Pfarreienzuschnitt im Dekanat Rüsselsheim: Büttelborner Katholiken werden Teil einer großen Mittelpfarrei

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Der künftige Pfarreizuschnitt. Die Mainspitze (Orange) zählt nicht mehr zu den drei Pfarreien. Die Büttelborner Katholiken gehören zur großen Mittelpfarrei (Grün).

Am 23. März 2021 hat der Dekanatsrat im Katholischen Dekanat Rüsselsheim in seiner digitalen Sitzung über den zukünftigen Pfarreizuschnitt beraten und mit einer Mehrheit von über 90 Prozent folgendes beschlossen:  Auf dem Gebiet des heutigen Dekanates, welches fast identisch mit dem Kreis Groß-Gerau ist, sollen drei neue größere Pfarreien entstehen. So sieht es auch die Vorgabe des Bistums im Rahmen des Pastoralen Weges vor.

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Die Pfarreien aus der Pfarrgruppe Mainspitze (Ginsheim-Gustavsburg und Bischofsheim haben sich bereits vorher dazu entschlossen, gemeinsam mit dem Pfarreienverbund AKK (Amöneburg, Kastel und Kostheim) eine neue Pfarrei zu bilden. Diese Pfarrei zählt allerdings nicht zu den drei neuen Pfarreien auf dem Gebiet unseres Dekanates.

Im Norden des Dekanates sollen der Pfarreienverbund Kelsterbach / Raunheim, die Pfarrgruppe St. Josef / Auferstehung Christi aus Rüsselsheim und die Rüsselsheimer Pfarrei Heilige Familie eine neue Pfarrei mit rund 16.000 Gemeindemitgliedern bilden. Hier sind auch die muttersprachlichen Gemeinden, d.h. die spanisch, italienisch und kroatisch sprechenden Gemeinden aus Rüsselsheim, zugeordnet.

Im Süden soll aus dem bisherigen Pfarreienverbund Ried eine neue Pfarrei entstehen, die sich aus den Pfarreien Gernsheim, Biebesheim / Stockstadt und Goddelau zusammensetzt. Diese Pfarrei hat ca. 10.000 Gemeindemitglieder.

Für die Katholische Pfarrgemeinde St. Nikolaus von der Flüe in Büttelborn mit ihren vier Gemeindeteilen (Büttelborn, Klein-Gerau, Berkach und Dornheim) bedeutet das: Sie gehört zukünftig zur großen Pfarrei der Mitte, die gemeinsam aus der Pfarrgruppe Astheim / Trebur / Geinsheim, der Pfarrgruppe Nauheim / Königstädten, dem Pfarreienverbund Mörfelden / Walldorf und dem Pfarreienverbund Groß-Gerau / Büttelborn entstehen soll. Auch die italienisch sprechende Gemeinde Groß-Gerau zählt hier dazu. Von der Fläche und mit rund 21.000 Gemeindemitglieder entsteht so die größte neue Pfarrei auf dem Gebiet des bisherigen Dekanates.

Die Mitglieder des Dekanatsrates haben sich ihre Entscheidung über die Zusammensetzung der künftigen Pfarreien nicht einfach gemacht. In den letzten Monaten gab es zahlreich Beratungen auf verschiedenen Ebenen. Dabei gab es immer wieder Rückmeldungen in und aus den Pfarreien und Pastoralen Einheiten. Die Pfarreien hatten ihre „Wunschpfarreien“ bei der AG Pfarreienzuschnitt des Dekanates eingereicht. Daraus wurden fünf Varianten entwickelt. Die Rückmeldungen hierzu flossen in die Beratungen beim Ratschlag des Dekanates am 06. März 2021 ein, an dem ca. 80 haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter*innen aus den allen Pfarreien des Dekanates teilnahmen. Beim Ratschlag wurden die Ergebnisse aus den Gemeinden zusammengetragen. Diese wurden diskutiert, Argumente für und wider wurden ausgetauscht und die Erkenntnisse führten dann zu einem Konsens. Daraus erarbeitete der Dekanatsvorstand eine Beschlussvorlage, die nun in der Sitzung des Deknatsrates verabschiedet wurde. Dabei konnte keine der Gemeinden ihre Wünsche zu 100 Prozent durchsetzen, dennoch wurde eine Entscheidung getroffen, die allen Beteiligten tragfähig erscheint.

Die Entscheidung zum Pfarreizuschnitt fließt in das Gesamtkonzept des Dekanatsprojektteams (DPT) ein. Dieses Konzept wird im Herbst der Bistumsleitung vorgelegt. Bischof Kohlgraf wird im nächsten Jahr die neuen „Pastoralräume“ in Kraft setzen. Da alle bisherigen Schritte eng mit dem Bistum abgestimmt waren, ist nicht mit größeren Überraschungen zu rechnen. In den folgenden Jahren sollen dann bis spätestens 2030 nach und nach die neuen Pfarreien entstehen. Der Begriff Pfarrei bezieht sich auf die zukünftige Verwaltungsstruktur. Wichtig dabei ist, dass das Gemeindeleben vor Ort lebendig bleibt. Die einzelnen Gemeinden und Kirchorte sollen daher Netzwerke bilden und dadurch voneinander profitieren.

Jetzt entsteht aber keine Pause. Bereits nach Ostern soll es ein erstes „Netzwerkertreffen“ geben. Dabei werden sich zunächst einige Mitglieder der Gremien sowie der Projektgruppen aus den jeweils beteiligten Gemeinden treffen, sich austauschen und kennenlernen. Hier soll zuerst überlegt werden, welche Möglichkeiten zu Begegnungen zwischen den einzelnen Gemeinden geschaffen werden können. Später sollen gemeindeübergreifende Arbeitsgruppen zu den verschiedenen Themenbereichen entstehen. Das betrifft nicht nur die Mitglieder der Gremien oder der bisherigen Projektgruppe. Alle Gemeindemitglieder sind herzlich eingeladen ihre Ideen und Stärken einzubringen.

Ausführliche Informationen zum Pastoralen Weg mit Bildern und Grafiken oder auch zu anderen Themen finden Sie im Internet unter: https://bistummainz.de/pfarrei/buettelborn/