Equal Pay Day am 10. März 2021 für Gleichstellung

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Foto: Stadt Griesheim

GREISHEIM (PM) – Der Equal Pay Day wurde 2008 erstmals auf Initiative der Vereinigung „Business and Professional Woman“ (BPW Germany) in Deutschland durchgeführt. „Business and Professional Woman“ ist eines der ältesten und größten internationalen Berufsnetzwerke für angestellte und selbstständige Frauen, das in rund 100 Ländern vertreten ist. Business and Professional Woman International genießt Beraterstatus bei den Vereinten Nationen und beim Europarat.

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Der Equal Pay Day findet in diesem Jahr am 10. März statt. Der Equal Pay Day markiert symbolisch den Tag bis zu dem Frauen umsonst arbeiten, während Männer ab dem 1. Januar für ihre Arbeit bezahlt werden. Bezogen auf das Jahr 2020 sind das insgesamt 69 Tage. Dazu kommt, dass aktuell Frauen in Deutschland durchschnittlich 19 Prozent weniger als Männer verdienen. Letztendlich spielen bei der Lohngerechtigkeit und der Entgeltgleichheit leider gängige Rollenstereotype nach wie vor eine Rolle. Ziel ist es daher, mit dem Equal Pay Day die Debatte über die Gründe der Lohnunterschiede in die Öffentlichkeit zu tragen, ein Bewusstsein für die Problematik zu schaffen, zu sensibilisieren und zu mobilisieren, damit sich die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern schließt. Um das Thema „Geschlechtergerechtigkeit“ mehr in die Öffentlichkeit zu bringen, startete am 1. Januar die Social Media Kampagne zum Equal Pay Day, der 2021 unter dem Motto „Game Changer – Mach dich stark für equal pay“ steht.

Game Changer, das sind mutige, kreative, moderne Macher und Macherinnen. Menschen, die aktiv, innovativ und kompetitiv sind. Game Changer sind Gewinnende im doppelten Sinne des Wortes: Sie gewinnen ihr Spiel und gewinnen andere für ihre Ideen. Der Begriff Game Changer kommt aus dem Sport. Als Game Changer wird der Spieler oder die Spielerin bezeichnet, die das Spiel verändert, herumreißt und vielleicht sogar mit eigenen Regeln den Druck auf alle Beteiligten erhöht, sich weiterzuentwickeln. Seit Beginn der Kampagne „Game Changer – Mach dich stark für equal pay“  haben eine Vielzahl von Vorbildern für Geschlechtergerechtigkeit aus allen Bereichen der Gesellschaft ihre Zitate in den sozialen Netzwerken Facebook, LinkedIn, Twitter und Instagram und auf der Website www.equalpayday.de/startseite/ veröffentlicht.

Promis wie Moderatorin Pinar Atalay, Moderator Jo Schück und Schauspielerin Collien Ulmen-Fernandes sowie Menschen aus Unternehmen, Organisationen und aus der Zivilgesellschaft haben  ihren Beitrag zu equal pay vorgestellt. Das neue Jahr startete außerdem mit einem wichtigen gesetzlichen Schritt in Richtung Gleichstellung: Das Kabinett hat den Gesetzesentwurf zum “Zweiten Führungspositionengesetz” beschlossen. Damit wird ein wichtiger Meilenstein für die Teilhabe von Frauen an Führungspositionen gelegt: Die Vorstandsquote wird eingeführt. Ein wichtiger nächster Schritt ist die Aufwertung der sozialen Berufe, deren existenzsichernde Bedeutung gerade im Corona-Lockdown deutlich wurde. Nachstehend werden sieben Tipps und Tricks aus dem „Plan W-Podcast“ der Süddeutschen Zeitung zitiert, wie ein Gehaltsgespräch Spaß machen kann.

Link https://www.sueddeutsche.de/karriere/plan-w-podcast-endlich-spass-am-gehaltsgespraech-1.3973740

Der Plan W-Podcast ist das Frauenwirtschaftsmagazin der Süddeutschen Zeitung zum Hören. Alle zwei Wochen gibt es eine neue Folge. Die Macherin Susanne Klingner geht Fragen aus dem Wirtschaftsleben nach, trifft Wirtschaftsfrauen und schaut in Unternehmen.

„Endlich Spaß am Gehaltsgespräch: 7 Tipps und Tricks

1 ES MUSS KEINE SIEGERIN GEBEN. UND AUCH KEINE VERLIERERIN. Der Gedanke, gegen den oder die Vorgesetzte in einer Art Argumenteschlacht an-zutreten, schreckt viele Frauen ab. Dabei müssen Verhandlungen keine Kämpfe sein. Die zwei Fragen, die die Richtung des Gesprächs bestimmen sollten, sind: “Wie profitiert mein Gegenüber von meiner Leistung?” und “Wie profitiere ich davon, dass ich sie ihm gebe?”

2 MEHR SPIEL, WENIGER DRUCK Situationen sind weniger belastend, wenn wir nicht das Gefühl haben, dass alles von ihnen abhängt. Warum Verhandlungen nicht als Herausforderung und als Spiel sehen? Kleine Rollenspiele sind zum Bei-spiel sinnvoll zur Vorbereitung. Sie können helfen, das eigene Selbstbild aufzupolieren, weil andere unsere Qualifikationen oft klarer benennen können.

3 IM KOPF FÜR ANDERE ZU VERHANDELN ZAHLT SICH AUS In einer Studie der Universität Texas erzielten Frauen ein Jahresgehalt, das 7.000 US Dollar unter dem der Männer lag, wenn sie für sich selbst verhandelten. Wenn sie hingegen für andere Frauen verhandelten, erhielten sie mindestens das gleiche Jahresgehalt. Das „Stellvertreterverhandeln“ vertrieb bei den Probandinnen die Angst, egoistisch zu erscheinen. Und die Verhandlungspartner nahmen die Frauen als Teamplayer positiver wahr. Es ist also wissenschaftlich erwiesen, dass ein Perspektivwechsel bares Geld bringen kann. Einfach mal ausprobieren.

4 EINEN FEMINIST FIGHT CLUB GRÜNDEN Den Begriff erfand die US-amerikanische Autorin Jessica Bennett. Sie schwört auf ein gut funktionierendes Netzwerk aus anderen Frauen. Mit ihnen kann man offen über Gehälter reden, Tipps und Tricks austauschen und die Fight Club-Frauen waschen einem auch den Kopf, wenn man die Gehaltsverhandlungen mal wieder aufs nächste Jahr schieben will.

5 MEHR ZEIT MIT DEN VORGESETZTEN Immer eine gute Idee: Die oder den Vorgesetzten über die eigenen Tätigkeiten und Erfolge auf dem Laufenden zu halten. “Es ist ganz wichtig, dass man das ganze Jahr über ein schlaues Selbstmarketing betreibt. Gehaltsverhandlungen sind 365 Tage im Jahr.”, sagt Heidi Stopper im Podcast. Als Führungsfrau und Personalvorstand saß sie schon auf beiden Seiten des Verhandlungstisches.

6 DEN EIGENEN WERT RECHERCHIEREN UND 10 PRO-ZENT DRAUFSCHLAGEN Ein guter Kenntnisstand ist die beste Voraussetzung für eine gelungene Verhandlung. Vor Gehaltsgesprächen sollte man wissen, was die eigene Position wert ist und welche Leistung man selbst liefert, um dann mit einer konkreten Forderung ins Gespräch zu gehen. Eine um etwa 10 Prozent höhere Summe, als die, die man erwartet, erlaubt Spielraum.

7 SCHWEIGEN, SENDEN UND EMPFANGEN Viele Frauen neigen dazu, sich ausführlich zu erklären und Gesprächslücken füllen zu wollen. Dabei kann Schweigen eine starke Waffe sein. Noch wichtiger ist ein ausgewogener Gesprächsverlauf von ungefähr 50:50. Denn Gehaltsverhandlungen sind für beide Seiten nicht nur Anlässe zum „Senden“, sondern auch zum „Empfangen“.