Die wenigsten Alkoholvergiftungen bei Jugendlichen hat Offenbach

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Foto: Pixabay

OFFENBACH (PM) –  Übermäßiger Alkoholgenuss endet für Kinder und Jugendliche häufig mit fatalen Folgen. Nach der kürzlich veröffentlichen Jahresstatistik des Landes Hessen für 2019 mussten 920 Kinder und Jugendliche stationär aufgenommen und behandelt werden.

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Die niedrigste Fallzahl in Hessen weist dabei die Stadt Offenbach aus. Dort wurden sechs Kinder und Jugendliche stationär behandelt –  die niedrigste Zahl seit 2003. Frank Weber, zuständig beim Ordnungsamt der Stadt Offenbach für Kommunale Präventionsarbeit betont: „Seit 2010 puschen der Förderverein Sicheres Offenbach e.V. und die Stadt Offenbach die Alkoholprävention an Schulen. Wir bieten mit dem Suchthilfezentrum Wildhof aktiv Workshops an Schulen an, um junge Menschen über Suchtgefahren aufzuklären. Erreicht haben wir dadurch bis Ende 2019 150 Schulklassen mit 3.739 Schülerinnen und Schülern. Die Workshops sind ein wichtiger Baustein der Suchtprävention in Offenbach, wie auch die regelmäßig für Schülerinnen und Schüler stattfindenden Jugendfilmtage in Cinemaxx, für die Schülerinnen und Schüler aus Stadt und Kreis Offenbach eingeladen werden.“

Rainer Ummenhofer vom Suchthilfezentrum Wildhof erklärt, was bei den Workshops vermittelt wird: „Es geht um risikoarmen Konsum, um Selbstreflexion und um die Stärkung der Persönlichkeit. Finanziert werden die Workshops vom Förderverein Sicheres Offenbach, organisiert werden sie von unserer Fachstelle für Suchtprävention.“  Sein Kollege Christian Beek ergänzt: „Ausgebildete Studentinnen und Studenten kommen in die Schulklassen und sprechen mit den Schülerinnen und Schülern über ihre persönlichen Erfahrungen und Standpunkte zum Alkoholkonsum. Alle Schülerinnen und Schüler erfahren, dass Alkohol in schwierigen Lebenssituationen besonders gefährlich ist und dass sie in der Schwangerschaft alkoholfrei bleiben müssen.“ Die Workshops kommen laut Beek gut an, weil die Schülerinnen und Schüler erleben, dass sie ernst genommen werden.

Ab sofort können die Schulen Präventions-Workshops für das laufende Jahr anfragen. Neben dem Thema „Alkohol“ bietet die Fachstelle für Suchtprävention auch Workshops zu den Themen „Cannabis“, „Glücksspiel“ und zu „Mediensucht“ an. Schulen können sich für die Workshops melden bei der Fachstelle für Suchtprävention unter der Rufnummer 06074-6949616 oder per Mail an christian.beek@shz-wildhof.de. „Wir würden uns freuen, wenn wieder viele Offenbacher Schulen das Präventionsangebot nutzen würden“, so Frank Weber vom Ordnungsamt.

Aber auch um die Kinder und Jugendliche, die trotz aller Präventionsmaßnahmen stationär aufgenommen werden, wird sich gekümmert. Im Rahmen des Landesprogramms „HaLT“ werden in Stadt und Kreis Offenbach junge Menschen bis zum 18. Lebensjahr nach einer Alkoholvergiftung direkt im Krankenhaus aufgesucht und beraten. Rainer Ummenhofer, verantwortlich für die Durchführung des Programms sagt: „Wir reden offen über den manchmal lebensgefährlichen Alkoholkonsum mit dem Ziel, riskante Konsumgewohnheiten zu erkennen und möglichen Suchtentwicklungen aber auch psychischen, physischen und sozialen Gefährdungen vorzubeugen. Bei Bedarf machen wir weiterführende Hilfsangebote. Auf Wunsch stehen die Beraterinnen und Berater des Suchthilfezentrums Wildhof auch den Familien und Freunden zum Gespräch zur Verfügung.“

Für 2020 liegen die statistischen Zahlen des Landes noch nicht vor.  Wie sich Corona-Pandemie und die Absage von Volksfesten und privaten Feiern ausgewirkt haben, bleibt abzuwarten. Hintergrundinformationen zu „HaLT“:

„HaLT“ steht für „Hart am Limit“ und ist ein Frühinterventionsprojekt für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit riskantem Alkohol-und auch Cannabiskonsum. Seit dem 01.03.2011, also seit 10 Jahren beteiligen sich Kreis und Stadt Offenbach am Programm „HaLT“. Außer der anonymen Beratung noch direkt im Krankenhaus gehört zu „HaLT“ ein Netzwerk, das in Offenbach weitere Präventionsprojekte wie die JugendFilmTage oder die Aktionswoche Alkohol organisiert. Beteiligt sind das Ordnungsamt Offenbach, das Suchthilfezentrum Wildhof, die Suchtselbsthilfegruppen, das Staatliche Schulamt, die Polizei sowie viele weiteren Offenbacher Institutionen. Auch in der Corona-Zeit ist das Netzwerk weiter aktiv mit Öffentlichkeitsarbeit und mit der Vorbereitung von neuen Veranstaltungen.