Testcenter im Bürgerhaus Weiskirchen geschlossen

142
Foto: red

WEISKIRCHEN (PM) – Wegen ausbleibender Gelder des Bundes muss das kürzlich erst eröffnete Schnelltestzentrum im Bürgerhaus Weiskirchen vorläufig schießen. Der kostenlose Bürgertest ist Teil der bundesweiten Strategie zur Bekämpfung der Corona Pandemie.

-Anzeigen-

Insbesondere Anbieter aus dem Event- und Veranstaltungsmanagement haben ihr Know-How und ihre Logistik in den Dienst der Sache gestellt und bundesweit Testzentren aus dem Boden gestampft. Kommunen haben sie dabei vor Ort unterstützt und Flächen oder Räume zur Verfügung gestellt. In Rodgau wurde am 11. März die Grundlage für die Einrichtung des Zentrums geschaffen, wenige Tage nachdem die Bundesregierung am 8. März die kostenlosen Bürgertests eingeführt hatte. Das Zentrum von „CoviMedical“ ging am 18. März an den Start. Binnen kürzester Zeit stand damit der allen ein Angebot zur Verfügung, das im Gegensatz zu vielen anderen Projekten der Länderregierungen und Bundesregierung vorbildlich und störungsfrei funktionierte. Jetzt scheint aber dieses Konzept in der Luft zu hängen, weil die Testzentren auf die Bezahlung der Bürgertests durch Bund und Land warten.

Die rund 60 Testzentren der CoviMedical GmbH, die auch in Rodgau das Zentrum im Bürgerhaus Weiskirchen betreiben, sind am heutigen Tag bundesweit geschlossen worden. „15minutentest“ hat durch die ausbleibende Vergütung der Bürgertests Außenstände von mehreren Millionen Euro. In einem offenen Brief an den Bundesminister Jens Spahn und den hessischen Gesundheitsminister  Kai Klose hat Christoph Neumeier, der Geschäftsführer von „CoviMedical“, schon vor Ostern auf die schwierige Situation hingewiesen: “In der Teststrategie der Bundesregierung war festgelegt, dass die Abrechnung der kostenlosen Bürgertests über die Kassenärztlichen Vereinigungen durchgeführt werden sollen. Bis heute haben wir allerdings weder eine schriftliche Zusage der Kostenübernahme erhalten, die uns helfen würde, kurzfristige Zwischenfinanzierungen oder Kredite zu erhalten, noch eine konkrete Information, von wem wir wann die Kosten erstattet bekommen. Stand jetzt werden unsere Mittel kurz nach Ostern nach Durchführung von dann mehr als 350.000 kostenlosen Bürgertests leider ausgeschöpft sein. Wir werden dann nicht mehr in der Lage sein, Materialbestellungen für weitere Tests vorzufinanzieren und sind gezwungen den Betrieb unserer Stationen bis zur Abrechnung der dann mehr als 7,8 Millionen Euro zu schließen.“  Die Folgen für die Menschen sind fatal. Allein in Rodgau sind in den letzten drei Wochen mehrere tausend Tests durchgeführt worden und es wurden durch die Testungen positive Fälle erkannt und damit Infektionsketten unterbrochen. Diese wichtige Säule in der Bekämpfung der Pandemie bricht nun weg, weil die Anbieter der Testzentren am ausgestreckten Arm der Regierung verhungern. „Es kann nicht sein, dass der Bund Bürgertests ausruft und vor Ort kein Geld ankommt. Wir erwarten eine Sofortreaktion der Hessischen Landesregierung, weil es hier um die Sicherheit und den Schutz unserer Bürger geht“, äußert sich Erster Stadtrat Michael Schüßler verärgert. Die Stadt Rodgau und der Betreiber sind im engen Austausch miteinander. Eine schnellstmögliche Wiedereröffnung des Zentrums und damit die Bereitstellung des Bürgertestangebots ist das Ziel.