Erste Geflüchtete aus der Ukraine in Frankfurt

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Sozialdezernentin Voitl empfängt mit Hilfsdiensten die ersten Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine am Hauptbahnhof. (Foto: Bernd Georg)

Sozialdezernentin Voitl und Oberbürgermeister Feldmann versprechen schnelle Hilfe: „Wir fühlen mit Ihnen“

Sie fliehen vor dem Krieg – und ihr Weg führt sie auch nach Frankfurt: Am Dienstag, 1. März, sind die ersten Geflüchteten auf verschiedenen Wegen aus der Ukraine in Frankfurt angekommen. Etwa 15 Menschen kamen mit einem Zug aus Wien.


Sozialdezernentin Elke Voitl hieß die Ankommenden im Namen der Stadt in Frankfurt willkommen. Ihr erster Weg führte sie begleitet von Mitarbeitenden der Stadt in die Bahnhofsmission, um nach der anstrengenden Reise Kraft zu tanken. Ebenfalls vor Ort: Mitarbeitende der Rettungsdienste, des Jugend- und Sozialamts, des Gesundheitsamtes und ein Dolmetscher, um die wichtigsten Fragen schnell und unbürokratisch zu klären. Wer fährt weiter, wer kommt bei Bekannten unter, welche Hilfen werden benötigt – die Schutzsuchenden könnten sich auf die Stadt verlassen, sagte Voitl. Für die Weiterfahrt in Unterkünfte stünden Busse bereit.

Sicherer Hafen Frankfurt

Oberbürgermeister Peter Feldmann sagte: „Im vergangenen Jahr haben wir Frankfurt zum Sicheren Hafen erklärt. Heute um 15.36 Uhr heißen wir die ersten Menschen aus der Ukraine in diesem Sicheren Hafen herzlich willkommen. Wir fühlen mit Ihnen. Der Verlust von Heimat, die Sorge um geliebte Menschen – all das schmerzt. Ich hoffe, dass Sie bei uns zur Ruhe kommen, dass Sie Abstand gewinnen können. Und dass Ihnen unsere Gastfreundschaft hilft, das Schreckliche zu verarbeiten, was Sie erleben mussten.“

„Tausende von Frankfurterinnen und Frankfurter haben in den vergangenen Tagen ihre Solidarität mit der Ukraine bekundet“, ergänzte Voitl. „Das berührt ­ und es verpflichtet. Wir können in einer solchen Situation nicht auf Bund und Land warten. Deshalb springen wir mit einer Frankfurter Lösung in die Bresche. Wir statten die Menschen übergangsweise mit einem Not-Krankenschein aus und sichern ihren Lebensunterhalt über Stiftungsmittel.“

„Für viele von uns ist Vertreibung und Flucht Teil der eigenen Familiengeschichte“, sagte Feldmann. „Wir sind eine Stadt der Ankommer. Das macht uns stark. Ich bin mir daher sicher, dass ich den Magistrat auf meiner Seite weiß, wenn ich heute und hier sage: Lassen Sie uns die Menschen aus der Ukraine demnächst mit einer großen Solidaritäts-Feier in der Paulskirche willkommen heißen. Kein Ort in Deutschland steht so sehr für den Kampf um Demokratie und gleiche Rechte – einen Kampf, den die Menschen in der Ukraine gerade führen.“

(Text: PM Stadt Frankfurt)