
1.000 Euro sind auch für die Verhältnisse der klammen Gemeinde Münster eher die berühmten „Peanuts“. Dennoch hat das Ortsparlament nun eine jährliche Ausgabe in dieser Höhe nicht nur in großer Runde diskutiert, sondern mit den Stimmen von CDU, klar! und den drei fraktionslosen Gemeindevertretern auch abgelehnt. Was umso hellhöriger macht, da der kleine finanzielle Beitrag einem Leuchtturm des Bildungsstandorts Münster dienen sollte.
Die FDP hatte beantragt, 2027 dem Förderverein MINT-Zentren Darmstadt-Dieburg beizutreten. MINT steht als Abkürzung für „Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik“. Dazu bieten im Ladadi mittlerweile drei Zentren an Schulen Räume Personal, um besonders motivierten Schülern über den regulären Unterricht hinaus die Möglichkeit zum Forschen, Experimentieren und Vertiefen von Inhalten bieten. Das bislang einzige MINT-Zentrum im Ostkreis befindet sich an der Münsterer Schule auf der Aue und ist seit Anfang 2026 in Betrieb. Im Naturwissenschaftlichen Gebäude der in den vergangenen Jahren fast komplett neu gebauten Kooperativen Gesamtschule stehen dafür fünf Räume – darunter ein Labor – zur Verfügung. Die Räume gibt es schon länger; mit dem Status als MINT-Zentrum können über die Website mint-zentrum-muenster.de jetzt jedoch auch andere Schüler aus der Region Nachmittags-Slots buchen an der Aue-Schule buchen und an Workshops teilnehmen.
Die Münsterer Liberalen wollten nun erreichen, dass die Gemeinde mit ihrem Beitritt zum Förderverein erstens den Jahresbeitrag in Höhe von 360 Euro leistet. Zweitens wollten sie den Betrag per jährlicher 640-Euro-Spende auf 1.000 Euro aufrunden. Damit überzeugte die FDP aber nur die SPD und ALMA-Die Grünen. Womit eine Stimme fehlte, denn CDU, klar! und das Fraktionslosen-Trio votierten geschlossen dagegen.
Das MINT-Zentrum halten wohl auch sie für eine gute Sache, doch die Auseinandersetzung verlief grundlegender. Jochen Ries begründete die Ablehnung der CDU damit, dass die Kommunen das MINT-Zentrum ohnehin schon über die Schulumlage finanziert hätten. Zudem habe beispielsweise auch die Münsterer Kennedy-Grundschule einen Förderverein. „Wo fangen wir an, wo hören wir auf?“, fragte Ries. Durch das knappe Nein zu Beitritt und Spende schufen die Gemeindevertreter in Sachen Fördervereins-Unterstützung letztlich keinen neuen Präzedenzfall.
(Text: jedö)
