Mediennutzung von Jugendlichen
Mehr Medienkompetenz für Jugendliche statt Verbote – darauf einigten sich die Teilnehmenden der Podiumsdiskussion zum Auftakt des Präventionstages in Offenbach. Die Veranstaltung fand im Ringcenter Offenbach statt. Erreicht wurden rund 400 Schülerinnen und Schüler sowie zahlreiche Kundinnen und Kunden des Ringcenters. Bürgermeister Andreas Bruszynski hob die Bedeutung der Veranstaltung hervor: „Es ist wichtig, dass wir den Jugendlichen die Werkzeuge mitgeben, die sie brauchen, um sich in der digitalen Welt sicher bewegen zu können. Veranstaltungen wie der Präventionstag sind dafür eine gute Unterstützung. Die vielfältigen Angebote tragen dazu bei, dass sich die Besuchenden umfassend informieren können. Ich danke allen Beteiligten für die Organisation und Durchführung dieses wichtigen Aktionstages.“
Forderung nach Schutz vor kritischem Medienkonsum
Stadtrat Wolfgang Malik und die Leiterin Einsatz im Polizeipräsidium Südosthessen, Carina Lerch, eröffneten den Präventionstag. Anschließend diskutierten Emily Waismann und Đorđe Miodragovic vom Offenbacher Kinder- und Jugendparlament, Silan Gülmez, Lehrerin an der Leibnizschule, Pia Praschma von der Medien-Etage des Jugendamts und Kim Schön, Leiterin des Suchthilfezentrums Wildhof, die derzeitige Mediennutzung durch Jugendliche, insbesondere an Schulen. Marcus Schenk moderierte die Gesprächsrunde. Es zeigte sich, dass in nicht wenigen Fällen bereits von einer Mediensucht durch Spiele, soziale Medien und Online-Shopping gesprochen werden kann. Die Diskussionsteilnehmenden forderten Schutz vor kritischem Medienkonsum. Dies erfordere nicht nur die Vermittlung von Medienkompetenz durch Politik, Eltern und Schulen gemeinsam. Auch Plattformbetreibende müssten stärker in die Pflicht genommen werden. Sie profitierten stark von der Nutzung ihrer digitalen Inhalte durch Jugendliche.
Im Anschluss an die Diskussionsrunde verdeutlichte ein Theaterstück des People‘s Theater Offenbach die Folgen von Cybermobbing und missbräuchlicher Nutzung sozialer Medien. Dazu wurde ein Ausschnitt aus den Kompetenztrainings genutzt. Diese werden nahezu flächendeckend an Offenbacher Schulen angeboten.
Workshops zu verschiedenen Themen
Ein besonderes Angebot für Schulklassen waren auch in diesem Jahr die Workshops zu verschiedenen Themen. Zu Fake News und Deepfakes klärte der Workshop der Offenbacher Partnerschaft für Demokratie gemeinsam mit dem Kinder- und Jugendparlament auf. Die Projekte „HeRoes“, „SHEROES“ und „Meschugge“ des Deutschen Roten Kreuzes Offenbach gaben Einblicke in ihre Arbeit. Das Suchthilfezentrum ließ am Rauschbrillenparcours Jugendliche spüren, wie sehr Alkohol und andere Drogen ihre motorischen Fähigkeiten einschränken.
An den Ständen im Innen- und Außenbereich konnten sich Interessierte zu den vielfältigen Angeboten aus der Offenbacher Präventionslandschaft zu Sucht, Extremismus, Verkehr, Sicherheit und Ordnung informieren. Mitmachaktionen luden zum Dialog über Präventionsangebote ein. Angeboten wurde ein Screentime Check von der Medienetage, ein Bremsreaktionstest der Verkehrswacht und eine Umfrage der Caritas zur Frage, ob soziale Medien unter 16 Jahren verboten werden sollen. Die Offenbacher Partnerschaft für Demokratie sammelte Ideen für mehr Demokratie.
Um 11 Uhr heulten Sirenen und sämtliche Smartphones summten aufgrund des bundesweiten Warntags. Die städtische Feuerwehr klärte direkt an ihrem Stand dazu auf, gab Tipps zum Verhalten in einer Notsituation und zeigte haltbare Lebensmittel, die für einen Notfall zu Hause aufbewahrt werden können.
„Ich bin auch in diesem Jahr erstaunt, wie breit das Angebot in Offenbach in den vielen Präventionsbereichen ist und wie viele engagierte Menschen, vor allem auch Ehrenamtliche sich tagtäglich für ein besseres Miteinander, für Hilfe in besonderen Lebenslagen und die Stärkung unserer Demokratie einsetzen. Der Tag bietet aber auch immer wieder die Möglichkeit, sich mit Expertinnen und Experten zu vernetzen und zu Fachthemen auszutauschen. Wir wollen auch im kommenden Jahr wieder den Offenbacher Präventionstag veranstalten“, erklärt Daniel Krüger, Leiter der Geschäftsstelle Kommunale Prävention im städtischen Ordnungsamt und Organisator des Präventionstages.
(Text: PM Stadt Offenbach)


