Am Montagabend (21.) erbeuteten falsche Polizeibeamte in der Schiersteiner Straße in Wiesbaden Bargeld von einer Seniorin.
Die Geschädigte wurde zunächst über ihr Festnetztelefon kontaktiert und mit einem vermeintlich beantragten Kredit unter Druck gesetzt. Im weiteren Verlauf wurde sie über den Messengerdienst Telegram an einen angeblichen Mitarbeiter der Bundesbank verwiesen. Dieser gab vor, dass ihr Bargeld durch die Polizei in Verwahrung genommen werden müsse, um eine Durchsuchung abzuwenden.
Gegen 23.30 Uhr erschienen zwei Männer vor der Wohnanschrift der Frau, gaben sich als Polizeibeamte aus und nahmen das Bargeld entgegen. Anschließend entfernten sie sich zu Fuß in unbekannte Richtung.
Einer der Abholer wurde als etwa 18 bis 22 Jahre alt und circa 1,80 Meter groß beschrieben. Er hatte kurze, gepflegte dunkle Haare, war glattrasiert und trug eine braune Jacke. Zudem sprach er akzentfrei Russisch.
Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen.
Wichtige Hinweise der Polizei
So stellen Sie sicher, dass Sie tatsächlich mit der Polizei sprechen: Werden Sie von einer angeblichen Polizeibeamtin oder einem angeblichen Polizeibeamten angerufen und werden dabei persönliche Daten, Informationen zu Ihren Vermögenswerten oder andere sensible Angaben abgefragt oder Handlungen von Ihnen verlangt, sollten Sie sich zunächst vergewissern, dass es sich tatsächlich um die Polizei handelt. Beenden Sie das Gespräch und wählen Sie anschließend selbst den Notruf 110 oder die Rufnummer Ihrer örtlich zuständigen Polizeidienststelle.
Verwenden Sie dabei ausschließlich eine Telefonnummer, die Sie selbst recherchiert haben. Erst wenn auf diesem Weg zweifelsfrei feststeht, dass Sie mit der Polizei sprechen, können weitere Absprachen – etwa vereinbarte Codewörter – als zusätzliches Erkennungsmerkmal sinnvoll sein.
Und ganz wichtig: Sie legen selbst auf! Beenden Sie das Gespräch immer selbst, indem Sie aktiv auflegen. Vertrauen Sie nicht darauf, dass die anrufende Person das Gespräch beendet hat oder dass eine stille Leitung bedeutet, die Verbindung sei bereits getrennt. Legen Sie selbst auf und wählen Sie anschließend – wenn Sie den Anruf überprüfen möchten – die Rufnummer der zuständigen Polizeidienststelle.
Hintergrund: Die Betrüger können den Eindruck erwecken, das Gespräch sei bereits beendet, obwohl die Verbindung tatsächlich noch besteht. Wer in dieser Situation die 110 wählt, ohne zuvor selbst aufgelegt zu haben, kann weiterhin mit den Betrügern verbunden sein. Diese können sich dann als polizeilicher Notruf ausgeben und ihre Täuschung fortsetzen. Beenden Sie deshalb jedes verdächtige Telefonat immer selbst aktiv, bevor Sie die Polizei oder eine andere Stelle anrufen.
Personen, die im Bereich der Schiersteiner Straße verdächtige Beobachtungen gemacht haben oder Angaben zu den beiden Abholern machen können, werden gebeten, sich unter der Rufnummer (0611) 345-0 bei der Wiesbadener Polizei zu melden.
(Text: PM PP Westhessen)


