
Die Feuerwehr ist für Pierre Beckmann Beruf und auch Berufung
Die Feuerwehr Rödermark hat seit einigen Monaten einen ziemlich jungen Chef. Im Frühjahr war Pierre Beckmann als Stadtbrandinspektor vereidigt worden. Die insgesamt 138 Feuerwehrleute der Stadt, 86 von der Freiwilligen Feuerwehr Ober-Roden und 52 aus Urberach, hatten den 31-Jährigen zuvor zum Nachfolger von Herbert Weber gewählt. Die Stellvertreter Lukas Hallmann (40) aus Urberach und der Ober-Röder Merlin Rebel (31) komplettieren das Leitungsteam.
Trotz seines jungen Alters verfügt Pierre Beckmann schon über reichlich Feuerwehr-Erfahrung. Er war bereits seit 2022 stellvertretender Stadtbrandinspektor und ist ein echtes Eigengewächs der örtlichen Feuerwehr. Von 2005 bis 2012 gehörte Beckmann der Ober-Röder Jugendfeuerwehr an, ehe er in die aktive Einsatzabteilung wechselte. „Ich bin durch Freunde zur Feuerwehr gekommen. Die haben gesagt, dass das ein ganz cooles Hobby ist“, erinnert sich Pierre Beckmann an seine Anfänge. Die Kumpels sollten recht behalten. Auch durch die Sommerferienwoche der Feuerwehr, die damals Birgit Weber und Carsten Gerhold betreuten, begeisterte sich Beckmann für die Feuerwehr. „Dieses Hobby habe ich dann immer weiter verfolgt.“ Was ihn an der Feuerwehrarbeit fasziniert? „Da kommen vor allem zwei Sachen zusammen. Da sind zum einen die Feuerwehrgerätschaften, das technische Interesse war bei mir immer da. Und da sind die Menschen, die Motivation, dem Nächsten zu helfen.“
Was vielen Außenstehenden nicht immer klar ist: Das Amt des Stadtbrandinspektors ist ein Ehrenamt. Pierre Beckmann wurde von den Mitgliedern der Feuerwehr Rödermark gewählt und anschließend zum Ehrenbeamten ernannt. Gleichzeitig ist Beckmann aber auch hauptamtlich im sogenannten Fachdienst 3.5 „Brand- und Katastrophenschutz“ bei der Stadt fest angestellt. Der Fachdienst hat sechs Mitarbeiter, die fünfeinhalb Stellen besetzen. Die Festanstellung Beckmanns ist zwar grundsätzlich unabhängig von seinem Ehrenamt, aber natürlich gibt es zahlreiche Synergieeffekte. Im Kreis gibt es einige Feuerwehren, bei denen der Stadtbrandinspektor nicht hauptamtlich bei der Feuerwehr tätig ist. „Da ziehe ich meinen Hut. Hier sind schon viele Termine, etwa mit der Verwaltung, die zu normalen Arbeitszeiten anfallen“, lobt Beckmann die Kollegen.
Im Rahmen seiner Festanstellung gehört die Wartung, Instandhaltung und Reparaturen des kompletten Fuhrparks zum Aufgabengebiet von Pierre Beckmann. Da ist er mit Blick auf seinen Werdegang wohl die Idealbesetzung. Der junge Familienvater, der sich vor drei Monaten über die Geburt seiner Tochter freuen durfte, hat eine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker für Nutzfahrzeuge absolviert und später auch seinen Meister gemacht. Zunächst arbeitete er in einem ortsansässigen Betrieb, später war er zunächst ab 2020 bei der Rodgauer Feuerwehr fest angestellt. Als bei der Feuerwehr Rödermark eine hauptamtliche Stelle ausgeschrieben wurde, wechselte er 2022 in seinen Heimatort.
In seiner Funktion als Stadtbrandinspektor ist Pierre Beckmann, der zunächst bis 2031 gewählt ist, mit der Situation bei der Feuerwehr insgesamt zufrieden. „Was Material und Technik betrifft, kann die Feuerwehr sich nicht beschweren. Da hat die Politik schon immer alles getan, was in ihrer Macht steht. Am Thema Sicherheit wurde noch nicht gespart“, sagt Beckmann. Ein wichtiges Ziel sei es, „dass wir die Feuerwehr zukunftssicher aufstellen“. Da spielt Beckmann in seiner neuen Funktion eine wichtige Rolle. Der Stadtbrandinspektor gilt nach dem Hessischen Feuerwehrgesetz als Leiter der Feuerwehr vor Ort. Das gilt für den aktiven Brandschutz, die allgemeine Hilfe und den Katastrophenschutz. Der Ehrenbeamte ist für die Organisation der Feuerwehr im Stadtgebiet verantwortlich. Er muss für die Einsatzbereitschaft von Mannschaft und Gerät sorgen sowie die Bedarfs- und Entwicklungsplanung fortschreiben. Ihm unterstellt sind die Chefs der Stadtteilwehren, die ihrerseits Verantwortung für die Einsatzabteilung, die Jugendfeuerwehr sowie die Alters- und Ehrenabteilung in ihren jeweiligen Ortsteilen tragen. Der Stadtbrandinspektor und seine Stellvertreter beraten den Bürgermeister als Dienstherrn der Feuerwehr in Fragen des Brandschutzes, der Gefahrenabwehr und der Sicherheit. Lukas Hallmann (40) aus Urberach, der bei der Frankfurter Berufsfeuerwehr arbeitet, ist erster Stellvertreter von Stadtbrandinspektor Pierre Beckmann. Der Ober-Röder Merlin Rebel (31), der als technischer Zeichner bei einem ortsansässigen Betrieb tätig ist, ist der zweite Stellvertreter.
Nicht nur unter den Stadtbrandinspektoren in den Kommunen im Umkreis ist Pierre Beckmann mit seinen 31 Jahren der Jüngste. Auch im sechsköpfigen Team der hauptamtlichen Feuerwehrleute in Rödermark ist das so. Beckmann ist dankbar dafür, dass er im Kollegenkreis auf einen großen Erfahrungsschatz zurückgreifen kann. Auch Herbert Weber, Beckmanns Vorgänger im Amt des Stadtbrandinspektors, gehört zum Hauptamtlichen-Team. „Das macht ja auch die Feuerwehr aus. Wenn man fragt, wird man gerne mit Rat und Tat unterstützt“, sagt Beckmann. Außerdem sei es wichtig, dass die Familie hinter der Feuerwehrarbeit steht.
(Text: PS)
