Die Erscheinung Jesu vor Maria von Magdala – Wort zum Sonntag

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Claudia Schöning, Gemeindereferentin Foto: St.Sebastian, Eppertshausen

EPPERTSHAUSEN (PM) – Das Leben bricht sich Bahn – ein starkes Gefühl, was mich jedes Jahr überkommt, wenn der Garten voller Krokusse, Primeln und Osterglocken ist. Die Freude auf das Osterfest wächst dann spürbar.

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Die Auferstehungserzählung von der Erscheinung Jesu vor Maria von Magdala im Garten ist mir daher die Liebste. Maria von Magdala ist am Boden zerstört, ihr Leben liegt quasi in Scherben. Sie geht am frühen Morgen in den Garten, um dem Toten einen letzten Dienst zu erweisen, sie möchte ihn salben. Aber, der Stein vor dem Grab ist weg und auch der Leichnam. Verzweifelt ruft sie aus: Sie haben den Herrn aus dem Grab weggenommen und wir wissen nicht, wohin sie ihn gelegt haben (Joh 20.2). Sie ruft es den Jüngern zu, den beiden Engeln im Grab und dem vermeintlichen Gärtner, der Jesus ist. Ihn erkennt sie zuerst nicht. Erst als er ihren Namen ruft, weiß sie, wen sie vor sich hat und ruft: Rabbuni, Meister. Ihr ausgesprochener Name, der Klang seiner Stimme, genau lässt sich nicht sagen woran es lag, aber etwas weckt die Erinnerung an Zeiten vor Jesu Tod, knüpft an an Erfahrungen, die sie als Jüngerin Jesu gemacht hat.

Der Teufelskreis der Trauer und des Schmerzes ist durchbrochen. Die Zeit vor der Kreuzigung Jesu wird nicht zurückkehren, als irdischer Mensch wird er ihr nicht mehr begegnen. Sie steht dem Auferstandenen gegenüber, er lebt – unvorstellbar ganz anders. Das verändert ihr Miteinander und Maria erhält für ihr Leben einen neuen Sinn, eine neue Aufgabe. Er sagt zu ihr: „Halte mich nicht fest… Geh zu meinen Brüdern und sag ihnen: Ich gehe hinauf zu meinem Vater und eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott.“ (Joh 20,16-17). Maria geht zu den Jüngern und verkündet, was sie gesehen und der Auferstandene ihr gesagt hat.

Im Mittelalter nannten Hrabanus Maurus und Thomas v. Aquin Maria von Magdala eine Apostolin der Apostel. 2016 hat Papst Franziskus den Gedenktag der heiligen Maria Magdalena in den Rang eines Festes erhoben. Damit wird sie im gleichen Rang gefeiert wie die Apostel. In der orthodoxen Kirche ist diese Verehrung viel älter.