Schnelle Gewissheit in der Apotheke

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BU: Stäbchen kurz in Nase und Rachen ertragen und schon hat man es hinter sich: Der Test in der Pauly von Buttlar Apotheke in Rodgau ist schnell überstanden. (Foto: sit)

Seit Anfang Februar darf auch in Apotheken auf COVID-19 getestet werden – Bei mehr als 50 Tests nur negative Ergebnisse in Rodgauer Filiale

RODGAU (sit) Vom unmittelbar angrenzenden Parkplatz durch eine gesonderte Außentür sofort in den Testraum: Hier wartet ein Mediziner in voller Infektions-Schutzmontur, um bei der angemeldeten Testperson einen Antigen-Schnelltest durchzuführen. So unkompliziert läuft es beispielsweise bei der Pauly von Buttlar Apotheke in Rodgau. Seit Anfang Februar darf deutschlandweit auch in Apotheken getestet werden.

„Die wenigsten Apotheken bieten diesen Service an, denn der Aufwand ist groß und die Einnahmen gering“, erklärt Hendrik Wehling, Filialleiter der Pauly von Buttlar Apotheke. „Wir haben jedoch von Anfang an gesagt, dass wir unseren Versorgungsauftrag ernst nehmen“, so der Apotheker. „Auch wenn die Bundesregierung demnächst kostenfreie Tests anbietet, werden wir weiterhin Testungen durchführen.“ Noch kostet der Test 39,90 Euro in der Apotheke. Dabei kann sich die Testperson jedoch darauf verlassen, dass alles fachlich richtig durchgeführt wird. Eine der Bedingungen, an die der COVID-19-Test in Apotheken geknüpft ist, besagt, dass er von „medizinisch geschultem Personal“ vorgenommen wird. „Das muss kein Arzt oder eine überhaupt im medizinischen Bereich tätige Person sein, sie muss nur eine Schulung dazu besucht haben“, sagt Hendrik Wehling. „Wir haben einen Mediziner von der Asklepios Klinik Seligenstadt dafür gewinnen können.“ Der junge Mann ist gerade am Ende seiner Ausbildung zum Arzt und hat unter anderem durch seine Arbeit in der Notfallambulanz Erfahrung im Umgang mit Patienten.

BU: Stäbchen kurz in Nase und Rachen ertragen und schon hat man es hinter sich: Der Test in der Pauly von Buttlar Apotheke in Rodgau ist schnell überstanden.
(Fotos: sit)

Von 17.30 bis 19.30 Uhr kann in Rodgau-Dudenhofen im 10-Minuten-Takt ein Nasenrachenabstrich vorgenommen werden. Vorab hat die Testperson einen kurzen Fragebogen ausgefüllt und neben Angaben zur Person auch Fragen nach Ausschlusskriterien wie eine gravierende Nasenscheidewandverkrümmung oder chronisch enge Nasengänge beantwortet. Von einigen bisher Getesteten war zu hören, dass der Abstrich in der Nase als sehr unangenehm empfunden wurde – bei einem entsprechend verengten Organ also in dieser Form nicht möglich wäre. Bis das Ergebnis des Abstrichs vorliegt, dauert es rund eine halbe Stunde. „Wir hatten bei mehr als 50 Tests bisher kein einziges positives Ergebnis dabei“, freut sich Hendrik Wehling. Sollte jemand positiv getestet werden, muss das selbstverständlich dem zuständigen Gesundheitsamt gemeldet werden. Auf dem Kontrollstreifen zeigt sich anhand des Abstrichs, ob eine akute Infektion mit COVID-19 vorliegt. Die Schleimhäute in Nase und Rachen zeigen nur die Momentaufnahme. Ob jemand die Krankheit ohne Symptome bereits überstanden hat, könnte nur ein Bluttest nachweisen.

BU2: Das Ergebnis steht in Kürze fest – nach rund 20 Minuten.

COVID-Tests also neben Testzentren und Arztpraxen nun auch in Apotheken möglich – ist es denkbar, dass zukünftig hier auch geimpft werden darf? Der Standard beim Impfen sei in der Bundesrepublik glücklicherweise sehr hoch, meint Hendrik Wehling. Von ihm kommt ein klares Nein zum Impfen außerhalb medizinischer Einrichtungen. „Das wäre grob fahrlässig, schon allein wegen der Notfälle, die auftreten können. Wer außer einem Mediziner könnte im Notfall adäquat eingreifen und die richtigen Maßnahmen ergreifen?“ Deshalb werde es in Deutschland Impfungen in Apotheken oder Einrichtungen ohne Mediziner, wie es wohl schon der ein oder andere Staat praktiziere, nicht geben.

 

Wenn die kostenfreien Tests in absehbarer Zeit starten, wird die Pauly von Buttlar Apotheke die Test-Zeiten um eine Stunde täglich verlängern. „Wir erwarten dann eine stärkere Nachfrage nach den Tests und wollen sie auch weiterhin möglichst vielen potenziellen Testpersonen ermöglichen“, kündigt der Apotheker an. Eine Entscheidung darüber, ob es bald flächendeckend kostenfreie Tests im Land gibt, hat die Bundesregierung gerade erst auf die Zeit nach dem 1. März vertagt.