
Rund 100 Beschäftigte setzen beim Warnstreik in Babenhausen ein deutliches Zeichen für höhere Löhne, sichere Arbeitsplätze und eine innovative, zukunftsfähige Industrie
Rund 100 Beschäftigte beteiligten sich am heutigen Dienstag am Warnstreik der IG Metall bei AUMOVIO in Babenhausen. Sie machten damit deutlich, dass sie in der laufenden Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie nicht nur faire Entgelte, sondern auch eine klare Zukunftsperspektive für die industrielle Arbeit erwarten.
Claus-Dieter Jost, Betriebsratsvorsitzender bei AUMOVIO Babenhausen, hob die Leistung der Belegschaft hervor und unterstrich die Berechtigung der Tarifforderung: „Es sind die Beschäftigten, die mit ihrer Arbeit jeden Tag die Werte in diesem Unternehmen schaffen. Ihre Erfahrung, ihre Leistungsbereitschaft und ihr Können sind die Grundlage des wirtschaftlichen Erfolgs. Deshalb sind die Forderungen der IG Metall nach fünf Prozent mehr Geld absolut berechtigt. Wer die Werte schafft, muss auch angemessen daran beteiligt werden.“
Hermann Janssen, ehemaliger Vertrauenskörperleiter, betonte die Bedeutung der Kaufkraft für die Beschäftigten und die regionale Wirtschaft: „Die Menschen spüren die gestiegenen Lebenshaltungskosten jeden Tag. Wenn die Löhne nicht entsprechend steigen, verlieren die Beschäftigten an Kaufkraft. Das belastet nicht nur die Familien, sondern schwächt auch den Einzelhandel, das Handwerk und die Wirtschaft insgesamt. Gute Tarifabschlüsse stärken deshalb auch die wirtschaftliche Entwicklung unserer Region.“
Tom Kehrbaum, Zweiter Bevollmächtigter der IG Metall Darmstadt, kritisierte das Angebot der Arbeitgeber und die anhaltenden Arbeitsplatzverluste in der Automobilzulieferindustrie. Allein im ehemaligen Automotive-Bereich von Continental, heute AUMOVIO, ist die Zahl der Beschäftigten weltweit seit Ende 2023 um mehr als 20.000 zurückgegangen.
„Wer bei den Beschäftigten Millionen spart, darf bei der eigenen Vergütung nicht jedes Maß verlieren“, erklärte Kehrbaum mit Blick auf AUMOVIO-Vorstandsvorsitzenden Philipp von Hirschheydt und dessen jährliche Zielvergütung von rund vier Millionen Euro. „Während die Beschäftigten mit einem Minusangebot abgespeist werden sollen, sie zudem unbezahlt mehr arbeiten sollen, werden weiterhin Tausende Arbeitsplätze abgebaut. Das ist keine Zukunftsstrategie! Arbeitsplätze zu streichen, schafft keine Zukunft. Eine wirkliche Zukunftsstrategie schafft neue Arbeit, entwickelt innovative Produkte und investiert in die Fähigkeiten der Menschen.“
Der Warnstreik machte deutlich, dass faire Entgelte und eine zukunftsorientierte Industriepolitik zusammengehören. Die Beschäftigten erwarten von den Arbeitgebern und der Unternehmensführung nicht nur ein verhandlungsfähiges Tarifangebot, sondern auch Investitionen in neue Technologien, innovative Produkte und die Sicherung industrieller Kompetenzen.
Die Botschaft aus Babenhausen ist klar: Die Zukunft der Industrie entsteht durch Investitionen, Innovationen und die Menschen, die sie mit ihrer Arbeit gestalten. Dafür verdienen sie ihren fairen Anteil, so die IG Metall Darmstadt.
(Text: PM IG Metall)
