
Vor allem bewährte und robuste Sorten werden als Ersatz für abgestorbene Pflanzen gesetzt
Es war ein harter, langer Sommer auch für die Pflanzen im Stadtgebiet. Jetzt sind die Gärtnerinnen und Gärtner des Grünwesens im Stadtservice der Stadtwerke Offenbach damit beschäftigt, die Schäden zu sichten und vor allem bei den Stauden Ausfälle zu ersetzen. Dabei konzentrieren sie sich zunächst vor allem auf die Haupteinfallstraßen sowie Flächen in der Innenstadt, etwa an der Berliner Straße zwischen Herrnstraße und Kaiserstraße, im Lilipark sowie an der Mühlheimer Straße, An den Eichen, am Wertstoffhof, der August-Hecht-Straße und den Kranweg im Hafen. „Nicht alles wird jetzt im Herbst erledigt. Anfang nächsten Jahres stehen weitere Nachpflanzungen an“, sagt Jasna Volk, Leiterin der Abteilung Service öffentlicher Raum beim Stadtservice, zu der auch das Grünwesen zählt. „Viele Schäden an der Vegetation entdecken wir erst im kommenden Frühjahr, wenn die vom Sommer geschwächten Stauden den Winter nicht überstanden haben.“
Bei den Neupflanzungen werden Arten bevorzugt, die jetzt erkennbar gut durch den Offenbacher Sommer gekommen sind. „Salbei, Katzenminze, Schafgarbe, Storchschnabel und Bergminze sind dieses Jahr auf jeden Fall die Gewinner“, sagt Gärtnerin Sophie Geyer. „Diese Pflanzen werden wir entsprechend verstärkt nachpflanzen. Aber auch wenn wir bei diesen Stauden mit einer besseren Lebenserwartung rechnen, können wir sie nicht überall mit den anderen Pflanzen beliebig kombinieren. Verschiedene Staudenarten brauchen auch unterschiedliche Standorte und verschiedene Bodenarten.“
Deshalb wird nicht jede hitzeresistente Pflanze, die mit wenig Wasser auskommt, zu anderen Stauden gesetzt, die gut durch diesen Sommer gekommen sind. Sie haben eventuell völlig unterschiedliche Ansprüche an die Rahmenbedingungen. Trotzdem werden an einigen Stellen auch neue Pflanzen ausprobiert, um zu schauen, ob sie für positive Überraschungen gut sind.
„Wir hatten in den vergangenen Jahren viele Stauden beobachtet, die mit trockenen Standorten und vielen Hitzetagen erstaunlich gut zurechtkamen“, sagt Sophie Geyer. „Aber die Trockenheit kombiniert mit Sonneneinstrahlung und Temperaturen bis 40 Grad und teilweise darüber halten dann viele Pflanzen einfach nicht mehr aus.“ Besonders trifft dies auf den Kerzen-Knöterich zu, der in den vergangenen Sommern tapfer auch gegen lange Durststrecken und hohe Temperaturen angeblüht hat. In diesem Hitzejahr allerdings sind viele Exemplare vertrocknet.
Zwar hat der Stadtservice im Rahmen der Möglichkeiten weiter gewässert. Doch während des Wassernotstands wurde darauf verzichtet. Bewährt hat sich hier, dass die meisten Stauden nach ihrer ersten Anwachsphase ohnehin nur noch sparsam gewässert werden. Damit werden die Wurzeln angeregt, nach unten zu wachsen und auch tiefer im Boden Wasser zu ziehen.
Einige Ausfälle haben aber auch nichts mit dem Sommer zu tun, sondern mit der begrenzten Lebenserwartung der Pflanzen. Viele sind nach drei bis fünf Jahren am Ende ihres Vegetationszyklus‘ angekommen. Manche vermehren sich dann durch Samenbildung und wachsen nach, aber nicht immer. Und es gibt auch Schäden durch Vandalismus, die die Stadtwerke-Gärtnerinnen und -Gärtner ersetzen müssen. Über Beete oder Mittelstreifen wird gelaufen, gefahren, Hunde buddeln dort und hinterlassen ebenso wie Katzen ihre Haufen, es wird Müll hineingeworfen, aus dem verschiedenste Flüssigkeiten in den Boden sickern. Und manche Pflanzen werden einfach gestohlen.
Auch die städtischen Bäume haben unter den sehr hohen Temperaturen und der langen Trockenheit gelitten. Auch hier zeigen sich die Schäden erst nach und nach. Die ersten vertrockneten Äste kommen jetzt zum Vorschein, wenn das Laub fällt. „Aber wir sehen auch, dass viele der bereits durch Pilze vorgeschädigten Bäume jetzt schneller ihre Standfestigkeit verlieren“, sagt Benjamnin Drews, zertifizierter Baumkontrolleur in der Abteilung Service öffentlicher Raum. „Ihre Lebenserwartung wird deutlich verkürzt, weil sie durch den heißen Sommer zusätzlich an Widerstandskraft verloren haben. Und generell verlieren die Laubbäume als Folge des Sommers in diesem Jahr viel früher ihre Blätter als in den Vorjahren.“
(Text: PM Stadtwerke Offenbach)

