
Die Sozialwohnungen der Gemeinde Eppertshausen sind alle belegt. Das ist der derzeitige Stand zu den insgesamt 90 Einheiten, deren Eigentümerin die Kommune an einem halben Dutzend verschiedener Standorte ist. An einem gibt es nach einem Brand demnächst ein Happy End. Die Zukunft einer anderen Immobilie ist hingegen offen.
Gemeint ist das Haus Nummer 5 in der Schulstraße. Für das baufällige Objekt gegenüber der Kirche St. Sebastian sieht die Gemeinde keine Perspektive mehr. „Die Politik muss sich entscheiden, ob wir das Haus abreißen und dort selbst etwas Neues bauen sollen oder ob wir es an einen Investor verkaufen und uns dann das Belegungsrecht sichern“, sagt Bürgermeister Stephan Brockmann (CDU).
Das Rathaus vermietet die dortigen Wohnungen nicht mehr, frühere Bewohner erhielten andere Apartments. Mit einer Ausnahme: Eine ältere Frau sei bislang nicht zum Umzug bereit und wohne noch dort, so der Verwaltungschef. Man habe ihr als Alternative eine Wohnung in der Seniorenwohnanlage in der Willy-Brandt-Straße angeboten, in der die Gemeinde auch einen Anteil sozial gefördertem Wohnraum unterhält. „Der Bauhof hätte für sie zudem den Umzug übernommen“, verdeutlicht Brockmann, dass man sich darum bemüht habe, der Frau den Abschied aus ihrer momentanen Bleibe zu erleichtern und das Haus endgültig bewohnerfrei zu bekommen. Einen potenziell langwierigen Rechtsstreit versuche man dabei zu vermeiden, auch wenn der aufgrund des Stillstands in diesem Projekt als letztes Mittel nicht ausgeschlossen scheint.
An einem anderen Standort mit Gemeindewohnungen, die für eine gedeckelte, relativ niedrige Miete vergeben werden, schließt sich demnächst hingegen in erfreulicher Hinsicht ein Kreis. Am 26. April war in einem Mehrfamilienhaus in der Nieder-Röder-Straße ein Brand ausgebrochen, in dessen Folge die Wohneinheit (anders als die anderen im Haus, die von Schäden weitgehend verschont blieben) nicht mehr nutzbar war. Eine fünfköpfige Familie war seither ohne echtes Zuhause. „In ein paar Wochen ist die Wohnung frisch renoviert und die Familie zieht dort wieder ein“, vermeldet Brockmann. Zunächst wollten die Eltern mit ihren drei Kindern zwar in Eppertshausen bleiben, aber auch nach der Brandsanierung nicht in diese Wohnung zurück.
Neben den Einheiten in der Seniorenwohnanlage und in mehreren Häusern der Nieder-Röder Straße hat die Gemeinde im Eppertshäuser Ortsgebiet derzeit auch Wohnungen in der Lessingstraße, der Feldstraße und der Mozartstraße vermietet. „Bis auf eine sind derzeit alle belegt“, sagt der Bürgermeister und berichtet davon, dass es „Wartelisten“ gebe. „Jeden Monat kommen bei uns ein, zwei neue Bewerbungen für die Gemeindewohnungen rein.“
Frei würden Wohnungen allerdings nur selten, „die Mieter geben diese Wohnungen ungern her und bleiben dort in der Regel sehr lange“. Wenn dann doch mal eine Einheit frei ist, sei zu beachten, dass die Gemeinde gerade bei den neueren Objekten an bestimmte Vergabe-Richtlinien nach dem Wohnungsbau-Fördergesetz gebunden sei, erläutert Stephan Brockmann. Kriterien sind zum Beispiel Personenzahl oder Behindertengrad. Das gelte in Eppertshausen aktuell besonders für das neuste Mehrfamilienhaus mit Sozialwohnungen, das man in der Mozartstraße neben dem Bahnhofs-Parkplatz gebaut hat. Dort wurden Ende 2020 insgesamt 14 Wohnungen mit zusammen 1.000 Quadratmetern Wohnfläche bezugsfertig. Die Kosten von 2,5 Millionen Euro trug die Gemeinde komplett selbst.
(Text: jedö)
