Zwei Eppertshäuser und ein Münsterer im Kreistag

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Foto: Pixabay
Kreiswahl: Helfmann und Brockmann ziehen ungefährdet ein, Thurisch schafft es knapp / Zahedi erster Nachrücker / Ex-Bürgermeister Frank verpasst den Einzug deutlich

DARMSTADT-DIEBURG (jedö) – 71 Männer und Frauen werden im Landkreis Darmstadt-Dieburg in den nächsten fünf Jahren den Kreistag und damit die zentrale parlamentarische Instanz bilden.

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Während die Anzahl der Sitze gegenüber der offiziell am 31. März auslaufenden Wahlperiode gleich bleibt, hat sich die personelle Zusammensetzung teils geändert. Unter den Kandidaten, die ein Mandat gewonnen haben, sind auch zwei Eppertshäuser und ein Münsterer. Aus Eppertshausen haben es für die CDU Carsten Helfmann sowie Ann-Katrin Brockmann souverän geschafft. Beide gehörten auch der bisherigen Unions-Fraktion im Kreistag an und werden darüber hinaus in den nächsten Jahren auch viele Sitzungstermine in ihrer Kommune wahrnehmen – Helfmann als Eppertshäuser Bürgermeister, Brockmann als CDU-Gemeindevertreterin. Beide verbesserten sich auf der CDU-Liste leicht nach oben, waren aber auch von sicheren Ausgangspositionen gestartet. Insgesamt holte die CDU kreisweit 25,6 Prozent, was 18 Mandate bedeutete. In Eppertshausen lag ihr Stimmenanteil bei der Kreiswahl mit 43 Prozent weit über dem Kreisschnitt. Den Ruf, seit dem Jahrtausendwechsel eine schwarze Hochburg zu sein, unterstrich Eppertshausen damit einmal mehr.

Ein anderer (Ex-)Bürgermeister wäre momentan hingegen nicht im Kreistag vertreten: Sozialdemokrat Gerald Frank, den die Münsterer 2020 nach nur sechs Jahren mehrheitlich nicht mehr im Chefsessel des Rathauses haben wollten. Bei der Kreiswahl ging Frank von Platz 25 ins Rennen und holte zwar mehr Stimmen als ein vor ihm platzierter Kandidat, wurde zugleich aber auch von vier Genossen überholt. Aktuell liegt Frank auf Platz 28 und damit auf der fünften Nachrückerposition. Die SPD war bei der Kreiswahl die klare Nummer eins, sicherte sich 32,2 Prozent der Stimmen und 23 Mandate. Zusammen mit den 13 Mandaten, die die Grünen (18,3 Prozent) eroberten, würde es im Kreistag sogar hauchdünn für Rot-Grün reichen. Bisher koalierten SPD und Grüne im LADADI mit der FDP. Von den gewählten Sozialdemokraten, die vor Gerald Frank eingelaufen sind, werden zwar einige (wie Landrat Klaus Peter Schellhaas) auf ihr Mandat verzichten und Nachrückern den Einzug in den Kreistag ermöglichen. Ob es aber auch noch für den Bürgermeister a. D. reicht, ist fraglich. Der neue Kreistag konstituiert sich am 10. Mai.

Diesen Termin hat sich ein anderer Münsterer wohl schon im Kalender angestrichen: Sven-Carsten Thurisch ist der einzige Mandatsträger, der die Gersprenz-Gemeinde derzeit sicher im neuen Kreistag vertritt. Er hielt seinen vierten Platz auf der AfD-Liste. Die AfD verlor im Kreis gegenüber 2016 mehr als die Hälfte ihrer Stimmen und Mandate, holte nun nur noch vier Sitze. Einen davon darf Thurisch einnehmen. Nicht gereicht hat es zumindest vorerst für den Münsterer Tom Volkert, der für die Linke auf Platz vier angetreten und auf Platz fünf abgerutscht war. Wohl etwas zu tief im Angesicht von nur drei Mandaten. Für Volkert geht der Wahlkampf weiter: Er tritt am 30. Mai als Direktkandidat bei der Landrats-Wahl an.

Bei der FDP rutschte (bedingt durch den Aufstieg mehrerer „alter Hasen“ auf dieser Liste) der Eppertshäuser Aria Zahedi von Platz 3 auf 5 ab. Die Liberalen holten vier Mandate. Zahedi ist momentan der erste Nachrücker. Vor ihm steht unter anderem Margarete Sauer, die zuletzt Kreisbeigeordnete war. Sollte sie das erneut werden, müsste sie auf ihr Mandat verzichten und Zahedi könnte ihren Platz in der Fraktion einnehmen. Derzeit ist aber unklar, ob die FDP Teil einer neuen Koalition wird. Nur dann dürfte sie eine realistische Chance auf einen erneuten Beigeordneten-Posten haben. Bisher war die FDP im Kreis Teil der „Ampel“ mit SPD und Grünen. SPD und Grüne stellten mit Rosemarie Lück und Robert Ahrnt jeweils hauptamtliche Beigeordnete. Margarete Sauer, die sich im LADADI beispielsweise durch ihren Einsatz für den „Pakt für den Nachmittag“ einen guten Ruf erworben hat, fungierte ehrenamtlich.