Wasserburg als süßes Stück

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Für Helau sorgten am Wochenende die Kerbborsche in Hainhausen. (Foto: ah)

Kerbborsche verteilen Leckereien und verbreiten ein wenig Faschingsstimmung

Hainhausen (ah) „Haahause Helau“ schallte es am Sonntagnachmittag in den Straßen von Hainhausen, begleitet von lauter Fastnachtsmusik. Urheber waren zwar alles gestandene Fastnachter, aber diesmal waren sie in eigener Sache als „Kerbborsche 2006“ und auch für einen sozialen Zweck unterwegs.

Die „Haahäuser Kerbborsche 2006“ sind nicht nur Veranstalter vieler beliebter Veranstaltungen in Hainhausen wie die „längste Theke Rodgaus“, „Tiroler Frühschoppen“, das Waldfest mit dem überregional bekannten „Kerbborsche Schnitzel“ oder auch das „Rochus Mahl“, sondern helfen auch unbürokratisch mit den Erlösen aus den Veranstaltungen in Not geratenen Menschen und unterstützen soziale Organisationen. Durch die Pandemie sind aber schon lange keine Veranstaltungen mehr möglich gewesen und so waren ihnen auch finanziell die Hände gebunden.
Es wären aber nicht die Kerbborsche, wenn ihnen nicht auch in dieser Situation etwas einfallen würde. So setzte man sich vor einiger Zeit zusammen und überlegte, wie man etwas Werbung machen könnte. Heraus kam die Aktion, die an Fastnachtssonntag viele Bürger in Hainhausen auf die Straße lockte. Man verteilte etwas Gebackenes in Form der Hainhäuser Wasserburg, verbunden mit einem Flyer, der über die Kerbborsche informierte. Kräftige Unterstützung erhielten sie dabei von der Bäckerei Schäfer, die das 300 Gramm schwere süße Gebäck aus einem Butter-Hefe-Quarkteig nicht nur herstellte, sondern auch gleich spendete. Am vergangenen Samstag verpackten dann die Kerbborsche zwei Stunden lang fleißig 320 Stück der „süßen Wasserburg“ und hefteten den Flyer daran.
An Fastnachtssonntag gingen Will Eichhorn, Torsten Rudolph, Sascha Pokojewski, Andreas Jäger, Stefan Schäufler und Uwe Kohl bei strahlendem Sonnenschein in drei Gruppen mit Bollerwagen oder Lastenfahrrad los. Man wäre zwar bei jeder Wetterlage gelaufen, aber so strahlten die Kerbborsche mit der Sonne um die Wette. Transportiert wurden nicht nur die Gebäckstücke und Süßigkeiten für die Kinder, sondern auch Lautsprecher, aus denen passende Musik laut erschallte. So wussten die Anwohner schon von weitem, wer da kommt.
Im Vorfeld haben die Kerbborsche darum gebeten, auf den Grundstücken zu bleiben, damit keine größere Menschenansammlung entstehe und alle hielten sich daran. Obwohl es eigentlich keine Fastnachtsaktion war und man den Menschen einfach nur etwas Freude bereiten wollte, waren die Empfänger dieser süßen Botschaft nicht selten zumindest leicht kostümiert. Das Fazit dieser Aktion beschrieb Torsten Rudolph später mit den kurzen Worten: “Das war einfach der Hammer“.
Man wollte nicht an den Häusern klingen, um keinen unnötig zu belästigen. Wer Interesse hatte, stand schon am Tor und auch Fußgänger, denen die „Botschafter“ begegneten, wurden mit dem süßen Gruß bedacht. Aber einfach abgeben und dann weiterziehen, war kaum möglich. Spaßige Sprüche flogen hin und her und nicht selten gab es ein Schnäpschen zu trinken. Manche Familien hatten auf dem Grundstück auch Tische aufgestellt und machten daraus noch eine kleine Feier und genossen so den Sonnenschein.
Auch ein anderes Ergebnis überraschte die Kerbborsche: Bei der Ankündigung dieser Aktion hatte man um Spende gebeten und das Ergebnis überraschte alle: „Wir haben auf 30 Euro gehofft, aber es kamen 100 Euro mehr zusammen. Das ist mehr als großartig“, freute sich Torsten Rudolph.
Seit einiger Zeit wird die Aktion „Jeder kann helfen“ unterstützt und das Geld geht in Form von Lebensmitteln an diese Adresse. Die Gruppe funktioniert in Form einer erweiterten Nachbarschaftshilfe, die für 70 bedürftige Senioren kocht (täglich eine warme Mahlzeit) und auch einen kleinen Kreis von Obdachlosen mit dem Nötigsten versorgen. Zudem kommen 45 Familien mit über 100 Kindern dazu und die Anzahl der Bedürftigen wächst stetig.
Auch werden für die Kinder, deren Eltern sich eine Betreuung nicht leisten können, in den Schulferien Feriencamps organisiert. Aktionen zu Ostern und Weihnachten gehören ebenfalls dazu.
Weitere Informationen zu der Rodgauer Gruppe findet man auf Facebook unter „Jeder kann helfen – mit Lebensmittel und Sachspenden“