Gemeinde will Maßnahmen zur Reduzierung des Fluglärms prüfen lassen

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Foto: Pixabay

EGELSBACH (PM) – Inzwischen hat es in Egelsbach wohl jeder mitbekommen, der Fluglärm vom Verkehrslandeplatz im Ort hat deutlich zugenommen. In der Pandemie haben wohl viele Menschen ihren Traum vom Fliegen wiederentdeckt und mit einer Ausbildung zum Erwerb einer Fluglizenz begonnen. Die Flugschulen am Verkehrslandeplatz haben richtig viel zu tun, was aber auch zu einem deutlichen Anstieg der Flugbewegungen und somit auch zu mehr Lärm geführt hat.

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Deshalb hatte Bürgermeister Wilbrand für Donnerstag, den 04.03.2021 Vertreter des Regierungspräsidiums, des Hauptgesellschafters der Flugplatzgesellschaft und der beiden betroffenen Kommunen zu einer Videokonferenz geladen, um in kleinem Kreis einmal über Optionen zur Fluglärmreduzierung zu diskutieren. Im fast zweistündigen Gespräch wurden verschiedene Themen diskutiert, von der besseren Erreichbarkeit des Bürgertelefons, über eine laterale Eingrenzung der Einflugschneise und strengeren Kontrollen und Sanktionierungen für Abweichungen, bis hin zur Ausweitung des Egelsbacher Modells auf alle Flüge am Wochenende und an Feiertagen. „Die Diskussionen waren kontrovers, aber konstruktiv“, fasst Bürgermeister Wilbrand aus Egelsbach seine Eindrücke zusammen. Es gäbe nun mal unterschiedliche Interessenlagen, die man versuchen müsse, in Einklang zu bringen.

Claudia Lange wies auf die hohe Lärmbelastung der Erzhäuser*Innen durch das Hovern der Hubschrauber hin, die diskutierten Ansätze böten noch keine konkreten Lösungen. „Für den Flugplatz als öffentliche Verkehrsfläche existiert ein Planfeststellungsbeschluss, in dem sowohl das Egelsbacher Modell in seiner aktuellen Form, wie auch Obergrenzen für Lärm und Flugbewegungen festgelegt sind. Solang der Dauerlärmpegel von 55 dB bzw. die Obergrenze von 100.000 Flugbewegungen im Jahr nicht überschritten werden, können wir als Aufsichtsbehörde keine grundsätzlichen Änderungen vornehmen oder fordern“, beschreibt Thomas Plich, der zuständige Dezernatsleiter im Regierungspräsidium Darmstadt, die Situation aus Sicht seiner Behörde.

Auch der neue Haupteigner der umbenannten TRIWO Egelsbach Airfield GmbH bekundet sein Interesse, an einem guten nachbarschaftlichen Verhältnis zu den Anwohnern. Peter Adrian, seit einem Jahr Geschäftsführer der Betreibergesellschaft, weist aber auch auf die Grenzen im Entgegenkommen hin. „Der Flugplatz ist vergleichbar mit einer Straße oder einer anderen Verkehrsinfrastruktur. Da kann man ja auch nicht einfach sagen, das waren jetzt genug Autos für heute, wir schließen die Straße. Darüber hinaus hat der Flugplatz in den vergangenen Jahren immer rote Zahlen geschrieben. Als Unternehmen müssen schon auch sehen, dass wir zumindest mal unsere Kosten wieder erwirtschaften“, macht Adrian klar. Simon Bock-Janning, Standortleiter in Egelsbach, ergänzt: „Außerdem muss davon ausgegangen werden, dass bei weiteren Einschränkungen in der Nutzbarkeit, immer mehr Verkehr in immer kürzerer Zeit abgewickelt werden muss. Das geht nicht nur zu Lasten der Sicherheit, sondern führt in diesem Zeiten dann auch zu noch mehr Lärm.“ Dennoch waren alle Beteiligten sich darin einig, dass es sinnvoll ist, im Gespräch zu bleiben. Deshalb sollen neben den zwei Mal im Jahr üblichen Sitzungen der Fluglärmkommission in Zukunft auf Arbeitsgespräche im kleinen Kreis stattfinden, in der Erwartung der Kommunen, mit kleinen Schritten die Lärmsituation verbessern zu können.