Kinderrechte zum Mitmachen: Buntes Fest in Heusenstamm

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Kinder haben Rechte – und beim Fest der Kinderrechte im Schlossinnenhof in Heusenstamm konnten sie diese nicht nur kennenlernen, sondern gleich selbst erleben. Anlässlich des Weltkindertags hatten neun Heusenstammer Einrichtungen gemeinsam ein abwechslungsreiches Programm auf die Beine gestellt.


Nach der Eröffnung durch Bürgermeister Steffen Ball füllte sich der Schlossinnenhof schnell mit Leben. Überlaufen war es allerdings nie: An den zahlreichen Stationen blieb genügend Raum zum Spielen, Ausprobieren, Entdecken und Informieren. Im Mittelpunkt standen die Kinderrechte, die auf ganz unterschiedliche Weise vermittelt wurden – spielerisch, kreativ und mit viel Gelegenheit zum Mitmachen. So ging es beispielsweise am Stand des Kinderhauses Am Bieberbach nicht nur um Kreativität mit Naturmaterialien. Beim Entenangeln, Tic-Tac-Toe oder Riesen-Mikado konnten die Kinder außerdem ihr Geschick unter Beweis stellen. Für zusätzliche Bewegung sorgten Torwandschießen, Hüpfburg, Rollenrutsche und weitere Spiele.

Um Gleichbehandlung, Vielfalt und ein gutes Miteinander ging es beim Kinderhaus Campus Heusenstamm. Beim „Puzzle der Vielfältigkeit“ entstand Stück für Stück ein großes gemeinsames Bild. Bei den „Händen der Freundschaft“ konnten die Kinder persönliche Botschaften auf einem Gemeinschaftsplakat hinterlassen. Bunte Punkte und Sticker machten dabei auf spielerische Weise deutlich: Jeder Mensch ist anders – und gerade diese Unterschiede machen eine Gemeinschaft vielfältig.

Auch anspruchsvollere Themen fanden ihren Platz. Die Kita Rembrücken beschäftigte sich mit dem Recht auf Privatsphäre sowie dem eigenen Namen und der eigenen Identität. Beim Basteln von Kronen konnten die Kinder ihren Namen entdecken und sich damit auseinandersetzen, woher er kommt und was er bedeutet. Um das Recht auf Information ging es bei der U3-Kita Explorinis und am Stand des Kinder- und Jugendparlaments. Die Fraueninitiative hatte kleine Experimente und Spiele vorbereitet, bei denen es manches verblüffende Ergebnis zu entdecken gab.

Unter dem Motto „Schreiben ist nicht überall gleich“ konnten die Besucher außerdem erfahren, wie unterschiedlich Schrift aussehen und funktionieren kann. Die Evangelische Kita Jona rückte das Recht auf gewaltfreie Erziehung in den Mittelpunkt und bot dazu eine passende Bastelaktion an. Der Verein „Frauen helfen Frauen Kreis Offenbach e. V.“ informierte insbesondere Eltern über den Schutz vor Gewalt. Natürlich durfte auch das Thema Gesundheit nicht fehlen. Die Tagesmütter hatten einen Barfußpfad beziehungsweise einen kleinen „Waldspaziergang“ vorbereitet. Mit Arztkoffer, großem Gebiss, Bilderbüchern und weiteren Materialien konnten die Kinder Gesundheit spielerisch entdecken. So mancher kleiner oder großer Patient verließ die Station anschließend bestens versorgt – und nicht selten mit einer ganzen Reihe von Pflastern an Arm oder Hand.

Für die Eltern gab es ergänzend Informationsmaterial. Für das leibliche Wohl sorgten Heusenstammer Vereine, so auch die Jugendfeuerwehr, der Rugby-Club und Mitglieder des TSV-Blasorchesters. Damit war auch zwischen den vielen Aktivitäten für eine kleine Stärkung gesorgt.

Eine besondere Ergänzung kam von der Stadtbücherei Heusenstamm. Büchereileiterin Katja Richter präsentierte zwei Kamishibai-Erzähltheater zum Thema Kinderrechte. Das traditionelle japanische Erzähltheater verbindet Geschichten mit großen Bildkarten und zog die jungen Besucher schnell in seinen Bann.

So wurde aus dem Fest zum Weltkindertag mehr als ein Nachmittag mit Spielen und Aktionen: Der Schlossinnenhof wurde zu einem Ort, an dem Kinderrechte sichtbar, verständlich und vor allem erlebbar wurden. Die vielen Mitmachangebote zeigten dabei auf ganz unterschiedliche Weise, was Kinder brauchen und was ihnen zusteht – von Schutz und Privatsphäre über Gesundheit und Information bis hin zu Gleichbehandlung, Gewaltfreiheit und dem Recht, einfach Kind zu sein.

(Text: ah)