Krankenhäuser.
Mit der Ankunft der Patientinnen und Patienten begann in den beteiligten Kliniken ein weiterer wichtiger Teil der Übung. Die Krankenhäuser trainierten nach ihren jeweiligen Notfallplänen die Aufnahme einer größeren Zahl von Verletzten, deren erneute medizinische Bewertung und die innerklinische Weiterleitung bis zur Diagnostik und Behandlung. Zugleich wurde erprobt, wie die verfügbaren Behandlungskapazitäten zwischen Einsatzleitung, Leitstelle, Transportorganisation und Kliniken abgestimmt werden. Damit bildete die Übung die gesamte Versorgungskette von der Rettung an der Einsatzstelle bis zur Behandlung im Krankenhaus ab.
Insgesamt wurden während der Übung zahlreiche Patiententransporte durchgeführt. Rund fünfzig Verletztendarstellerinnen und Verletztendarsteller sorgten für möglichst realitätsnahe Bedingungen. Eine speziell geschulte Schminktruppe versah sie dafür mit täuschend echt wirkenden Verletzungsmustern. Neben der medizinischen Versorgung wurden auch die Alarmierungswege, die Führungs- und Kommunikationsstrukturen, die digitale Zuweisung von Patientinnen und Patienten, die Registrierung von Betroffenen sowie die Abläufe innerhalb der Krankenhäuser erprobt.
An der Übung beteiligt waren Einheiten der Berufsfeuerwehr und der Freiwilligen Feuerwehr Wiesbaden, die Wiesbadener Sanitäts- und Betreuungszüge von Deutschem Roten Kreuz, Arbeiter-Samariter-Bund und Johanniter-Unfall-Hilfe, der Wasserrettungszug der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft sowie die ARGE PSNV (Psychosoziale Notfallversorgung). Hinzu kamen der Wiesbadener Rettungsdienst, Rettungsdiensteinheiten aus dem Rheingau-Taunus-Kreis, dem Main-Taunus-Kreis, dem Kreis Groß-Gerau und der Stadt Mainz, die Landespolizei, die Stadtpolizei, die Zentrale Leitstelle Wiesbaden, die Personenauskunftsstelle des Deutschen Roten Kreuzes sowie der Zivilschutzhubschrauber Christoph 2. Ebenfalls aktiv eingebunden waren die Helios Dr. Horst Schmidt Kliniken, das St. Josefs-Hospital Wiesbaden und die Asklepios Paulinen Klinik. Die HöMS stellte nicht nur das zentrale Übungsgelände zur Verfügung, sondern unterstützte auch die organisatorische Durchführung.
Oberbürgermeister Mende dankt im Namen Landeshauptstadt Wiesbaden allen haupt- und ehrenamtlichen Einsatzkräften, den Verletztendarstellerinnen und Verletztendarstellern, den beteiligten Krankenhäusern, der HöMS sowie allen weiteren Unterstützerinnen und Unterstützern, die zum erfolgreichen Verlauf der Übung beigetragen haben.
Sollte in Wiesbaden tatsächlich ein Katastrophen- oder Krisenfall eintreten, sind Informationen unter wiesbaden.de/krisenfall zu finden. Unter wiesbaden.de/notfallvorsorge stehen Informationen, wie man sich auf unterschiedliche Krisenfälle vorbereiten kann, zum Beispiel extreme Wetterlagen, einen großflächigen Stromausfall oder Brände.
(Text: PM Landeshauptstadt Wiesbaden)

