Ober-Roden feiert bei bestem Wetter Kirchweih

Kerbvatter André Pradel fuhr am Sonntag auf dem Anhänger von Mechthilde Zöller zum Kerbspruch. (Foto: PS)

Über perfektes Kerbwetter durften sich die Ober-Röder und ihre zahlreichen Gäste freuen. Die vier Festtage lang strahlte die Sonne vom Himmel. Das freute nicht nur den Kerbvatter.
Mit hohen Ämtern hatte André Pradel in der Vergangenheit durchaus schon so seine Erfahrungen gemacht. 2020 stürmte er als Fastnachtsprinz erfolgreich das Rathaus, nun grüßte Pradel am Kerbsonntag als Kerbvatter vorm „Mortsche“ vom Anhänger. Der Kerbverein hatte, so wie es sich gehört, die Stelle im Vorfeld offiziell ausgeschrieben und zum Vorstellungsgespräch geladen. Dort wusste André Pradel zu überzeugen, auch weil er die geforderten Voraussetzungen für die befristete Stelle („nit aus Orwisch“, Zylinder, Dialekt, Verhandlungssicherheit, Kommunikations- und Präsentationssicherheit) mitbrachte.


Gemeinsam mit den mehreren Familien aus dem Kerbvereinsumfeld nutzte Pradel am Sonntag den „Fahrservice by Mechthild“ und fuhr auf dem Anhänger auf die Festmeile. Den von Maurice Gotta und Norbert Köhler geschriebenen Kerbspruch hatte der Kerbvatter ergänzt. Thema war unter anderem das Ende der CDU/AL-Koalition und die wechselnden Mehrheiten in der Stadtverordnetenversammlung: „Ob des so geht ohne de ein odder annere laute Knall, ich waas es nit, spannend werd´s uff jeden Fall!“, meldete der Kerbvatter leise Zweifel an. Danach ging es um teure Spritpreise, Zugänge in der Ober-Röder Gaststätten-Welt, die neue Groß-Pfarrgemeinde „Heilige Anna an der Rodau“, den Hitzesommer und die WM. So wie André Pradel ging es wohl vielen Fußball-Fans: „Eigentlich han ich mich uf en schöne Fußball-Sommer gefreut. Im Nachhinein heb ich des lange uffbleibe doch öfters bereut.“ Dabei spielte er nicht nur auf das frühe deutsche Ausscheiden, sondern auch auf so manche Infantino-Eskapade an. Darum gab es dieses Jahr auch eine Premiere, die erste „Oweräirer-Kerbspruch Hydration Break“. Die war angesichts der spätsommerlichen Temperaturen durchaus passend. Werbung gab es während der Abkühlpause natürlich auch. Ein Beispiel: „Du bist vor Durst schon fast krank, lass dich behandeln beim Getränke Frank.“

Der Kerbspruch war einer der Höhepunkte der Kirchweihtage. Los ging es bereits am Freitag mit dem sehr gut besuchten Mundartabend des Heimat- und Geschichtsvereins, inklusive Kerbausgraben und Kerbtheater. Der offizielle Startschuss fiel dann am Samstag nach dem Quentschebeem-Pflanzen am TG-Sportplatz mit Kerbbaumstellen und Bieranstich vor der Kirche. Neben Heimat- und Geschichtsverein, Kerbverein, Germania, TG, Après-Ski-Komitee, Rödermarkfreunde, Kolping, der Gruppe Kobolde, Kirchengemeinde und Stadt hatten auch zahlreiche Budenbetreiber zum Volksfestklassiker eingeladen. Der Sonntag bot neben dem Kerbspruch unter anderem das beliebte Schubkarrenrennen. Der langgezogene Frühschoppen am blauen Montag (28.) zog sich bis zur abendlichen Kerbbeerdigung im Gleisdreieck.

(Text: PS)