TG Ober-Roden mietet sich bei Evangelischer Kirche ein

Die Kirchenvorstandsvorsitzende Erika Neudert begrüßt mit der Turngemeinde neue Nutzer im Gemeindesaal. Rechts der TG-Vorsitzende Jochen Weiland, links der Dritte Vorsitzende Stefan Hitzel. (Foto: PS)

Eine gute Zusammenarbeit beginnt manchmal ganz einfach: mit einem Raum, den man gemeinsam nutzt. Die Evangelische Kirchengemeinde Rödermark und die Turngemeinde 08 Ober-Roden gehen dabei künftig gemeinsame Wege. Seit dem 1. September kann die TG den Saal im Gemeindehaus montags bis freitags nutzen und gewinnt dadurch zusätzliche Möglichkeiten für ihre vielfältige Vereinsarbeit.


Es ist wohl eine klassische Win-win-Situation. Erika Neudert, die Kirchenvorstandsvorsitzende der seit Januar zur evangelischen Kirchengemeinde Rödermark zusammengelegten beiden evangelischen Gemeinden spricht von einem „Glücksfall“. Bei der Gemeindeversammlung im Mai hatte sie, mehr oder weniger zum Spaß, in die Runde geworfen, ob nicht jemand einen Raum gebrauchen könne. Weniger später meldete sich der TG-Vorstand, der auf der Suche nach weiteren Räumen für seine Gruppen war. Als Ergänzung zu den angestammten Räumlichkeiten des Vereins in der Mainzer Straße „Wir waren uns relativ schnell einig, dass das etwas werden könnte“, berichtet Neudert. Anfang August wurde der Nutzungsvertrag aufgesetzt, der nun schon seit Anfang September läuft. Unter anderem hat bereits der Frohsinn-Frauenchor im Gemeindesaal geprobt. Der Gemeindesaal ist etwa auch als Ausweichquartier für den TG-Musikzug gedacht, frühkindliche Bewegungsangebote und Turngruppen könnten hier üben. „Durch diese Kooperation werden wir deutlich flexibler, etwa in der Fastnachtszeit“, sagt der TG-Vorsitzende Jochen Weiland. Der Verein könnte sich künftig auch Kosten sparen, wenn etwa im Winter für eine kleine Gruppe die ganze Halle geheizt werden müsste.
Für das Wochenende behält sich die Kirchengemeinde die Nutzung vor, ebenso bleiben einige regelmäßige Veranstaltungen wie die wöchentliche Posaunenchorprobe in diesem Raum.

Ab Januar 2027 wird aus den Rödermärker und Rodgauer Kirchengemeinden die neue „Gesamtkirchengemeinde an der Rodau“. Damit werden unter anderem viele Gebäude schrittweise überflüssig oder besser zusammengelegt. Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) hat die Gebäude in drei Kategorien eingeteilt: die mit vollem Bestandsschutz, mit dringend notwendigen Renovierungen oder auch die, die ohne Zuschüsse weitergeführt werden. Die Ober-Röder Gustav-Adolf-Kirche gehört zur ersten Kategorie, das Gemeindehaus jedoch zur dritten. Damit muss die Kirchengemeinde anfallende Kosten selbst übernehmen, solange sie das Gebäude in ihrem Besitz behalten möchte. Da sind die Mieteinnahmen der TG willkommen.

„Die TG wiederum steht vor einer Herausforderung, die viele Vereine kennen: Der Verein möchte sich weiterentwickeln, bestehende Angebote besser organisieren, neue Angebote forcieren, allein das Vereinsgelände an der Mainzer Straße setzt dabei deutliche Grenzen und auch sonst ist die Raumsituation in Rödermark angespannt“, schreibt der Verein in einer Pressemitteilung. „Der Gemeindesaal eröffnet der TG neue und hervorragende Möglichkeiten für ihre Gruppen aus Gesang, Tanz, Turnen, Musik und eben für Neues. So ist die Zusammenarbeit für beide Partner mehr als ein klassisches Mietverhältnis. Sie ist ein Beispiel dafür, wie die vorhandene Infrastruktur besser ausgelastet wird und Synergien geschaffen werden können, während gleichzeitig neue Begegnungsmöglichkeiten entstehen. Aus einem Raum, der bislang vor allem für kirchliche Veranstaltungen genutzt wurde, wird ein zusätzlicher Baustein für die Vereins- und Gemeinschaftsarbeit in Rödermark.“ Beide Seiten sehen Potenzial für weitere gemeinsame Aktivitäten und gegenseitige Unterstützung. Veranstaltungen, Begegnungsangebote oder Formate für unterschiedliche Generationen könnten künftig Anknüpfungspunkte für eine noch engere Zusammenarbeit sein.

(Text: PS)