Integrationspreis 2026 für „Paten für KindergartenKinder“ feierlich verliehen
Die Stadt Offenbach hat die Lokale Agenda 21 (LA21) mit dem Integrationspreis 2026 ausgezeichnet. Die mit 1.000 Euro dotierte Ehrung würdigt das Projekt „Paten für KindergartenKinder – Jugendliche fördern Kinder“, das seit über 20 Jahren Sprachkompetenz, interkulturellen Austausch und bürgerschaftliches Engagement fördert. Über 150 Gäste verfolgten die Verleihung im Stadtverordnetensitzungssaal.
Das Projekt entstand als direkte Antwort auf den dringenden Bedarf an gezielter Sprachförderung in Offenbacher Kitas. „Paten für KindergartenKinder“ bringt Jugendliche ab 16 Jahren aus Offenbacher Schulen, oft selbst mit Migrationshintergrund, mit Kindergartenkindern zusammen. Über ein Schuljahr hinweg besuchen die Paten wöchentlich „ihr“ Patenkind in der Kita, um spielerisch die deutsche Sprache zu vermitteln und so eine vertrauensvolle Basis für Bildung und Teilhabe zu schaffen.
Martin Wilhelm, Integrationsdezernent, Stadtkämmerer und Jury-Vorsitzender, betonte in seiner Begrüßung die essentielle Bedeutung des Projekts: „Das Projekt ‚Paten für KindergartenKinder‘ ist ein herausragendes Beispiel für gelebte Integration und bürgerschaftliches Engagement in unserer Stadt. Es zeigt eindrucksvoll, wie durch persönliche Begegnungen und den Aufbau von Vertrauen wichtige Brücken gebaut und entscheidende Grundlagen für die Zukunft unserer jüngsten Bürgerinnen und Bürger gelegt werden.“ Er hob zudem die generationsübergreifende Wirkung, die nachhaltigen Erfolge und die authentische Hilfe zur Selbsthilfe hervor, welche die Jury zutiefst überzeugt hatten.
Die Laudatio hielten Dr. Dorothee Ader, Museumsleiterin des Klingspor Museums, und Dr. Stefan Soltek, ehemaliger Leiter und wissenschaftlicher Berater des Klingspor Museums, die das Engagement der LA21 und die weitreichenden positiven Effekte des Patenschaftsmodells ausführlich würdigten. Dr. Ader hob dabei insbesondere die transformative Kraft menschlicher Begegnungen hervor: „Wir alle brauchen andere Menschen, damit sich unsere Welt öffnet, damit aus kleinen Gemeinschaften eine Gesellschaft und in einer Gesellschaft ein wirkliches Miteinander entsteht. Wir müssen voneinander lernen, wir müssen miteinander sprechen können, in Beziehung zueinander treten. Ich denke, das sind die großen Geschenke, die das Patenprojekt sowohl den beteiligten Jugendlichen und auch den ganz jungen Menschen in unserer Gesellschaft macht.“
Barbara Levi-Wach von der Lokalen Agenda 21 Offenbach nahm den Preis zusammen mit weiteren Vertreterinnen und Vertretern entgegen und sprach im Namen der Preisträger bewegte Dankesworte: „Dieser Preis ist eine Bestätigung unserer Überzeugung, dass wir uns alle als gegenseitige Chance sehen sollten. Das Projekt ‚Paten für KindergartenKinder‘ vereint mehr als trennt und zeigt, wie Integration von klein auf durch Sprache, Begegnung und gegenseitige Verantwortung gelingen kann.“
Das Projekt erzielt eine doppelte Wirkung: Die Kindergartenkinder erweitern spielerisch ihre Deutschkenntnisse und stärken ihr Selbstvertrauen, während die jugendlichen Paten Verantwortung übernehmen, zu Vorbildern heranwachsen und wertvolle Einblicke in pädagogische Berufsfelder erhalten. Die Jury zeigte sich besonders beeindruckt vom nachhaltigen Erfolg des Projekts, das seit über 25 Jahren fast 800 Jugendliche engagiert hat. Viele ehemalige Paten sind heute selbst in Schlüsselfunktionen im sozialen und pädagogischen Bereich tätig, was die Langzeitwirkung des Projekts eindrucksvoll belegt.
Die festliche Verleihung wurde musikalisch von der Magic Band der Mathildenschule untermalt, die mit Interpretationen von „Billie Jean“ (Michael Jackson), „A Womans Worth“ (Alicia Keys) und „Attention“ (Charlie Puth) für eine inspirierende Atmosphäre sorgte. Im Anschluss an die Preisverleihung lud ein internationales Buffet von Esswerk Offenbach zum weiteren Austausch ein.
Der Integrationspreis der Stadt Offenbach wird jährlich verliehen. Dieser würdigt herausragendes Engagement im Bereich der Integration und wird von einer hochkarätig besetzten Jury aus Vertretenden zentraler Offenbacher Institutionen und der Zivilgesellschaft ausgewählt.
Die Lokale Agenda 21 Offenbach setzt sich für nachhaltige Entwicklung und bürgerschaftliches Engagement ein, um die Lebensqualität in Offenbach zu verbessern.
(Text: PM Stadt Offenbach)

